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Der Israelit · 1879-02-12 · Heft 7 (12.2.1879) · page 4

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Journal
Der Israelit
Volume
20 (1879)
Issue
Heft 7 (12.2.1879)
Date
1879-02-12
Page
– (sequence 4)
Language
German
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164 / Zeitungsnachrichten und Correfpondenzen. Deutschland. Wiirzburg, Ende 513D 5639. Mehrere uns vorliegende, theils hierher und theits an die O’TpD pn"*o o^3-iöni zu Amsterdam gerichteten Zuschriften aus dem hl. Lande N33'in schildern in beredten und tiefergreifenden Worten den schmerzlichen Eindruck, welche die Trauerkunde von dem Ableben .ist ->"382.-1 bv auch dort hervorbrachte. „Nachdem uns" heißt es in einem der Berichte aus p"ny D^tcn-p, „die uns telegraphisch gewordene Trauerbotschaft auch brieflich bestätigt ward, DD2 dh' bz iDHi 2b b2. Ja, wir betrauern nicht nur den großen n''m p'-is , auf den sich mit Recht anwenden ließ: cd» vkvv b2, sondern noch speciell unfern wahrhaften Freund und Helfer. Diese Trauer fand auch ihren Ausdruck in den Synagogen und D'arnc 'na aller durch Trauerreden DHBDn und Wehklagen 2"j> ro'tp'3 nirp ypip. Ebenso haben die meisten D'-r»i3 das Lernen von Di' ^03 rotPD -»yip und das Brennen von Lichtern während des Trauerjahres nDPJ noiP p'->rni angeordnet." „O, wie gerecht", heißt es in einem andern Berichte, „ist unsere Trauer! Wie warm lagen die Interessen des - hl. Landes dem -nyjn p'Ta am Herzen, welchen unvergleichlichen Fürsprecher und Bertheidiger hatten wir in ihm. Wie war er stets bemüht und bestrebt, seinen großen und mächtigen Einfluß für die Institutionen des hl. Landes geltend zu machen, namentlich für memo tg und D^inn ’H3, Lehr - und Krankenhäuser." Ein weiteres Schreiben beklagt es tief, daß es dem Verklärten nicht vergönnt war, das große Werk, — wofür er so Vieles geleistet, den Bau eines entsprechenden Hospitals in p",-jy dtjeh-p, seiner Vollendung zuzuführen. — Die sämmtlichen Zuschriften endlich schließen mit dem Wunsche, daß nun die im Geiste ihres verklärten Vaters und Lehrers fortwirkenden Söhne und Schüler, sowie die sonstigen Rabbinen Deutschlands, in gleicher Weise der Interessen des hl. Landes sich annehmen Mögen D't>ttm p'L nnNiff ->38n xb jyo}; sowie die sämmtlichen Berichte die Versicherung geben, daß das Andenken an den ya't -nj/2n pna ein unauslöschliches im hl. Lande sein werde. n'3'3 D’non n"nn!? rou ip 8 Aus Bayern Auch der bayrische Landtag hat seine Wucherdebatte gehabt. Diese hielt sich jedoch, Dank dem Antragsteller, Abgeordneten Schels, frei von jeder konfessionellen Färbung. Der ultramontane Abgeordnete betonte von vornherein, daß sein Antrag weder das politische noch konfessionelle Gebiet berühre; denn es wuchere „Alles", und Ver katholische Armenier nicht am wenigsten, und er hob in seiner Ausführung hervor, daß in Regensburg besonders „Privatiers" aus dem Bauernstände ihr wucherisches Unwesen treiben. Alle Anerkennung der Ehrlichkeit dieses Mannes, der sichtlich bestrebt war, der Wahrheit nicht aus dem Wege zu gehen und in erster Linie bei seinen eigenen Glaubensgenossen Musterung zu halten. Abgeordneter Schels hat durch seine Enthüllungen der landläufigen Behauptung, daß der Wucher fast ausschließlich von Juden cultivirt werde, die Spitze abgebrochen. Sein Urtheil fällt in vorwürfiger Frage um so schwerer in die Wagschale, als sein richterlicher Beruf ihm seine Nachforschungen erleichtert hat, und seine Angehörigkeit zu jener politischen sive konfessionellen Partei, welche noch nie mit Anschuldigungen gegen die Juden gegeizt hat, jeden Schein einer Parteilichkeit zu unsren Gunsten ausschließt. Vergleiche: Schorlemer und Schröder im preußischen Abgeordnetenhaus. Es sei hier noch eine Frage gestattet. Zugegeben, der Wucher trete unter den Juden in einem stärkeren Verhältnisse auf als unter den andern Confessionen in Deutschland, so würde dies noch keineswegs für einen schlimmen Charakterzug der Juden sprechen. Diese sind einmal durch Umstände, welche sie nicht selbst veranlaßt haben, ein handeltreibendes Volk geworden. Kein Vernünftiger wird dies heute als eine Schattenseite ansehen. Auch Geld ist ein Handelsartikel. Da sind nun Ausschreitungen naturgemäß ebenso unausbleiblich wie bei jedem andern Berufszweige. Erft eine diesbezügliche statistische Zusammenstellung der Geschäftsleute und Kapitalisten aller Confessionen könnte uns Aufschluß geben, auf welcher Seite die Neigung zu Wuchergeschäften überwiegend ist. Denn den christlichen Bauern und Handwerkern kann das Fernbleiben vom Wucher im Allgemeinen ebensowenig zum Verdienste angerechnet werden, als den jüdischen Geschäftsleuten die Thatsache, daß sie sich nicht mit dem landesüblichen Falschen der unentbehrlichsten Nahrungsmittel abgeben. Es kann eben keine Augenkrankheit an den Zähnen Hervorbrechen und umgekehrt. Das Beste würde freilich sein, wenn die Wucherkrankheit bei unsren Glaubensgenossen über-

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