Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 20 (1879)
- Issue
- Heft 7 (12.2.1879)
- Date
- 1879-02-12
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
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163 dann wahrlich dürfte es an der Zeit sein, energisch vorzugehen. — „Der Jndifferentismus, dieses Piedestal, auf welchem sich Ehrsucht und schmeichlerische Unterwürfigkeit gegenseitig die Hand reichen, macht sich jedoch hier zu sehr geltend, als daß man hoffen könnte, daß die herrschenden Zustände bald bessern Platz machen dürften." Soweit unser Herr Korrespondent. Resümiren wir den Inhalt: Die armen isr. Kranken in Stuttgart erhalten keine jüdische Kost; dagegen sind sie den Bekehrungsversuchen der Missionäre ausgesetzt. Um diesen himmelschreienden Mißständen zu begegnen, wollen glaubenstreue Israeliten ein jüdisches Hospital errichten und werden daran von den Männern gehindert, denen die Wahrung der jüdischen Interessen anvertraut ist!!! Jedes jüdische Herz muß empört sein über solche Mißstände. Ihr jüdischen Männer und Frauen Württembergs, die Ihr das heilige Erbe der Väter Euch und Euren Kindern erhalten wollt, rafft Euch endlich aus Eurer Lethargie empor und thut energische Schritte zur Rettung der gefährdeten Heiligthümer Israels. Der Gott unsrer Väter wird den Schwachen Kraft und den Ohnmächtigen Muth verleihen! — Literarischer Aericht. nJpDH “1DD m 'J2 ’jh bv by t>i“U bbDi pjpi rupo Py Von Susman Sofer, Oberrabbiner in Halas in Ungarn (Preßburg 5637). »ND PSO “)5D -,PvP rutc^ioj «aio n»« Dünn« 'Pmo in« iirn iew P"p3? vpp' '1 '"y 2py ptu iPon nyttGi Mit Anmerkungen herausg. von Susman Sofer, Oberrabbiner in HalaS in Ungarn. Preßburg 5638. Der in weiten Kreisen bekannte Herr Ober- Rabbiner zu Halas '"J hat sich durch die beiden obengenannten Werke bedeutende Verdienste um die halachische Literatur erworben. DaS erstere behandelt mannigfache in das Gebiet der Besitz- Uebertragung und Erwerbung gehörende muiD, und erörtert S. 46 bis S. 76 sämmtliche die Nichtjuden betreffenden jüdischen Gesetzesbestimmungen. Das Studium des Werkes kann deßhalb auch denen, die zur Abwehr der von den Feinden des Judenthums gegen den Talmud gerichteten Verdächtigungen sich speciell mit den die Nichtjuden betreffenden Vorschriften des talmudifchen Rechts vertraut machen wollen, auf's Angelegentlichste empfohlen werden. Das Werk zeichnet sich durch Gelehrsamkeit ebenso wie durch Scharfsinn aus, da der Verfasser mit höchst anerkennenswerther Gründlichkeit die in den Rahmen feines Werkes gehörenden Probleme von der Quelle bis auf die Erscheinungen der neuesten rabbinischen Literatur behandelt, und durch seine geistvollen Erörterungen zu wichtigen für die Ergründung der Halacha fruchtbaren Resultaten gelangt ist. Hat der Verfasser in dem erstgenannten Werke durch Zusammenfassung des Materials und scharfsinnige Discufsionen die halachische Literatur mit einer selbstständigen Arbeit bereichert, so hat er sich durch Herausgabe der L'rev Pj?d nuw in antte* rer Weise um die Förderung der jüdischen Gesetzeskunde verdient gemacht. Das hohe Ansehen, in dem R. Jakob Alfandri, der Verfasser dieser gestanden , ist schon daraus ersichtlich, daß nach derselben der Verfasser des *jPoP nwa sich an ihn mit den Worten U'm *.nDpi gewandt. Die Wichtigkeit dieser Responsen ist den mit der rabbinischen Literatur Vertrauten aus den Citaten bekannt, in denen derselben in r>vx nzn, ’dnpd t, onn , mtn nyar -jpOp n:va, ny». «m «dd Nirpy 'mn, isid erwähnt wird. Das Werk selbst, von dem bisher wohl nur Eine Ausgabe existirte, scheint nur im Orient verbreitet gewesen zu sein, und gehörte bei uns zu den höchsten Seltenheiten, weßhalb schon für die Besorgung einer neuen Auflage der wärmste Dank gezollt werden muß. Der Herausgeber hat sich aber nicht auf den bloßen Wiederabdruck beschränkt, sondern sich auch durch Stellennachweis, Jnhaltsverzeichniß, Angabe der Stellen der neueren und neuesten rabbinischen Literatur, in denen das Werk citirt wird, und mehrere dem Inhaltsverzeichnisse beigegebene eigene Bemerkungen und Abhandlungen, von denen besonders die über nmy und ’n npin hervorgehoben zu werden verdienen, den Dank der Freunde halachifcher Forschung erworben, und diese Gelegenheit auch benützt, einige die im Werke besprochenen Probleme betreffende werthdolle rva^n des p"pn paan m Vst 8Din und des P"sr 'id-p nai v"y2 ptun m zu veröffentlichen. Den obengenannten Werken ist um so mehr die verdiente Verbreitung zu wünschen, als hiedurch Herr Oberrabbiner zu Halas ’"j in die Lage gesetzt würde, die halachische Literatur noch durch weitere Publicationen zu bereichern. I.