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Der Israelit · 1879-02-05 · Heft 6 (5.2.1879) · page 2

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Journal
Der Israelit
Volume
20 (1879)
Issue
Heft 6 (5.2.1879)
Date
1879-02-05
Page
– (sequence 2)
Language
German
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134 würde der Mensch planlos von einem Tage zum andern hinleben, ohne der Zukunft zu gedenken. Leichtsinnig würde der Mensch in der Jugend des kommenden Alters vergessen, würde es unterlassen, zur rechten Zeit die Saat auszustreuen, von deren Ernte er einst sein Leben fristen muß; er würde, unbekümmert um das Geschick seiner Nachkommen, diesen die Mittel anständiger Versorgung entziehen. . Die Sorge ist es, welche dich auf deine eigenen Fehler und Schwächen mehr aufmerksam macht als der treueste Freund, indem sie dich vor den Folgen deiner unklugen oder leidenschaftlichen Handlungen zittern läßt. Der Mensch, welcher unbekümmert um Recht und Unrecht nichts mehr fürchtet, ist ebenso elend wie derjenige, welcher nichts mehr zu hoffen hat. Furcht und Hoffnung sind die Wegweiserinnen des irrenden Sterblichen'zum Tempel der Tugend und der dauernden Glückseligkeit. Ueberlaß dich aber der Sorge nicht allzu willfährig; sie wird sonst ein zehrendes Gift, da sie leicht' zur Gewohnheit wird. M Wisse: wann die Noth am gröMK, ist die Hilfe am nächsten. Gedenke des Beistandes der Vorsehung und erinnere dich. daß sie dir immer geholfen hat, selbst da wo du keinen Ausweg mehr möglich glaubtest. Mit thränenerfülltem Auge starrt der Unglückliche in die finstere Zukunft hinaus. Seine bange Seele seufzt, von mancherlei Sorgen darniedergedrückt; seine Zukunft gleicht einer finstern Nacht; er hofft auf Licht, und es erscheint ihm keines. Trostlos sinnt er in seiner Verlegenheit auf Hilfe; seine eigene Kraft ist unzureichend, sie zu gewähren. Da reicht eine Trösterin ihm die gütige Hand, bringt Licht in seine Finsterniß und zündet ihm den erloschenen Stern der Hoffnung wieder an: diese Trösterin ist die Religion unserer Väter, die Lehre unseres Gottes. In der Tiefe seines Kummers vernimmt er sie wie eine heilige Stimme aus der Ferne. Sie dringt mit wunderbarer Erquickung in sein Herz, und sein Geist richtet sich mit neuem Leben wieder auf, ihr entgegen. Die blutenden Wunden heilen, die Thränen trocknen, die Schmerzen werden gelindert. Denn, wenn auch die Menschen dich verlassen. dein Gott verläßt dich nicht; wenn auch die Erde dich vernachlässigt, der Himmel wird dir Ersatz bieten. Und stehst du allein, so bist du doch nicht einsam; und hast du Niemanden, dem du dein Leid offenbaren kannst — Gott kennt es. o'pn* yn 'i jni» 2. Er zahlt die Thränen, die du geweint hast, die Seufzer, welche die harten Kämpfe dir erpreßt haben. Er, der gütig gegen dich war in deiner Vergangenheit, Er wird es auch sein in deiner Zukunft. Getröstet durch die schöne Aussicht in eine bessere Zukunft singt der Fromme ein frohes Lied, selbst mitten im Unglück. Er lobt seinen Schöpfer mitten im Feuer, das Er ihm zur Prüfung zubereitet hat, und spottet der Flammen, die ihn nicht verzehren können; m-naw t^Dtpn nasta raniNi „denn die Ihn lieben werden der Sonne gleichen, die an jeglichem Morgen wieder aufgeht' in erneuter Schöne und Herrlichkeit. Literarischer Bericht. min mo1? "i£D *n mm ono^a ’jn 'i'-'i itjjs 12 iJm rnpsoa 'd Erstes Buch Moses Hebräisch mit einer wortgetreuen deutschen Uebersetzung für die zarte isr. Schuljugend, herausgegeben von I s r. W i e s e n, Lehrer in Kettwig. Selbstverlag. — I. Heft: Cap. 1—9. ':yb n^sn Israels Gebete, herausgegeben von Israel Wiesen, Lehrer in Kettwig. I. Heft. Obwohl wir an Uebersetzungen des Pentateuchs und der Gebete für den Schulgebrauch nicht gerade Mangel haben, so dürften die vorliegenden Hefte dennoch nicht verfehlen, die Aufmerksamkeit practischer Schulmänner auf sich zu ziehen. Es sind dies nämlich Uebersetzungen für diejenigen Schüler, die eben erst zu übersetzen anfangen. Wer aus Erfahrung weiß, wie schwierig gerade dieser Anfang für Lehrer und Schüler ist, wird jeden Versuch zu würdigen wissen, der eine Erleichterung dieser Aufgabe zum Gegenstand hat. — Dieselbe wird hier dadurch geboten, daß der hebräische Text und die deutsche Uebersetzung nebeneinander gestellt sind, also: Im Anfang-n'»6na erschuf G...- den Himmel-own r\s Schreiber dieses hat die Wiesen'schen Bücher practisch erprobt, und gefunden, daß dieselben in der That in hohem Grade geeignet sind, den ersten Unterricht im Uebersetzen wesentlich zu erleichtern. Ob es aber practisch sein dürfte, das ganze ibd rviwna, und gar die ganze nten, in dieser Weise zu übersetzen,'das ist eine Frage, die wir verneinen zu müssen glauben. Wenn die drei ersten nmD und ein entsprechender Theil der Gebete in dieser Weise dem Kinde geläufig gemacht sind, so genügt

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