Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 20 (1879)
- Issue
- Heft 5 (29.1.1879)
- Date
- 1879-01-29
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
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115 verzeichnen, nachdem man seinen Abfall uns mitgetheilt, da die Rückkehr dieses Mannes doch die Sache der Pharisäer so sehr gehoben hätte. Wir haben hier nun noch auf einige Jrrthümer, die dem Verf. unterlaufen sind, aufmerksam zu machen. Datz die Anzahl der Mitglieder der Gerichtshöfe für peinliche Gerichtsbarkeit auf 3 angegeben werden (S. 23) wollen wir als ein Versehen des Setzers ansehen, der vor dieser Zahl die 2 vergeben hat, denn das Collegium bestand aus 23 Richtern, ebenso mag die bergefügte Notiz „Sanhedrin 68a" auch dem Setzer zur Last fallen, da auf „Sanh. 2b u. 17b" hätte hingewiesen werden müssen. Entschieden falsch ist aber die Angabe, daß die Trumath Maasser „der 50. Theil des 10. Theiles, d. h. der 500. Theil" gewesen ist (I. 58), sie war vielmehr der 10. Theil des 10. Theiles, d. h. der 100. Theil, wie ja die Schrift diese Terumah nennt ncycn jo ~>t£q?D (Num. 18, 26). Ebenso falsch ist die Bemerkung, daß die Vorschriften des Schmittajahres auch auf die Freilassung der jüdischen Sclaven Bezug habe (Anm. 82). Nur das Jobeljahr hatte auf diese Freilassung Bezug, das siebente Jahr, in welchem der jüdische Sclaoe frei wird, ist nicht das Schmittajahr, sondern das siebente seiner Dienstzeit. Wir fassen das Resultat unsrer Beurtheilung kurz dahin zusammen, daß der Verf. eme anzuerkennende Probe seiner Begabung, gut zu combiniren und seines wissenschaftlichen Strebens abgelegt hat, daß aber die Unsicherheit in Rudimenten talmudischen Wissens unangenehm absticht mit dem schnell fertigen Urtheil über die Richtigkeit talmudischer Berichte und die der Auffassung alter Erklärer. Wenn der Verf. sich erst die gewünschte Sicherheit wird angeeignet haben, was ihm gewiß nicht schwer fallen wird, dann wird er auch in seinem Urtheil vorsichtiger werden und eine Klippe glücklich meiden, an welcher schon viele junge, strebsame Gelehrte gescheitert sind. rü P)D1’ “ Dl D 1 S D Theological discourses, delivered on various occasions by the Rev. J. Kohn-Zedek. London. 5638—1878. 100 S. 8°. Herr Kohn-Zedek ist durch seine reiche literaische Thätigkeit als ausgezeichneter Hebraist bekannt und wird das vorliegende Buch, 3 Reden zu den letzten Perikopen des 5. B. M. eine willkommene Gabe für Diejenigen sein, die Freunde eines glänzenden hebräischen Styls und gedankenreicher Abhandlungen sind. Vorliegendes Buch soll Ersatz bieten für ein vom Vssrf. längst versprochenes Werk, das zu liefern ein trauriges Geschick ihn verhindert. Der Verf. hat nämlich vor Jahren eine nach feinen Mittheilungen auf der Oxforder Bibliothek sich befindende Handschrift des uns verloren gegangenen nivb' uma copirt und mit reichlichen Bemerkungen versehen. Das Vorwort zum vorliegenden Buche theilt uns mit, daß er den Midrasch mit dem endlicb vollendeten Commentar feinem Sohn nach Galizien geschickt, um das Werk in Lemberg drucken zu lassen, zum Unglück sei aber das unversicherte Haus seines Sohnes abgebrannt, wobei eine reiche Bibliothek und dabei auch das erwähnte Manuscript vernichtet worden sei. Der Verf. aber sei zu alt um das Manuscript noch einmal abzuschreiben, zum Ersatz wird er die Bearbeitung eines im British-Museum aufgefundenen Manuscipts liefern und eine Serie von Reden. Die Herausgabe derselben macht er von der günstigen Aufnahme vorliegenden BucheS abhängig. De psalmi sexagesimi octavi indole atque origine. Dissertatio inauguralis, auctore Carolo Henrico Cornill. Marburgi 1878. VorliegendeJnaugural-Dissertation eines jungen christlichen Gelehrten über den 68. Psalm ist eine Arbeit, die Jeder mit Vergnügen lesen wird. Der Verf. verlegt die Abfassng dieses Psalm in die Zeit der syrisch-ammonitischen Kämpfe des Königs David, er sucht somit die Autorschaft desselben festzustellen, wie auch den Zusammenhang der äußerst schwierigen Verse zu erklären, allen Denen gegenüber, welche in diesem Psalm nur Bruchstücke aus verschiedenen Liedern zu erkennen vermeinen. Die alten Lesarten sucht er neueren Conjecturen gegenüber aufrecht zu halten und zu vertheidigen. Nur einmal versucht er eine solche, aber diese nicht mit Glück. Im 24. Vers will er auf Grund der Uebersetzungen der LXX. und Peschito statt pnon das SBott pmn lesen, daß also zu übersetzen wäre: „damit du deinen Fuß im Blute badest." Abgesehen davon, daß pm nicht in dem Sinne von „waten", wie der Deutsche das Wort „baden" gebraucht, vorkommt, sondern nur in der Bedeutung des Reinigens, liefern gerade LXX. u. Pesch, den Beweis dafür, daß an pm hier nicht gedacht werden kann. Pesch, übersetzt: q/aüsnn 8dd nd"ö; nun gebraucht wohl der Chaldäer den Stamm als Uebersetzung für nicht für pm (Lev. 13. 58), niemals aber der Syrer, er hat die Stämme Nno t>?n, aw; der Stamm yas wird nur gebraucht für das Hebräische gleichlautende