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Der Israelit · 1879-01-02 · Heft 1 (2.1.1879) · page 6

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Journal
Der Israelit
Volume
20 (1879)
Issue
Heft 1 (2.1.1879)
Date
1879-01-02
Page
– (sequence 6)
Language
German
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6 Vorstände war auch daS LooS des zweiten für die Ausschußmitglieder entschieden. Die Gegner, ihre Niederlage einsehend, capitulirten und wendeten sich nun an unsere Großmuth, noch Einen ihrer Partei, nachdem dies bereits im Interesse deS Gemeindefrieden« für vier Andere freiwillig von unä geschehen war, in unser Programm für die Ausichußmitglieder aufzunehmen , wofür sie dann für die übrigen Candidaten mit uns stimmen wollten. Die Friedensliebe ging bei vielen unsrer Leute so weit, daß sie auch hierein willigten. Wir können also mit größter Befriedigung auf daS Wahlresultat schauen; denn der größte Theil unsrer neuen Gemeindevertretung huldigt aufrichtig unserem Principe und auch der andere Theil ist ihm freundlich gesinnt. Es gingen aus der Wahlurne hervor als erster Vorstand Herr Salomon Bing, ein durch Biederkeit des Charakters und Intelligenz ausgeeichneter, für das Wohl der städtischen wie der südischen Gemeinde stets thätiger und eifrigbestrebter, hochangesehener Mann; als zweiter Vorstand Herr Maier S. E. Oppenheimer, eine durch min und Bildung sich gleich auszeichnende Persönlichkeit, ein Mitglied der weithin durch ihre strenge Religiösität und Wohlthatigkeit bekannten Familie dieses Namens; endlich Herr Adolph Müller als dritter Vorstand, ein ebenfalls für das Wohl der Gemeinde vielfach bestrebter und namentlich um unsere Gemeindeschule vielverdienter Mann. Cassier und Ersatzmänner, sowie Ausschußmitglieder schließen sich der Würdigkeit des Vorstandes an, und so dürfen wir ein segensreiches Wirken von diesem Collegium erwarten, das im Vornherein die Sympathien des größten Theils der Gemeinde für sich bat. Auch auf die Rabbinerfrage dürfte der Ansfall der Vorstandswahl nicht ohne Einfluß bleiben, da wir sicher sein können, daß ein Candidat von entschieden neologer Richtung nicht in Vorschlag gebracht wird, geschweige Aussicht auf Accepiion hat. Möge unsre Gemeinde fortschreiten auf der neu betretenen Bahn und dem wahren, angestammten Prinzip immer mehr Geltung verschaffen! Frankfurt a. M, 20. Dec. Gestern fand dahier die Generalversammlung der isr. Religionsgesellschaft statt. Der Vorstand berichtete über das abgelaufene Geschäftsjahr (vom 1. October vorigen bis 1. October d.J.) auch wurden die Ergänzungswahlen — für die nach dem Dienstalter mit dem 1* Januar austretende Verwaltungsmitglieder vorgenommen. Der Bericht aibt ein Bild ausgebreitender Wirksamkeit der Religionsgesellschaft und dürfen einige Mittheilungen aus demselben auch für weitere Kreise von Interesse sein. Die CultuS - Section hatte eine Einnahme von ca. M. 59,500, die Schul-Section eine solche von ca. M. 71.500, zusammen also ca. M. 131,000. Die Ausgaben der Cultus-Scction betrugen ca. M. 50,500, die o,'i‘ Schul-Section ca. Dt. 79,000, zusammen ca. M. 129,500. Die Einnahmen haben demnach die Ausgaben um ca. M. 1500 überstiegen. Von den Ausgaben sind ca. M. 96000 für Gehalte der Lehrer und Angestellten. Die Cultus-Section hat ein Vermögen von ca. M. 30,000, die Schul- Section von ca. M. 130,000, die Stiftnngs-Section ca. M. 200,000. Die Immobilien: Synagoge, zwei Schulhäuser, Friedhof, haben einen Taxationswerth von ca. M. 680,000. Als Passiven sind zu verzeichnen M. 12,000, die noch aus einem Schulhaus und M. 171,000, die noch auf der Synagoge ruhen. Die Passiven bestehen in Vorschüssen der verschiedenen eigenen Fonds, so daß keine Schuld an Dritte vorhanden. Das Reinvermögen beträgt ca. M. 855.000. Die Schule wird von über 500 Schülern und Schülerinnen besucht, 10 Schüler sind mit dem Zeugniß der Reife, welches zu dem einjährigen Militärdienste berechtigt, entlassen worden. Die Synagoge hatte für Sesselmiethen allein die Summe von M. 17,500 eingenommen, die unter den oben angeführten Einnahmen inbegriffen sind. Außer einem weiteren Freiplatz an unserer Schule, der von dem ]n rn^-Verein bei Gelegenheit seines 50jährigen Bestehens gestiftet wurde, ist von den Verwandten des verstorbenen Jsaac Baruch Heßdörffer aus der Verlassenschaft desselben der Betrag von M. 5000 — 4prvc. Bayr. Obligationen für eine Talmud - Thora - Stiftung zu dessen Seelenheil gewidmet worden. Die Religionsgesellschaft schreitet unbeirrt durch die ihr von der Gemeinde durch Errichtung von Kaschruth-Anstalten gebotene Concurrenz, rüstig fort, und ihr großartiges Wirken ist der beste Beweis für ihre Berechtigung. Laupheim. Freitag den 13. Dec. starb Herr Hirsch Mayer, 85 Jahre alt, und Samstag den 14, Dec. Herr Emanuel Weil, im Al;er von 64 Jahren. Beide waren Q'-i'.T im wahren Sinne des Wortes; sie waren tägliche Besucher des Gotteshauses und jeder von ihnen konnte sich sagen: ■fta 'n n'2 'b onoio ’nnottf; beide zahlten zu den D’non ojn D”nn Op non und Beiden hatten sich wesentliche Verdienste um das Gemiudewohl erworben, sie wollten von Reform im Sinne der Jetztzeit, wie sie hier seit längerer Zeit angestrebt wird, nichts wissen und waren jederzeit dagegen, wenn sie in dieser Beziehung um ihre Ansicht und Stimme angegangen wurden. Herr Hirsch Mayer war früher nicht nur län-

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