Mannheim
Compact Memory

Der Israelit · 1879-01-02 · Heft 1 (2.1.1879) · page 5

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Israelit
Volume
20 (1879)
Issue
Heft 1 (2.1.1879)
Date
1879-01-02
Page
– (sequence 5)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
96% known words query
IRI
…/2446951-2447797-2447799--15682-2471640
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

5 Woher stammt diese Wissenschaft? Der Citatenschatz des Verfassers scheint hier gänzlich versiegt zu sein. — Die Frankel'sche Zeitschrift 1852, S. 165 und Grätz' Geschichte der Juden S. 493, wo dieselben Anschauungen vertreten sind, können unmöglich die Quellen der landrabbinerlichen Erleuchtung sein, denn dann wären doch ehrlicher Weise die Gewährsmänner genannt worden. Der Talmud, die einzige Primärquelle, kann es noch weniger sein, denn sie enthält das vollendetste Gegentheil von dem hier Gesagten. Jebamoth 14 a. heißt es, man sei anfangs nur deßhalb unentschieden gewesen, ob die Entscheidung wie die Schule Hillels oder Schammai's zu treffen sei, obgleich für die Hillel'che Schule, als die Mehrzahl, die Regel der Majorität sprach, weil von anderer Seite die Schule Schammai's die scharfsinnigeren, geistvolleren, die schärfer Denkenden 'waren, inrj mn *ovi »an ma »a '2v mna wap rva »an. Also auch der Schammai des Talmud und der Adler'schen Phantasie haben Nichts miteinander gemein. (Forts, folgt.) Zeitungsnachrichten und Eorrefpondenzen. Deutschland. In Bezug auf den in Nr. 5l d. Bl. vor. Jahrg. gebrachten Bericht über das Unglück des Herrn E. Bilstein erhalten wir von dem Bruder desselben, Herrn Lehrer A. Bilstein in Stolp, nachstehende Berichtigung: Kuhlmeyer hatte am Abend der That im Circus Mark mit einem sich als Herkules producirenden Manne gerungen, war unterlegen und traf, erregt durch seine Niederlage, in einem Gasthause meinen sel. Bruder. Dieser, nach dem Bericht des „Soester Kreisblattes", eine sehr ruhige, besonnene und achtbare Persönlichkeit, als Viehhändler mit Kuhlmeyer bekannt, wollte in seiner Gutmüthigkeit verhindern, daß K. mit der Polizei in Konflikt gerathe, und veranlagte einen Bekannten, mit ihm gemeinschaftlich den in der Wirthschaft lärmenden K. nach Hause zu bringen. An K.'s Wohnung angekommen, schiebt man denselben in das Haus hinein mit den Worten: er solle jetzt ruhig zu seiner Frau gehen. Derselbe dreht sich aber um, und schreiend: „Wer hat mich da in's Haus gestoßen!" versetzt er meinem sel. Bruder mit einem Messer, das er als Metzger in einer Scheide um den Leib geschnallt trug, den unglücklichen Stoß. Frau und zwei Kinder von 27s resp. 1 Jahr beweinen ihren Ernährer. Würzburg, 23. Dec. 1878. Soeben ist der Wahlact der Cultus - Verwaltung beendigt und hat derselbe ein für die conservative Partei entschieden günstiges Resultat ergeben. Der Wahlkampf war ein sehr heftiger, die Betheiligung eine noch nie dagewesene; auf beiden Seiten wurden die äußersten Kräfte aufgeboten, es war rührend, zu sehen, wie sich auf unsrer Seite die ältesten Leute, Blinde undReconvalescenten zum Wahllokale führen ließen, um durch ihre Stimme der guten Sache zum Siege zu verhelfen. Der Erfolg krönte ihre Mühe. Unsre Leute haben ihre volle Schuldigkeit gethan. Hoffen wir, daß dieses Wahlresultat für die hiesige Gemeinde und ihre religiösen Verhältnisse von Segen sei! Würzbnrg, Chanuka 5639. Es ist ein günstiges Omen, daß unser lokales Siegesfest, mit dem der Nation zufammenfällt; denn auch wir'kämpften für die gute heilige Sache und siegten. Wie Ihnen bereits berichtet, war die Neuwahl der hiesigen Cultus - Verwaltung auf den 3. Chanukatag festgesetzt. Schon bereits feit der Bekanntmachung des Wahltages hat die Agitation begonnen und sie wurde unter geschickter Führung und Leitung bis zum eigentlichen Wahlacte mit dem größten Eifer fortgesetzt. Es hatte sich ein Wahl-Comitä gebildet, Wahlversammlungen und Vorbesprechungen fanden statt und nachdem ein Wahl-Aufruf, in welchem die Eigenschaften eines Cultus-Vorstandes gekennzeichnet und die an die neue Verwaltung zu stellenden speciellen Anforderungen ausgesprochen, erlassen, wurde die Candidaten-Liste veröffentlicht, auf welcher lauter Namen von gutem Klange figurirten. Auf diese Weise fand unser Programm bei dem größten Theile der Gemeinde Anklang, und es zeigte sich bald, daß unsere Sache an Bortheil gewinne. Wohl versuchten es friedliebende Mitglieder, einen Compromiß mit der Gegenpartei anzubahnen, allein es stellte sich nur zu bald heraus, daß mit diesen Leuten Unterhandlungen, wenn man sich nicht allen Vortheils entäußern wollte, zu keinem Resultate führen würden und so sollte es sich in Würzburg eminent klar manifestiren, in welchem Princip die Grmeinde ihren Schwerpunkt suche und finde. Nun begann der eigentliche Kampf; von unsrer Seite wurde mit meisterhafter Geschicklichkeit manöverirt; es wurden alle zu Gebote stehende Kräfte in's Treffen geführt. Mann für Mann trat heran und so zeigte sich schon vor dem Beginn des Wahlaktes unsere Überlegenheit, die am Schluffe sich noch glanzender herausstellte; wir hatten einen totalen Sieg, denn von 170 abgegebenen Stimmen hatten wir mehr denn 100 auf unserer Seite. Mit diesem ersten Wahlgange für die

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.