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Der Israelit · 1878-12-25 · Heft 52 (25.12.1878) · page 5

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Journal
Der Israelit
Volume
19 (1878)
Issue
Heft 52 (25.12.1878)
Date
1878-12-25
Page
– (sequence 5)
Language
German
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1279 des Synagogengesanges. Ja, es wäre uns wohl, wenn wir mehrere solche Capacitäten hätten. Aber leider „sunt rari nantes in gurgite vasto“ als Musiker, als Compositeur gibt es deren wohl nicht sehr viele seinesgleichen. In der Synagoge werden fast ausschließlich seine Compositionen gesungen, und dieselben finden bei Allen, die den Vorzug semer Bekanntschaft genießen, vollste Würdigung und Anerkennung. Ehe ich mein Heuttges schließe, will ich nur uoch einen Auszug eines Artikels beifügen, welcher über dessen soeben veröffentlichten musikalischen Werke am 27. September in „Jewish Chronicle“ erschienen ist, um meine Bemerkungen über die Londoner Synagogen mit diesem Großmeister der Synagogenmusik würdig zu beendigen. Das „Chronicle“ >sagt über dessen Werk „Schirei Mickdosch“ (alte und moderne Synagogenmusik) Folgendes: „Unter obigem Titel hat der ehrwürWe Herr H. Wasserzug, erster Cantor der „North Tiondon- Synagoge" die vollständigste und größte Sammlung hebräischer Melodien, die bisher in England erschienen ist, veröffentlicht. Die Mehrzahl derselben sind dessen eigene Compositionen, wodurch ihm reichliche Gelegenheit geboten wurde, sein großes Talent zu beweisen. Wir wünschen ihm von Herzen Glück, daß er seine Aufgabe mit so vielem Erfolge beendigt hat. 'Was den Werth des Werkes und der Compositionen anbelangt, so constatiren wir mit Vergnügen, daß wir nach sorgfältigem Studium desselben die Melodien als ganz mit der Absicht und dem Geiste des Textes in Uebereinstimmung gefunden haben. Viele derselben sind von rührendem Pathos, während die harmonisirten Theile mit vollendeter Künstlerhand geschrieben sind. Es wurde besonders die Einführung complicirter und unpassender Combinationen sorgfältig vermieden. Wahrscheinlich weil es dem Compositeur nicht unbekannt gewesen ist, wie sehr beschränkt noch die musikalischen Kenntnisse der Mitglieder unserer englischen Synagogenchöre sind. Wie wir vernehmen, soll in Folge dessen nun der Vorschlag gemacht werden, daß der Verwaltungsrath der vereinigten Synagogen einen Ausschuß ernenne, dessen Aufgabe es sein soll, ein für den ausschließlichen Gebrauch aller Synagogen bestimmtes Werk dieser Art zum öffentlichen Gesangbuch zu bestellen, welches nach dem „deutschen" Rituale arrangirt sein soll. Auf diese Art würde dann, anstatt der eigenen Compositionen eines jeden einzelnen Chormeisters, mehr Einstimmigkeit im Gebrauche der Synagogen - Gesänge obwalten, und wir würden dadurch vielleicht so manche alte und wunderschöne Synagogenmelodie wieder in's moderne Leben entführen, welche bisher ganz mit dem Staube der Vergessenheit bedeckt geblieben ist. Ado. Nidsky. Zeitungsnachrichten und Eorrefpondenze». Deutschland. Verlitt. Dem „B. C." entnehmen wir Folgendes: „Fromme Traktätlein werden jetzt von „bekehrten" Polnischen Juden, die sich „Missionäre unter Israel" nennen, in Berlin, selbst vor den Thüren des Opernhauses, den Eintretenden, die ein jüdisches Aussehen haben, Abends überreicht, auch auf den Bahnhöfen der Stadt wird dies fromme Werk getrieben. Besonders wird eine Predigt des bereits im Jahre 1735 verstorbenen Professors der Theologie zu Gießen, Johann Jacob Rambach, betitelt „Der große BersöhnungStag", Predigt über 3. Mose, 16, auf'S Neue be-! arbeitet von Ernst Hesse, Missionär unter Israel j zu Berlin, und ein Traktat „An die trauernden! Juden u f. w. vertheilt."! Oesterr. - Ungarische Monarchie. Pesth. Der ungarische Cultusminister hat - auf Vorstellung mehrerer israel. Gemeinden die j Verordnung, wonach den iSrael. Schulen wöchent-! lich nur 25 Stunden Unterricht gegeben werden! darf, wieder aufgehoben. ' (W. Jsr.) Pesth. Baron v. Hirsch hat dem Pesth. « israel. Frauenvereine zur Erweiterung des Mäd-! chen - Waisenhauses eine Unterstützung von 10,000! fl. zukommen lassen. Außerdem gründete der edle! Wohlthäler eine Stiftung, von deren Zinsen jährlich 10 Waisenmädchen in diesem Institute erhalten werden sollen. (W. Jsr.) Pesth, 7. Dec. Der „Pesth. Lloyd" schreibt: In unserem gestrigen Abendblatte veröffentlichten! wir ein auf die künftigen Direktoren der Osterrei-!. chisch-Ungarischen Bank bezügliches Comminiquö, j welches uns von Seite des ungarischen Bize-Gou-! verneurS Herrn v. Fest zugekommen war; wir ver-! öffentlichten dasselbe — ohne ein Wort hinzuzuj fügen oder hinwegzunehmen — nicht nur im Hin-! blick auf die hochachtbare und durchaus competente i Seite, von welcher es herrührte, sondern weil wir mit dem beruhigenden, Niemandem gegenüber offen-! siven Inhalt desselben vollkommen einverstanden

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