Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 19 (1878)
- Issue
- Heft 52 (25.12.1878)
- Date
- 1878-12-25
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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XIX. Jahrgang. M S2 Der Israelit. Ein Centtal-Organ für das orthodoxe Judenthum. HerauSgcgeben von vr. Lehman« in Mainz. Mittwoch, den 25. December 5639 (1878). Diese Zeitung erscheint wöchentlich einmal. Mittwochs, in mindestens 2 Bogen. Preis des Jahrgangs 10 Reichs-Mark. Man abonnirt ganzjährig, halbjährig oder vierteljährig. Alle Buchhandlungen und Postämter nehmen Bestellungen an. — Inserate 25 Pfennige die Petitzeile oder deren Raum. — Oesterreichische Banknoten laut Cours. — Directe Francozusendung unter Streifbarü» vro Jahrgang 12 Reichs-Mark oder 7 fl. österr. an die Expedition franco einzusenmn. WW" Pa mit dem 1. Jan. 1879 ein «enes Hnartak beginnt, fo erkanve« wir uns, die geehrten Abonnenten darauf aufmerksam zu mache«, daß namentlich Sei der Wost das Abonnement frühzeitig erneuert werden mnß, damit die Wersendung keine Unterbrechung erleide. Inhalt. Leitende Artikel: Die Vorgänge in Bonn. — Synagogen und Synagogengesang in London. — Zeitungsnachrichten und Correspondenzen: Deutschland: Berlin. — Oest.-Ung. Monarchie: Pesth. Pest. Pesth. — Rumänien: Bukarest. — Holland: Amsterdam. — Feuilleton: Rabbi Joselmann von Rosheim. Anhalt der erste« ZSeitage: Leitender Artikel: Der Niedergang des Resormjudenthums. Zeitungsnachrichten und -Correspondenzen: Deutschland: Main;. Berlin. Feuilleton: Gott zahlt's. Anhalt der zweiten ZSeilage: Zeitungsnachrichten und Correspondenzen: Deutschland: Berlin. Berlin. — Oeft -Ung. Monarchie: Neutra. Ragusa. — Rumänien. — Italien: Rom. Florenz. — Frankreich: Paris. — Seifet«»« Artikel. Pie Vorgänge in Wonn. Mainz, 18. Dec. Wir haben bereits vor mehreren Wochen die traurigen Zustände der alten und einst so ehrwürdigen isr. Gemeinde zu Bonn am Rhein beleuchtet. Dieselben haben bei einem jüngst verhandelten Processe eine traurige Illustration erhalten. Wir haben über die Proceßverhandlung schon in voriger Nummer berichtet. Wir wollen heute nur die „merkwürdige" Aussage des Herrn Rabbinen vr. Schreiber zu Bonn über „1 rep ha" naher ins Auge fassen. Der Herr Rabbiner (!) gestand zu , in einer Bahnhofsrestauration »unkoschere" Fleischbrühe genossen zu haben; fügte aber bei, daß dieselbe nicht „trepha" sei, denn „trepha" heiße nur von einem wilden Thiere auf dem Felde „Zerissenes", und daß selbst die Orthodoxen sich über die rabbinischen Vorschriften hinwegsetzen. Aus dem, was die Zeitungen über den in Rede stehenden Proceß berichtet haben, scheint hervorzugehen, daß Herr 1)r. S. behauptet, „trepha" heiße nur von einem wilden Thiere ZerisseneS. Das allein sei nur biblisch zum Genüsse verboten; alle übrigen Speisegesetze seien nur rabbinisch, und diese seien antiquirt. Unsere geehrten Leser werden mit uns im höchsten Grade über solche Aussagen eines sich Rabbiner nennenden Mannes entrüstet sein! Und diese Aussagen seien sogar durch Gutachten von den bedeutendsten rabbinischen Autoritäten bestätigt. Wer mögen diese sein? Holdheim und Geiger sind lange todt und Stein in Frankfurt am Main hat längst aufgehört, zu den Rabbinen zu zählen. Uns ist in ganz Europa kein Rabbiner bekannt, der solchen thörichten Auslassungen zustimmen möchte. Ehe wir das Wort „trepha" beleuchten, wollen wir hervorheben, daß es noch andere biblische Speiseverbote gibt, wie Behemah temeah, Of tame, Chajah temeah, Dag tame, Chagawim temeim, Scherez u. s. w. — eine ganze Reihe von Thieren,