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Der Israelit · 1878-12-18 · Heft 51 (18.12.1878) · page 12

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Journal
Der Israelit
Volume
19 (1878)
Issue
Heft 51 (18.12.1878)
Date
1878-12-18
Page
– (sequence 12)
Language
German
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fe\''V " ■ ' ' ' ■■■■'■■". ' 1262 r.. Gesellschaft „Familienverein" einen gediegenen Vortrag über die großen. Vortheile der n^D vom medieinischen Standpunkte. — Herr Rabbiner Weimann in Buchau hielt vor etlichen Tagen vor einer christlichen Gesellschaft in Biberach einen k Vortrag über den Talmud, der großen Beifall L;:.. erntete und in allen inländischen Blättern lobend . erwähnt wird. F r a n k r e i ch. Paris sMonatSbericht (November) der All. Jsr. Univ.) (Schluß.) Seit Beginn der serbischen Occupation hat man den Israeliten Alles, was sie bei der Flucht der Türken gekauft hatten, genommen; 1500 Zechinen sind ihnen auf diese Weise geraubt worden; 2 oder 3 israel. Kaufleute wurden ins Gefängniß geworfen, ohne Nahrung gelassen und konnten keine Verpflegung erhalten, da man nicht wußte, wo sie sich befinden; man trieb eine enorme Summe Lösegeld von ihnen ein. Andere Leiden, mit denen man die Israeliten überhäufte, sind folgende: 1. Sonst wurde der Wochenmarkt von Nisch am Montag abgehalten; seit Ankunft der Serben hat man ihn auf Samstag verlegt, um die Israeliten von ihm fernzuhalten, die sich hierdurch der Mittel beraubt sehen, für den Unterhalt ihrer Familien iV zu sorgen; sie haben es sich viel Geld kosten lassen, 'X um eine Rücknahme dieser Maßregel zu erlangen, ) Sf vergebens; man hat ihnen Versprechungen gemacht, die nicht gehalten worden sind. — 2. Die Israeliten sind mit unerträglichen Steuern und Taxen belastet worden, die sie nur leisten können, indem sie ihre Kleider verkaufen. — 3. Man hat sie mehr als die Anderen zur Frohne arbeiten lassen. — 4. In jedem Augenblicke werden ihre Waarenlager überfallen und geplündert; die Gerichte und die Polizei bleiben bei ihren Beschwerden stumm. — 5. Die Serben zwingen sie, ihre Läden an den serbischen Feiertagen zu schließen. — 6. Sie können nicht mehr Fleisch essen, weil man ihren Schochet nicht mehr ins Schlachthaus läßt; ein einziger Laden ist ihnen gelassen worden, aber wenn das Thier trefa wird, so haben sie kein Fleisch mehr zu essen; sie hatten daran gedacht, eine eigene Fleischerei zu eröffnen, mußten aber davon abstehen, da sie das Fleisch, wenn es für trefa erklärt worden, nicht verkaufen könnten; sie wären in diesem Falle gezwungen, es ins Wasser zu werfen, denn die Bulgaren behaupten, daß das Fleisch der Juden sie krank machen würde. — 7. Sie haben neulich constatirt, daß mehrere Gräber auf ihrem Friedhofe zerstört worden sind, namentlich dasjenige des Haim Karyo, eines am 1. Oct. c. verstorbenen reichen Kaufmannes, dessen Leich- ■ nam am 1J. November c. aus dem Grabe gezogen : und in kleine Stücke zerschnitten worden ist, die man fortgetragen hat; die Behörde hat noch nichts; gethan, um die Schuldigen zu entdecken. Diese! Profanation hat sich 4 Tage später bei 4 anderen , isr. Gräbern wiederholt, die weißen Todtenkleider! wurden auf der Straße gefunden. Die Israeliten haben Genugthuung für diese Beschimpfung verlangt, aber man hat ihnen geantwortet, daß das Fleisch der Juden ein wirksames Heilmittel gegen die Viehkrankheiten ist. Sie glauben, daß man sie in Furcht jagen und zwingen will, das Land zu verlassen. (Die Israeliten der Türkei.) Die HH. Beneziani und Mosse von Toledo, Präs, des Comitäs von Adrianopel, beantragen, daß das C.Comitä ihnen die zur Erhaltung der Flüchtlinge von Adrianopel von jetzt bis zum nächsten Frühjahr nöthigen Summen votiren möge. Es wären hierzu 4( 0 Pfd. trk. monatlich erforderlich (9200 Fr.), d. h für 5 Monate 2000 Pfd. oder 4 ,0l)0 Fr.; H. Baron v. Hirsch will die Hälfte dieser Summe und außerdem Graf v. Camando 10,000 Fr. beitragen; die Alliance hätte also nur die andere Hälfte zu zahlen. Eine ähnliche Summe ist für die in Constantinopel sich aufhaltenden Flüchtlinge nöthig. — Das C.-Comitä hat zu diesem Zwecke eine Summe von 40,000 Fr. aus der türkischen Sammlung votirt. Diese Summe bildet mit den 23,000 Fr. des H. Baron v. Hirsch und den 10,000 Fr. des H. v. Camando eine Gesammtsumme von 73,000 Fr., die zur Unterhaltung der Flüchtlinge von Adrianopel und Constantinopel auf 5 Monate dienen soll. Der H. Großrabbiner von Adrianopel, sowie die anderen isr. Mitglieder der Verwaltungsräthe sind von der russischen Regierung decorirt worden, eine Auszeichnung, die nur der jüdischen und türkischen Gemeinde ertheilt wurde. F e » i I 1 e t o u* Hott zahlt's. ’) Es ist vielleicht gerade hundert Jahre her, vielleicht auch zehn oder zwanzig Jahr länger, daß sich die merkwürdige Geschichte ereignet hat, die ich Dir, lieber Leser, erzählen will; auf Tag und Datum kann ich's nicht genau angeben; denn ich habe sie nicht aus Büchern, sondern aus dem Munde glaubwürdiger Männer, die sie von ihren *) Nachdruck ohne Erlaubnis des Verfassers nicht gestattet; Uebersetzungsrecht Vorbehalten.

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