Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 19 (1878)
- Issue
- Heft 50 (11.12.1878)
- Date
- 1878-12-11
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 93% known words query
- IRI
…/2446951-2447747-2447794--15606-2471561- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
rabbinerliche Friedensstimwe durchdrungen sein mag. Jedenfalls genügt er, um festzustellen, wo in der israelitischen Gemeinde zu Cassel sich daS verderbliche Schlangengift der heuchlerischen Entstellung, und wo sich die „Milch der Wahrheit" findet. Sollte er nicht genügend befunden werden, so steht uns noch ein reichliches Material zur Verfügung, von welchem wir aber zunächst abstehen wollen, weil wir zur richtigen Würdigung der weiteren Unwahrheiten und Ungeheuerlichkeiten, die uns hier aufgetischt werden, die Geduld des Lesers ohnedies etwas langer als sonst in Anspruch nehmen müssen. (Fortsetzung folgt.) Literarischer Bericht. Predigt, gehalten in der Synagoge zu Lübeck am «-duc rot? 56 >9 von Dr. S. Carleb ach.*) Einem alten Erfahrungsgesetz zufolge soll man Predigten hören, aber nicht lesen. So richtig diese Erfahrung im Allgemeinen auch sein mag, so wahr es auch ist, daß der schönste Reiz einer Predigt, die Macht des gesprochenen, aus überzeugtem Herzen quiüenden Wortes der gedruckten Predigt abgeht, so skeptisch auch das Auge undso sanguinisch auch das bloße Ohr urtheilt, man muß es dem Verfasserder vorliegenden Predigt Dank wissen, daß er diese Bedenken nicht gescheut, und seine Predigt dem Drucke übergeben Hai. Einfach und schlicht in der Ausführung, kernige , treffende Sprache, die nicht durch Schwulst zu glänzen sucht, treffliche, sachgemäße Gedanken und Erklärungen der eingestreuten Bibel- und Talmudftellen, das sind die charakteristischen Züge dieser nicht sehr umfangreichen Predigt. — Als Text dienen die ersten Verse des Wochenabschnittes mxn, die zu diesem Zweck in wahrhaft künstlerischer ungezwungener Werse nach allen Seiten hin beleuchtet werden. — Das Einfache und Natürliche, das man in so vielen modernen Predigten vermißt, übt in dieser Predigt einen überaus anziehenden Reiz selbst auf den Leser aus. Die Form thnt der Innigkeit des überzeugenden Inhalts keinen Eintrag; jede Zeile bezeugt dem Leser, daß eS adn lv v'-rrw.i d>-oi sind, welche ihm hier geboten werden. Möge die beifällige Aufnahme, die diese Predigt sicherlich allerwärts finden wird, den Verfasser veranlassen, noch recht oft die jüdische Predigt- Literatur mit seinen Beiträgen zn bereichern, da wir an guten jüdischen Predigten anS neuester Zeit keinen Uederfluß haben. AeitrrvgSnachrichteit und Correspondenzen. Deutschland. Höchberg. Wiewohl vorauszusehen war, daß in dem nahen Würzburg ein größerer nsv.i veranstaltet würde, glaubte unser verehrter OrtSrabbiner, Herr I. Ehreureich '"2 einer Pflicht zu genügen, wenn auch hier in einem kleinen Orte, woselbst aber die irdischen Reste des großen jwn am ’iSi T*Vn"o ihrer baldigen Auferstehung harren — ein solcher gehalten werde, wie er denn dieses auch einleitend in seiner von tiefstem Schmerze zeugenden, herzergreifenden nenn-Rede begründete durch den nan rnffSJ Nrv2 ’ino *>dnö: 'von ’j>T . . . ’JoriJ ia nach der Interpretation des O'npd n2'2. Den eigentlichen Text: mwon onan 'i by 'oi ppit» führte der oft mit von Thronen erstickter Stimme sprechende, tiefergriffene Redner nach mtoiy d'-idx aus, wobei er sich eingehend über den vierten Punkt verbreitete, schilderte dann mit beredten Worten ein getreues Lebensbild des "iDD2n, von welchem ich Folgendes, als noch wenig bekannt anzuführen mir erlaube: „Kam er (leojn) in die Stadt (W.), um Maaren einzukaufen. so lenkte er seine Schritte in die Wohnung eines Mannes, der ihm unentgeltliche Waare gab; das war der große 22^a Dmax '-1 an; und dann blieb er dann zuweilen, bis der ihn erinnerte, nach Hause zurückzukehren." Weiter forderte der verehrte "pedd die Anwesenden auf, dem -rhabenen Beispiele 12027» btt möglichst nachzuahmen, wobei er treffliche Erklärungen feines großen Meisters und Lehrers auf die ttbv 'by ,p«n ms» no dp Dno»o: ,T”nn mma o-a und . . . dp 22-, svaw r»"n Pa wjwd nd» '&WD 6opn d« mau mit cinfließen ließ. Der nahezu eine Stunde währende war vielfach mit min oan durchwoben, zeigte so recht, dS2 Prui ~\w o und schloß nnt dem pme: mn« ->'2v nttfw 'ns lDina "jPnno .e *) Preis 10 Pf. Der Reinertrag wird dem „(Jomite zum Bau einer Synagoge und Schule in Lübeck" überwiesen.