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Der Israelit · 1878-12-11 · Heft 50 (11.12.1878) · page 7

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Journal
Der Israelit
Volume
19 (1878)
Issue
Heft 50 (11.12.1878)
Date
1878-12-11
Page
– (sequence 7)
Language
German
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1233 stellt worden sind oder werden festgestellt werden. So lange es demnach in unserer Macht stehen wird, den Modus festzustellen, unter welchem diese Fremden Rumänen werden können, laufen wir keine Gefahr; denn wir haben zum Führer daS Gefühl der nationalen Erhaltung. (Siehe Schluß in der 2. Beilage.) Feuilleton. Kabbi Joselmann von Aosheim. Eine historische Erzählung. XXI. Seitdem der Elsaß*) wieder deutsch, wird er häufig von deutschen Touristen besucht, welche die schönsten, landschaftlichen Punkte fleißig aufsuchen. Der schönste dieser Punkte ist unstreitig der Ottilienberg, auf dessen Spitze oder vielmehr Rücken, circa 3000 Fuß über der Meeresfläche, das Kloster Hohenburg liegt, ein heute noch viel besuchter Wallfahrtsort. Das Kloster soll Eticho. der erste Herzog von Elsaß, für seine Tochter Ottilie gebaut haben. Einst stand Göthe auf dieser Höhe, »von wo er den herrlichen Elsaß wie ein Amphitheater übersah." — „Einer mit Hunderten. ja Tausenden auf den Ottilienberg begangenen Wallfahrt", so erzählt uns der Dichter, „denk ich noch immer gern. Hier, wo das Grundgemäuer eines römischen Castells noch übrig, soll sich in Ruinen und Steinritzen eine schöne Grafentochter aus frommer Neigung aufgehalten haben. Unfern der Capelle, wo sich die Wanderer erbauen, zeigt man ihren Brunnen und erzählt gar manches Anmuthige. Das Bild. das ich mir von ihr machte, und ihr Name prägte sich tief bei mir ein. Beide trug ich lang mit mir herum, bis ich endlich eine mei-- ner zwar spätern, aber darum nicht minder geliebten Töchter damit ausstattete." — Es ist die Ottilie in den „Wahlverwandtschaften", auf die der Dichter hier anspielt. — Als der größte deutsche Dichter sich an dem schönen Landschafts» bilde erquickte und sich die Sagen von der blindgeborenen Tochter Herzog Eticho's, Ottilie, die durch den nach ihr benannten Brunnen das Augenlicht erhalten haben soll, erzählen ließ, da war wohl Niemand da, der ihm von den vielfachen *) In neuerer Zeit sagt man „der" und nicht „daS Elsaß". und entsetzlichen Leiden der Söhne Juda'S in diesem schönen Elsaß berichtete, namentlich in der deutschen Reichsstadt Oberehnheim, die sich so hübsch am Fuße des Ottilienberges ausdehnt Eia kleines Blatt aus der Geschichte jener zahllosen Leiden wollen wir hier dem geehrten Leser aufschlagen. Hart am Fuße des Ottilienberges, aber noch innerhalb der Stadtmauern von Oberehnheim stand ein viereckiger Thurm, das Gefängniß der Stadt. Durch die schwere Ersenpforte desselben führte der Kerkermeister den Helden unserer Geschichte in ein düsteres Verließ. das sein spärliches Licht durch enge, mit Eisenstäben vergitterte öcher in der Mauer erhielt. Hier lagen auf dem Stroh drei Jammergestalten: Raphael von Dembach, Michael von Reichshofen und Raphael von Oberehnheim. Die Armen waren an Händen und Füßen gefesselt. Als sie Rabbi Joselmann erblickten, wollten sie sich erheben, allein die schweren Ketten hinderten sie daran. Dieser aber brach in Thränen aus und rief: „Wehe mir, meine Brüder, daß ich Euch so erblicken muß!" „„Kommt Ihr als unser Befreier?"" fragte Michael von Rei^shosen. „Wollte Gott, ich könnte das sagen; allein es ist wenig Aussicht dazu vorhanden. Der schuftige Ankläger hak seine Aussage beschworen; er selbst wird aufs Rad geflochten werden, und Euch wird es, wenn Gott nicht ein besonderes Wunder thut, das Leben kosten." „„Wessen klagt man uns an?"" fragte Raphael von Dambach. „Wie, Ihr wißt daS nicht einmal?" „„Man hat uns eingekerkert, ohne uns zu. sagen, weßhalb."" „Der lange Dieterich . . . ." „„Ah, ist es das? Hat der Schurke seine Drohung wahr gemacht?'" „Er behauptet, Ihr hättet ihn gedungen, eine Hostie zu stehlen." „„Und den Unsinn glaubt man ihm? " „O, meine Brüder, es ist ein böses, schlimmes Volk, in dessen Mitte wir leben. Man schmiedet die thörichtften Anklagen gegen uns, um uns zu tödten und zu berauben." „,,O. Gott"", ries Raphael von Oberehnheim, „„was haben wir verbrochen, daß uns Solches treffen soll?"" „Sprich nicht so, Raphael! Willst Du Gott, den Herrn, meistern? Freue Dich lieber, daß Dich Gott der Gnade würdigt, daß Du Dein Leben darfst hingeben zur Verherrlichung des göttlichen RamenS. Als man den großen Rabbi Akiba mit erschrecklichen Foltern zu Tode quälte, verherr-

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