Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 19 (1878)
- Issue
- Heft 50 (11.12.1878)
- Date
- 1878-12-11
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
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sich die Rechtscommission der Stadtverordneten, welcher die Eingabe zuging, nicht für dieselbe ausgesprochen. Bonn, 5. Dec. Gegen den ehemaligen Rabbiner , Herrn Dr Philippson. Redacteur der „Allgemeinen Zeitung des Judenthums", ist bei dem hiesigen Gericht von Herrn Rabbiner Dr, Ehrmann in Cassel eine Klage wegen Verleumdung erhoben worden, anläßlich eines Schmähartikels, welchen das genannte Blatt vor einigen Monaten brachte. — Zu dem am heutigen Tage deshalb anqesetzten Termin ist Herr Dr Phrlippson nicht erschienen, angebilch wegen — Krankheit, weshalb die Verhandlung verschoben wurde. — Herr Dr. Philippson würde aus diese Weise die freudige Genugthuung erleben, daß man in orthodoxen Kreisen um seine baldige Genesung betete, wenn der Kläger nicht, wie man uns mittheilt, dem Vers, des Artikels auf der Spur wäre, und also wohl diesen selbst zur Verantwortung ziehen wird, so daß Herr Dr. Ph. seine Reconvalescenz deshalb nicht zu überstürzen braucht. — Der Autor jenes wegen Verleumdung incriminirt n Artikels aus Cassel soll ein sehr ehrwürdiger, „friedliebender" Mann sein. Hoffentlich ist die Krankheit des Hrn. Dr. Philippson nicht ansteckend. Bornheirrr bei Bonn. Am 2. d. M. gegen Mittag brach in hiesigem Orte auf offener Straße ein gut gekleideter junger Mann, scheinbar schwer erkrankt, plötzlich zusammen. Derselbe wurde sofort in die^Wohnung eines christlichen Bewohners geschafft, und litt anscheinend an einem heftigen epileptischen Zufalle. Die allgemeine Theilnahme, sowohl bei Israeliten als Nichtjuden, war eine wahrhaft ergreifende; ja es flössen reichliche Thränen am Lager des dem Anscheine nach Endenden. Aerztliche Hilfe wurde herbeigeschafft, die bestmöglichste Pflege ward ihm zu Theil. — Derselbe nennt sich Heinrich Knina, ist aus Prag und besitzt außer einem auf diesen Namen lautenden Paffe, ein Patent von der Behörde zu Mainz, welches zum Haufiren mit Regenschirmen im Großherzogthum Hessen berechtigt. — Nachdem derselbe am andern Tage sich soweit erholt hatte, daß er die Reise fortsetzen zu können glaubte, wurde er, da er gänzliche Mittellosigkeit angab. von hiesiger isr. Gemeinde aufs Reichlichste unterstützt. — Nachträglich erfahren wir nun. daß ein ganz ähnlicher Fall einige Tage früher in Weilerswist, einem nicht fernen Orte, vorgekommen sei» und liegt die starke Vermuthung nahe, daß wir es mit einem sehr raffinirten und gefährlichen Schwindler zu thun hatten, vor den wir besonders die kleineren Landgemeinden zu warnen nicht zu unterlasse« glauben dürfen. L. Tannenwald, Lehrer. Grarrderr-, im Marcheschwan. Obwohl Sie bereits mehrere dhsdh über den Tod T'sn jwn Per 3"n ppwi veröffentlicht haben, so erlaube ich mir dennoch. Sie ganz ergebenst zu ersuchen, folgende« Bericht in Ihr geschätztes Blatt aufzunehmen. Am Sonntag, den 21. d. M., hielt Herr Rabbiner Dr. B a e r in der Synagoge der Casper Lachmann'schen Stiftung einen Heßped um das Hinscheiden des »6n 3H pns» 'ino jn""in mPPi ab. Ich bedaure es sehr, nicht Alles wiedergeben zu können, was die geistreiche Rede in vielen Talmud- und Midraschstellen enthielt; jedoch, so viel in meinem Gedächtnisse geblieben ist, erlaube ich mir hier kurz mitzutheilen. Anknüpfend an die Stelle n"i pp 3yio p pris’ rr6y nns um» mrsu ru -d onnsn votm eo dvo orn ncpp schilderte der Redner in ergreifenden Worten den großen Verlust, welchen eine hervorragende Gemeinde, eine edle Familie, ein großer Schülerkreis und das gesammte Israel der Gegenwart erlitten. Sodann entwarf derselbe mit Zugrundelegung der Worte aus dem Wochenabschnitte «V3 PJ3 PN 7NL' ItfrN pOP 1VIJH» '3 nnx ein Lebensbild des großen Verewigten, das auch das hiesige Publikum, welches von den Werken und der segensreichen Wirksamkeit des Verblichenen früher wenig erfahren hatte, vielfach zu Thränen hinriß. Auch den Redner, welcher ein PN31Q -poPn des Verblichenen ist, hatte eine mächtige Bewegung ergriffen, welche die Zuhörer unwillkürlich mitergriff und welche sich besonders bei der Erläuterung der Stelle 3py» V'i rrtysj ru u 'oi «ddo »330 wenn»«« geltend machte, welche err Dr. Baer dahin erklärte, daß man nach dem Hintritte eines großen Mannes in vielen wichtigen Fragen seine Zuflucht zu Männern von geringerer Bedeutung nehmen muß. welche neben dem Verewigten nicht beachtet wurden u. s. w. Hochgeehrter Herr Redacteur! Es ist nicht meine Absicht, die meisterhaften Worte des Herrn! Dr. Baer zu schildern, denn einerseits ift trmon! "tp’p besonders bei einem solchen Verlust, der wahr- > Haft und bei Jedem, der nur einen Funken von reo»! Q»Dtp in sich hat, die doppelte Empfindung wach- I ruft, andererseits wäre es eine Anmaßung von > mir, ein Urtheil zu fällen über einen Mann, der j durch seinen Scharfsinn und sein überaus reichei Wissen in crpD',31 o'P unter gelehrten Kreise« und j n*nm »^n: eine hervorragende Stellung einnimmt und ich dadurch nur als cop5? myi mino gelten , könnte. Die musterhaften Thaten dieses pn ’mnPn