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Der Israelit · 1878-12-04 · Heft 49 (4.12.1878) · page 6

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Journal
Der Israelit
Volume
19 (1878)
Issue
Heft 49 (4.12.1878)
Date
1878-12-04
Page
– (sequence 6)
Language
German
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1204 Posen, 29 Nov. Wegen des am 4. Juli hier stattgefundenen Raubmordes an der Wittwe Mendelsohn und deren I7jähriger Gesellschafterin Smigielska verurtheilte das Schwurgericht nach zweitägiger Verhandlung die Raubmörder Gawronski, Ossowski und Dolatz zum Tode, Anstifter Tischlermeister Lehnert zu 10 Jahren, Lehnert jun. zu 8 Jahren, Winkelconsulent Lubitz zu 15 Jahren Zuchthaus. (B. T.) Orb, 28. November. Der hier erscheinende Bezirksbote brachte in seinem Beiblatte in letzter Nummer folgende Notiz: Ben Akiba dürfte mit seinem ewigen „Alles schon dagewesen" doch nicht durchweg Recht haben. In Nieder - Saulheim (Rheinhessen) wurde am 14. October in einem Oaslhof ein isr. Festball abgehalten, aus welcher Veranlassung der Wirth, wie er bekannt machte — ein fettes Schwein schlachtete. (Das Schwein war wohl für die chr. Gäste geschlachtet. In Nieder- Saulheim und Umgegend gibt es wohl nur wenige Juden, die sich so flagranter Gesetzesübertretung schuldig machen würden. — Red.) Von der Fulda. Gestatten Sie mir zu meiner Correspondenz in Nr. 46 eine kurze Ergänzung bezw. Berichtigung hinzuzufügen. — Das kurhessische Landrabbinat, welches 1854 die berüchtigte Synagogenordnung einsühren wollte, bestand damals aus den Herren Landrabbiner Dr Adler, Rabbiner Felsenstein, Gersfeld, Rabbiner Wetzlar und dem damaligen Provinzialrabbiner von Fulda, Dr. Rosenberg d"i. Daß die beiden letzteren d't6 p nicht für die einzuführende Synagogenordnung stimmten, braucht nicht erst erwähnt zu werden. Sie blieben mit ihrem Proteste jedoch in der Minorität. Berichtigen muß ich noch, daß das Mecklenburger Landrabbinat, welches fein Verbiet über die kurhessische Synagogenordnung aussprach, damals nicht von Herrn Dr. Cohn, sondern von Herrn Oberlandsrabbiner Lipschütz verwaltet wurde. G. Mühlhausen Wie verlautet, wird das Project der Gründung einer Talmudschule Hierselbst bald verwirklicht werden, und hat man bereits zur Leitung derselben eine tüchtige Lehrkraft in's Auge genommen. Wir glauben uns nicht befugt, heute den Namen der betreffenden Persönlichkeit zu veröffentlichen und beschränken uns nur, die Versicherung auszudrücken, daß die Acquisition des betr. Candidaten für die religiöse Bildung unserer Jugend von unberechenbarem Bortheil wäre. ES scheint, daß man zuerst nur die Errichtung eines mehrklassigen hebräischen CursuS bezwecken will, welcher natürlich die sichere Basis der einstigen Talmudschule bilden soll. Die ersten Mittel zur Gründung und zum Unterhalte der besagten Institution werden vorerst durch eine hier er öffnete Subscription gedeckt, da es sich zunächst nur um eine Gemeindeanstalt handelt, und deßhalb auf einen Theil der Collecte, die im ganzen Elsaß zur Gründung von rabbinischen Schulen veranstaltet wurde, kein Anspruch gemacht werden kann. Wir hoffen von diesem lobenswerthen Unternehmen recht bald Erfreuliches berichten zu können und sagen von Herzen dem Förderer desselben „Jejascher Kochacho". (Isr. Els.-Lothringen.) Rumänien. Bukarest, 27. Nov. Die bei der Eröffnung der Kammer von dem Fürsten verlesene Thronrede constatirt, Rumänien sei von keinem Kriege mehr bedroht und dessen Unabhängigkeit von ganz Europa anerkannt. Die Nachbarmächte hätten bereits ihre diplomatische Vertretung am fürstlichen Hofe veranlaßt. Die Thronrede "spricht die feste Zuversicht aus, daß die andern Großmächte bald diesem Beispiele folgen werden und fügt hinzu: Die rasche Herstellung der diplomatischen Beziehungen in officieller Weise zwischen diesen Staaten und Rumänien hängt theilweise von Ihnen ab. Sie werden alsbald das Land auf verfassungsmäßigem Wege in die Lage versetzen, den Erwartungen Europas zu entsprechen und dem moralischen Interesse zu genügen, das den Rumänen selbst zu Gute kommt, nämlich aus der Verfassung das nicht mehr mit der Aufklärung des Jahrhunderts im Einklang stehende Princip der politischen Ungleichheit wegen des Glaubensbekenntnisses zu streichen. Bukarest Der neue italenische Gesandte für Rumänien erhielt von seiner Regierung den Auftrag sein Beglaubigungsschreiben dem Fürsten Carl nicht eher zu überreichen, bis er die formelle Zusicherung erhalten haben wird, daß die Frage wegen vollständiger Gleichstellung der Juden in kürzester Zeit gelöst werden solle. Türkei. ~ Aus Corrfiantinopel wird über einen Mortara-Fall berichtet. Ein Jude Namens Belkowitsch

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