Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 19 (1878)
- Issue
- Heft 48 (27.11.1878)
- Date
- 1878-11-27
- Page
- – (sequence 18)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 97% known words query
- IRI
…/2446951-2447747-2447792--15563-2471516- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
•wr.-**? > •..*’ ■vyr*'?’; ’>•* chem der Nachwelt der Zweck dieses Gebäudes mitgetheilt wird nebst allen Bedingungen, die hieran geknüpft sind, sprach der besagte Gründer unserer Talmud-Thora-Squle in äußerst gerührter und gehobener Stimmung u«nn». Er dankte dem Allgütigen mit begeisterten Worten für die große Huld, die Er ihm gewährt, in so kurzer Zeit ein so hübsches und in jeder Beziehung entsprechendes Gebäude für dieses so nothwendige und zeitgemäße Unternehmen Herstellen zu lassen und den größten Theil der hieraus erwachsenen Unkosten, die sich auf mehr als 10,000 M. belaufen, decken zu können. Er zollte die wärmste, aufrichtigste Anerkennung jenen Edlen Israels, die ihn bisher in würdiger Opferbereitwilligkeit unterstützten. Wenn auch momentan die zur Disposition stehenden Mittel noch nicht hinreichen, alle eingegangenen Verbindlichkeiten zu erfüllen, so sprach er die sichere Zuversicht aus, daß das Wohlwollen der vielen Freunde und Gönner der Anstalt, sowie der opferfähige Gemeinsinn, der ja Israels Kinder stets auszeichnete, auch bald diese drückende Sorge von seinen Schultern wälzen werde, so daß er dann seine Aufmerksamkeit einem andern Zwecke, der Unterstützung unbemittelter Zöglinge in bedeutenderem Maße als dies bisher der Fall sein konnte, zuwenden könne. Sich an die Zöglinge wendend, schilderte er ihnen ausführlich die Motive, die ihn zur Gründung der Anstalt veranlaßt und die ihn stets bei der Direction und bei dem Unterricht geleitet, nämlich Gelegenheit zu bieten, gründliche Kenntniß der Thora nebst wahrem Wissen und würdiger Bildung erwerben zu können, auf daß echte Jehudim, gediegene Charaktere und edle Menschen unsere Lehrer und Führer werden. Um dieses Ziel zu erreichen müsse von Seite der Lehrer die lebhafteste Begeisterung und die wahrhafteste Hingabe an diese hl. Sache, von Seiten der Dchüler'aber Fleiß. Aufmerksamkeit und würdiger Eifer vorhanden sein. Was in seinen Kräften stehe, werde er mit aller Beharrlichkeit und Freude zur Erreichung und Behauptung dieser höchsten Güter Israels aufbieten, er erwarte aber auch, daß alle Zöglinge ihre Pflicht erfüllen werden. Hierauf wurde der Unterricht in «loa sogleich eröffnet. Mögen die Wünsche und Hoffnungen dieses edlen Mannes sich recht vollkommen realisiren, möge die Anstalt sich stets als eine üppige, segensreiche Pflanzstätte des wahren Thorastudiums und der wirklichen Bildung bewähren und möge sich dieses so gemeinnützige Unternehmen zu jeder Zeit des allgemeinen Wohlwollens erfreuen. 1192 Würzbitrg, im Marcheschwan. Wenn die Sonne bei ihrem Untergänge sich nochmals in ihrem Glanze zeigt, sich dann jählings unserm Gesichtskreis entzieht, dann stehen wir staunend ob dieser geschwundenen Größe da und senden ihr noch einen wehmüthigen Blick nach. Die Nacht bricht herein und hüllt uns in tiefes Dunkel, ein unheimliches Gefühl beschleicht uns und die Wohlthat des großen Himmelskörpers wird uns erst klar bei dem Schwinden seines Lichtes. Aber ist denn diese Sonne wirklich nicht mehr, ist sie verloren, wenn sie unserm Gesichtskreis entzogen, sendet sie ihr Licht nicht von der andern Hemisphäre her in den zahllosen Sternlein am Firmamente, um uns die Nacht zu erhellen, um uns durch deren Glanz zu erfreuen und uns von Neuem zur Bewunderung aufzufordern? Auch am Firmament des Judenthums ist eine Sonne untergegangen in unserm theueru, unvergeßlichen, großen Lehrer und Führer a"run mn y's": »lfo an priL' an deren Strahlen wir uns erwärmten, deren Glanz uns zur Bewunderung hinriß. Sie ist untergegangen am hellen Mittag, uns in Nacht, in tiefe Trauer versetzend. Aber ist sie denn wirklich aus dem Dasein verschwunden, weil sie unserm Gesichtskreis entrückt? Nein, isopj ddidd D’pny. Er sendet uns sein Licht von dem Jenseits her in den zahllosen Sternen, seinen Werken und Handlungen. ’pnsDi -iyi o’aaiaa o»a-i, die zum Frommen Andrer lebten, die ihr Zeitalter zur Tugend und Frömmigkeit leiteten, sie werden glänzen wie die Sterne immer und ewig. Nein, der Mann ist nicht gestorben, er hat ja so gelebt, daß er nie sterbe, daß er in seinen Handlungen und in seinem Beispiele ewig fortlebe. Darum lasset uns dieses Leben noch einmal bei seinem Scheiden aus unserer Mitte recht kennen lernen und wenn auch bereits schon Vieles hierorts und allwärts gesagt worden, so mag es für Diejenigen, welche das Glück hatten, dieses erhabene Bild von Gottesfurcht, Heiligkeit, Gelehrsamkeit und Tugend von Aug zu Aug kennen zu lernen, Pflicht fein, dasselbe zum Gemeingut Aller, zum Gemeingut namentlich aller Derjenigen zu machen, die gerne ein offenes Aug haben zu sehen, wo so Herrliches zu schauen. Darum möge es auch dem Einsender vergönnt sein, zu dieser Aufgabe mit schwacher Kraft beizutragen und diese geschätzten Blätter als würdiges Organ in Anspruch zu nehmen. Wohl hatte auch unser Jahrhundert seine großen Männer, und verzweifeln wir nicht ab o ptw, es hat sie noch OTi'w ‘n; jedoch