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Der Israelit · 1878-11-27 · Heft 48 (27.11.1878) · page 6

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Journal
Der Israelit
Volume
19 (1878)
Issue
Heft 48 (27.11.1878)
Date
1878-11-27
Page
– (sequence 6)
Language
German
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Punkt 16 sagt: Diejenigen Rabbi oder Religionslehrer, welche die Matrikel nicht nach den obigen Vorschriften führen, sind mit angemessenen Geldstrafen zu belegen, von ihrem Amte zu entsetzen und für ein solches für immerwährende Zeit als untauglich zu erklären. Punkt 17 und 18 bespricht das Verfahren und die Pflichten des Rabbiners bei vorkommenden Scheidungen vom Tisch und Bett, so auch den diesfälligen Instanzenzug. Punkt 19 bestimmt die nöthige Intervention der Vormundschafts-Behörde oder des Kurators bei Ehescheidungen Minorenner, mit Bezug ans allenfalls vorhandene Kinder und mit Bezug aus die Theilung des Vermögens. Punkt 20 und 21 enthält Bestimmungen, wenn nur der eine Theil die Scheidung wünscht, der andere Theil aber hierzu die Einwilligung verweigert. Punkt 22 und 23 besondere (erschwerende) Gründe, welche das Urtheil aus sofortige Ehescheidung begründen, als: Verübung von Verbrechen, unmoralischer, die guten Sitten der Familie verletzender Lebensweise, Gewaltthätigkeit gegen das Leben und die Gesundheit u. s. w. Punkt 24 und 25 über den durch den Gatten der Gattin zu verabfolgenden Trennungsbrief und die hierauf bezüglichen Pflichten des Rabbiners. Punkt 26. Wenn die Gattin treubrüchig wird und die That bewiesen werden kann. Punkt 27. Uebertritt zur christlichen Religion löst die Ehe nicht, sondern kann nur im Sinne der Punkto 24, 25 und 20 gelöst werden, und schließlich derselbe Punkt: wenn beide Gatten zur christlichen Religion übertrete?!. Holland. Amsterdam. Der König der Niederlande hat zur Errichtung einer Synagoge ln Zutphen 1200 fl. uud zur Renovirung einer andern 509 fl. gegeben. (Arch. isr.) Frankreich. Paris (Monatsbericht (Oktober) der „All. Isr. Univ."): (Die Israeliten von Rußland.) Eine russische Zeitung von Odessa hat das Gerücht in Umlauf gesetzt, daß die „All. Isr. Univ." zur Verbesserung > der Lage der Israeliten von Rußland von der Regierung dieses Landes große Landstrecken erj halten habe, um isr. Ackerbau-Colonien einzurichj ten, und daß sie bereit wäre, jedem Israeliten! Parcellen zu geben, der um solche behufs Cultivi-! rung derselben nachsuchen würde. Bis jetzt ist! diese Nachricht ohne jeden Grund. Es ist jedoch sehr bezeichnend, daß eine Anzahl isr. Gemeinden sofort an das Central-Comitö geschrieben und um Terrain gebeten hat und daß die in großer Menge Unterzeichneten sich sehr beflissen zeigen, sich dem Ackerbau zu widmen. (Die Israeliten von Marocco.) Die Lage in Marocco ist noch immer sehr traurig; die Epidemie hat Casabianca erreicht, wo sie in drei Tagen 600 Personen getödiet hat, und Rabat, wo das erste Opfer derselben der Dajan der Gemeinde war. In Tanger hat sich der öffentliche Gesundheitszustend verhältnißmäßig aufrecht erhalten, aber die Moral der Bevölkerung ist tief angegriffen, die Noth auf's Aeußerste gestiegen und die reichen Familien auf der Flucht. Die Stadt ist durch die Quarantäne wie isolirt. England. London. Es wird wohl Manchen interessiren, zu erfahren, daß Herr Albert Leutner, dem die deutsche Regierung die Hebung des versunkenen Kriegsschiffes, des „großen Kurfürsten" übertragen hat, ein Israelit ist. (Jew. Chr.) Rußland. Petersburg. Schon vor neun Jahren hatte der Kaiser die Erlaubniß mr Erbauung einer Synagoge in Petersburg gegeben; der schon längst projectirte Bau konnte aber, weil wegen eines passenden Platzes sich Schwierigkeiten in den Weg gestellt hatten, nicht ausgeführt werden. Dank dem Wohlwollen des neuen Gouverneurs Suroff kann nunmehr zur Errichtung des Gotteshauses geschritten werden. Griechenland. Athen. Vor mehreren Monaten kam der Oberrabbiner Levi von Corfu hierher, um beim König und bei der Deputirtenkammer die Befreiung der Vorsänger und^Synagogendiener vom Militärdienste zu erwirken. Nicht allein dieses wurde ihm . gewährt, sondern der König gab auch den Befehl, daß sämmtliche jüdische Soldaten nach Corfu reisen dürfen, um daselbst die Feiertage zu verbringen, und daß ihnen zu diesem Zwecke ein Urlaub von einem ganzen Monate gegeben wurde. Der König zeigte sich sehr wohlwollend gegen den Oberrabbiner. Er sandte ihm die königl. Equipage, um ihn nach dem Schlosse, zu bringen, unterhielt sich mit ihm über eine Stunde und versicherte ihm, daß er den Tag, an dem er des Oberrabbiners

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