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Der Israelit · 1878-11-13 · Heft 46 (13.11.1878) · page 10

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Journal
Der Israelit
Volume
19 (1878)
Issue
Heft 46 (13.11.1878)
Date
1878-11-13
Page
– (sequence 10)
Language
German
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1140 nach. Herr Dr. Kroner derselben als Direktor Vorstand, — nämlich im Geiste des konservativen Judenthums. Doch, wie es scheint, haben Wir uns in unsern Erwartungen und Voraussetzungen getäuscht; dies Eingangs erwähnte Factum allein schon berechtigt uns zu dieser Annahme. Und wenn auch beregtcr Uebelftand nicht dem Leiter und den Lehrern der Anstalt zur Last zu legen ist, so haben diese doch die Pflicht, die Curationsmitglieder darauf aufmerksam zu machen, damit diese, welche die Macht und die heiligste Verpflichtung dazu haben — solchen Miß- und Uebelständen' mit aller Energie abzuhelfen suchen; geschieht das nicht, so haben diese den der Anstalt dadurch erwachsenden Schaden, sowie die in Fragestellung des weiteren Fortbestehens derselben zu verantworten. Denn das ist sicher: Die gesetzestreuen Gemeinden — und solche gibt es auch in Westphalen noch — werden der Schule ihre jährlichen Beiträge entziehen und die Lehrer ihrer Juöend aus solchen Seminarien reguiren, die im Geiste des wahren und unverfälschten Judenthums geleitet werden. — Welch' schreckliche Dinge hier Vorkommen und welch' ein unwissendes und indiferentes Geschlecht heranwächst, davon nun einige Facta: Am ersten Tage des verflossenen nj»n ptn, der in diesem Jahre noch dazu am ccnip mir fiel, haben sich die jungen Leute (Herren und Damen) zweier Städte hiesiger Gegend ein Rendezvous gegeben und den ganzen Nachmittag bis spät in die Nacht hinein, unter Gesang und Tanz, beisammen zugebracht. Daß dabei auch mancher mtr, wie Rauchen, Eisenbahnfähren u. dgl. vorgekommen, ist nicht zu bezweifeln; denn auch bei solchen Gelegenheiten sind es wiederum die Commis und Ladenmädchen, die dazu das größte Contingent liefern und denen Judenthum und jüdisches Gesetz böhmische Dörfer sind. Daß an solchen ^aurigen, höchst beklagenswerthen Zuständen und Erscheinungen auch die neologen Lehrer einen nicht kleinen Theil der Schuld tragen, davon hier nur ein Beispiel als Beweis. Vor einigen Monaten trafen wir mit einem früheren Schüler des Lehrers M. in S...s der, wie bekannt, in einem christl. Hotel wohnt und speiset, zusammen. Das Gespräch lenkte sich auch auf diesen Punkt. Auf unsere Frage, was die Schüler des Herrn M. wohl dächten, wenn er über die Heiligkeit, Nothwendigkeit und Wichtigkeit der Speisegefetze mit ihnen spräche, erwiderte uns der junge Mann: „Wie können Sie so sprechen, so Etwas kommt in dem sogenannten systematischen Religionsunterrichte gar nicht vor" und auf unsere Bemerkung, daß es doch im troin vorkäme, entgegnete Dieser: „An Chumesch - Uebersetzen wird in unserer Schule wenig oder gar nicht gedacht und die Wenigen seiner Schüler, die das Glück gehabt, uroin zu lernen, sind nicht bis zu dem betreffenden Abschnitte gelangt, der von den Speiseverboten handelt!" Traurige Zustände das; Gott bessere es bald. Oestrich. M. Rosenwald, Lehrer. Oesterr.-Ungarische Monarchie. Papa. In der hiesigen Synagoge wird, da sich die Beleuchtung durch 600 Kerzen als unzureichend erwies, elektrische Beleuchtung eingeführt werden. Diese Beleuchtung hat den Vortheil, daß sie Tageshelle verbreitet und sich ziemlich billig stellt. England. London. Die Nachricht, daß die Pforte einer englischen Gesellschaft die Coneession zum Baue einer Euphratbahn und einer französischen die Concession zur Bahn-Jaffa«Jerusalem ertheilt, hat nicht verfehlt, unter den Israeliten Jerusalems eine freudige Stimmung hervorzurufen, da sich ihrer Ansicht nach so eine Prophezeiung der heil. Schrift erfüllt. Bekanntlich wird die Euphratbahn auch die ehemaligen Provinzen Assyrien und Babylonien durchschneiden und sowohl in Mossul, wo die Ruinen Ninive's, der einstigen Residenz der. Assyrischen Könige, als auch in Hilleh, in dessen Nähe die Ruinen Babylons liegen, ihre Stationen haben. Dabei denkt man jetzt schon in Konstantinopel daran, später zwischen Euphratbahn und den egyptischen Bahnen eine Verbindung herzustellen, ein Ereigniß, das der Prophet Jesaias schon vor 3000 Jahren in Aussicht gestellt hat. Denn in diesem Propheten heißt es, Cap. 19, Vers 23, wörtlich: ^An diesem Tage wird eine Bahn von Egypten nach Assyrien führen, worauf Assyrien nach Egypten und Egypten nach Assyrien kommen wird und die Egypter werden dann den Assyriern dienen." Türkei. , Konstanttnopel. Vorigen Freitag nach dem üblichen Bormittags Gottesdienste in der Moschee beschied der Sultan seine Flügel-Adjutanten aus der Nationalgarde — drei Türken, drei Griechen, einen Armenier, einen Bulgaren und einen Israeliten — vor sich und verlieh einigen von ihnen Ordens-Decorationen, während er oie ande-

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