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Der Israelit · 1878-11-13 · Heft 46 (13.11.1878) · page 6

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Journal
Der Israelit
Volume
19 (1878)
Issue
Heft 46 (13.11.1878)
Date
1878-11-13
Page
– (sequence 6)
Language
German
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1136 L ehrer iw Dienste des gesetzestreuen Judenthums leben und wirken. ,-p-ü^ p'nrr "DT Möge das Andenken an diesen Gerechten, zum Segen werden! G. Slratzbirrg In Ausführung eines Wunsches ces Landesausschusses erhalten demnächst die katholischen, protestantischen und israel. Geistlichen von Elfaß-Lothringen Alterszulagen. (Un. isr.) Belgien. * Brüssel. Die Einweihung unserer Synagoge fand am 20. v. M. statt. Sie rechtfertigte alle Hoffnungen udd Befürchtungen, welche die destructiven bezw. conservativen Elementen an sie knüpften. Ich habe schon während des Baues unserer Synagoge in dieser geschützten Zeitschrift mich über die radikale Reform ausgesprochen, in welche wir mit vollen Segeln treiben; durch unsere fertig gestellte Synagoge, durch die Art und Weise ihrer » Einweihung, ihres Gottesdienstes, wurde derselben die Krone aufgesetzt. Für heute haben wir es jedoch nur mit der Einweihung zu thun. Es braucht nicht erst gesagt zu werden, daß die Feier, so imposant sie auch in Scene gesetzt wurde, nichts specifisch Jüdisches enthielt. Wenn man von der Ueberführung der heiligen Gesetzesrollen und dem Anzünden des -pomi absieht, so enthielt die ganze Feier Nichts, was der Eiweihung eines jüdischen Gotteshauses charakteristisch ist. Die Gesänge, Eeremonien und die Festpredigt waren für die anwesenden Vertreter der Presse und die christlichen Gäste, unter welche letzteren nur sehr spärliche officielle Vertretungen waren, berechnet. Eine bunte Gesellschaft von Theatersängerinnen, Männern, Frauen. Knaben und Mädchen jeder Confession sangen die in französischer Sprache verfaßten Lieder und dankten Gott für die Gnade, die er „unfern Vätern" erwiesen habe. Die Predigt des Herrn Grand Rabbin paßte harmonisch zu dem ganzen Elemente. Sie nannte das neue Gotteshaus ein D'Dyn bav n^n p»a und das war es auch in des Wortes verwegenster Bedeutung. Schade, daß der jesajanische Text nicht D'un dab lautet, das wäre noch passender gewesen. Die radicale, freireligiöse Tagespresse hat die Rede sehr glorificirt, und mcht mit Unrecht. Herr vr. Frank aus Cöln, der Tags darauf sprach, schlug einen conservativeren Ton an, und beruhigte so einigermaßen dies verletzte Gefühl der gesetzestreuen Gemeindemitglieder. Die Leitung der Gesänge, die mit Ausnahme des 150. Psalms fämmtlich in französischer Sprache gesungen wurden, mußte einem Pariser Dirigenten übertragen werden, da der Brüsseler Clerus seinen Functionären die Betheiligung an der Synagogeneinweihung untersagt hatte. Nun, Die Feste sind vorüber, wir wollen sehen, ob die Betheiligung am Synagogenbesuch den glänzenden Einweihuug'sfeierlichkei'ten entspricht, ob die neue erbaute (Stätte der Gottesverehrung nicht nur ein Gotteshaus, d. h. ein Haus für Gott, sondern auch ein Haus für die Menschen, die Israeliten, kurz ein nojan rva in des Wortes wahrer Bedeutung wird; und werden so im Laufe der Zeit noch einmal Gelegenheit finden, auf die Sache zurückzukommen. Für heute will ich meinen Bericht wenigstens mit einer erfreulichen Thatsache schließen. Es ist in diesen geschätzten Blättern wiederholt auf das verdienstvolle Streben des Herrn Prof. L. Kahn (derselbe hat im Hause eine eigene Synagoge) aufmerksam gemacht worden. Die Wirksamkeit desselben hat auch die Aufmerksamkeit der Municipalbehörden auf sich gelenkt, und wurde ihm dieser Tage eine sehr schmeichelhafte Anerkennung zu Theil. indem er vom Stadtrath einstimmig zum Mitglied der Verwaltung der Spitäler und Kinderbewahranstalten ernannt wurde. Die Sache gewinnt an Bedeutung dadurch, daß Herr Prof. Kahn als Ausländer, der das deutsche Jndigenat nicht aufgegeben hat, diese Ernennung nur seiner Eigenschaft als Jude und zwar als religiöser Jude zu danken hat. Der ganze Stadtrath ist aus liberalen Mitgliedern zusammengesetzt und Herr Prof. Kahn ist in Etterbeck-Brüssel der einzige Jude. Nous voulons honorer en vous l’israelite et montrer notre respect de la liberte des cultes. (Wir wollen in Ihnen das Judenthum ehren, und unsere Achtung vor der Freiheit der Culte beweisen.)" Das sind die Worte des Bürgermeisters von Brüssel gelegentlich eines Besuches bei Herrn Prof. Kahn. England. Cambridge. Die „Electoral Roll" der Universität Cambridge für das Studienjahr 1878— 79 enthält zum Erstenmal seit der Gründung der beiden alten Universitäten den Namen eines dem

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