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Der Israelit · 1878-11-13 · Heft 46 (13.11.1878) · page 3

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Journal
Der Israelit
Volume
19 (1878)
Issue
Heft 46 (13.11.1878)
Date
1878-11-13
Page
– (sequence 3)
Language
German
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1133 den füllt.mehrere Bogen und der Bericht weist schließlich eine JahceSeinnahme von 39.825 M. 46 Pf. und eine Ausgabe von 27,934 M. 30 Pf., mithin einen Ueberfchuß von 31.891 M. 16 Pf. auf. Das Gesammtvermögen betrug am 1. September 1878: 120,331 M. 83 Pf. — Auch die Bibliothek hat von verschiedeuen Seiten reichliche Spenden zu verzeichnen. Besonders möge ein Beispiel edler Mohlthätigkeit, das der Bericht des Curatoriums besonders hervorhebt, auch hier erwähnt werden. Schon seit mehreren Jahren gewährt Herr Bielefeld aus Ruhrort einem strebsamen Hörer des Rabbinerseminars durch ein jährliches Stipendium von 9O0 Mark die Möglichkeit, ganz sorglos seine Kräfte dem Studium zu wid. men. — Möge der edle Spender recht viele Nachahmer finden, und möge an ihnen sich das Wort der Weisen in schönster Weise erfüllen, daß die Thora ein Baum des Lebens wird Denjenigen, die sie — unterstützen. Die dem Jahresbericht beigegebene Abhandlung des Herrn Or. Hoffmann bildet eine treffliche Charakteristik des wissenschaftlichen Geistes, in welchem an der Anstalt gelehrt wird. Mit gründlicher Sachkenntniß, nüchterner Auffassung, ausgerüstet mik einer sehr umfassenden Belesenheit, und durchdrungen von jener Pietät gegen unsere heilige Literatur und ihre Autoren, die man leider sonst so vielfach vermißt, wird hier ein Gegenstand, der die vitalsten Interessen des Judenthums berührt, mit einer Meisterschaft behandelt, die nicht nur für den Verfasser, sondern auch für die Anstalt ehrend ist. an welcher in diesem Sinne und in dieser Weise gelehrt wird. Bescheidener Weise schickt der Verf. voraus, daß er mit seiner Arbeit nicht beabsichtige. Neues und bisher nicht Geahntes vorzubri gen, sondern in den meisten Punkten nur die alten Ansichten schärfer zu beton n und möglichst fest zu begründen. „Nicht neue Brunnen zu graben, sondern die alten durch vielfache Angriffe verschütteten und unsichtbar gewordenen Quellen wieder an's Tageslicht zu fördern, ist unser Bestreben " Die Arbeit hält mehr, als sie in diesen Worten verspricht. Sie eröffnet über viele Aussprüche der Thora und der talmudischen Schriften ganz neue, durch ihre Klarheit und Gründlichkeit geradezu überraschende Gesichtspunkte, deren richtige Würdigung nur aus der Lectüre der Abhandlung selber gewonnen werden kann; auf die wir deshalb alle Freunde und Kenner der behandelten Materie verweisen. —n— $ettima6tiacf>rtd>ten und Correspondenzen. Deutschland. Würzburg. 8. Noo. Den zahlreichen Freunden und Gönnern der iSr. Lehrerbildungs-Anstalt dahier dürfte die Mutheilung erfreulich sein, daß von hoher Kreisregierung die Vorstanoschaft und Leitung dieser Anstalt dem Herrn Rabbinats-Candidaten Nathan Bamberger dahier übertragen wurde. Die Anstalt wird hierdurch, sowie durch die Mitwirkung der übrigen gleichgesinnten Rabbinen Unterfrankens sicherlich auch fortan im Sinne und Geiste ihres verewigten Begründers ihre segensreiche Thätigkeit entfalten. Dem genannten Herrn Bamberger, welcher der zweitjüngste Sohn unseres verewigten Rabbiners yV; ist, und der schon seit einer Reihe von Jahren auch als Sekretär und Substitut desselben thätig war. wurde auch bis auf Weiteres die Rabbinats-Verwesung übertragen. Von der Fulda. Wenige Tage vor dem Schluß des vergangenen Jahres hauchte in dem Dörfchen Mals seid (Reg.-Bez. Cassel) ein 80jähriger Greis seine reine Seele aus, der es verdient hat, in weiteren Kreisen bekannt zu werden. Heinemann Bensew ,i"p hieß der Edle. Er war ein einfacher, schlicht r Handelsmann u. zeichnete sich in fernem äußeren Auftreten und seiner Lebensstellung wenig aus. Ja. er vermied es mit einer gewissen Aengfttichkeik, von sich reden zu machen und zog sich scheu vor jedem anerkennenden Worte zurück. Er hat es sich sogar verbeten, daß ihm eine Trai»errede — "isdi — gehalten werde, und dieser Wunsch war kein letztwilliger, war ein schon viele Jahre niedergeschriebener und fand sich in dem vor, den sich der Heimgegangene selber vor mehreren Jahren gezimmert hatte. „Wenn es mir einmal zu wohl werden sollte", sagte der biedere Greis vor längerer Zeit schon zu dem Schreiber dieser Zeilen, „dann gehe ich auf meinen Speicher und sehe mir die hölzerne Lade an, in der man mich einst hinwegtragen wird." Der hervorragendste Zug des edlen Hingeschiedenen war seine eiserne, unbeugsame Charakter- und Willensstärke, die vor Nichts zurückschreckte, und die getragen von innigem, ungekünsteltem Vertrauen auf Gott in der That Großes anstrebte und vollführte. — Wir theilen denselben theils nach mündlichen Mittheilungen, theils nach hinterlaffenen, amtlichen Aktenstücken des Verstorbenen mit. Letztere befinden sich gegenwärtig im

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