Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 19 (1878)
- Issue
- Heft 45 (6.11.1878)
- Date
- 1878-11-06
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
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1112 gendes mittheile. Da es den Anschein hat, daß die Rumänische Regierung in Bezug auf die Emancipation der Juden Schwierigkeiten machen . will, so begab sich Herr v. Bl. zum Fürsten Reichskanzler, um ihm nochmals die Angelegenheit der rumänischen Juden ans Herz zu legen. Fürst Bismarck ertheilte Herrn v. Bl. die Versicherung, daß das deutsche Reich nicht eher Rumänien als selbstständigen Staat anerkennen würde, bis dasselbe die Stipulationen des Berliner Vertrags, also auch die Emancipation der rumänischen Juden, ganz und voll erfüllt haben werde. Italien. Ro«. Der Provinzialrath hat den jährlichen Beitrag für das jüdische Asyl von 1000 L. auf 3000 L. erhöht. Rumänien. Bukarest. England, Italien und Frankreich sollen erklärt haben, daß sie die Unabhängigkeit Rumäniens nicht eher anerkennen werden, bis die Judenfrage ganz nach dem Sinne des Berliner Vertrags gelöst sein wird. (Siehe Paris) Rußland. Aus Kischeuew schreibt man „Hamelitz": Als die 14. Division am nm my dahier ankam. wurde dieselbe feierlich empfangen. Die zahlreichen Juden, die sich zum Empfange eingesunden hatten, wurden mit Steinen geworfen und schrecklich mißhandelt, so daß alle Juden den Festplatz verlassen mußten. Am zweiten Neujahrstage wurden die Israeliten derartig mißhandelt, daß viele derselben in's Spital gebracht werden mußten. Außerdem wurden die Fenster der großen Synagoge eingeworfen. Den folgenden Tag wurden viele jüdische Läden ausgeraubt. Auch in dem in der Nähe von Kischenew gelegenen Städtchen Risino fand am zweiten Neujahrstage eine Judenverfolgung statt. Einige Juden wurden maltraitirt und viele jüd. Kinder vom rohen Pöbel mit Füßen getreten. Palästina. In Jerusalem starb der Rabbiner Jehuda Alkaly im Alter von 80 Jahren. Der Verstorbene, welcher als großer Talmudist bekannt war, war aus Serajewo gebürtig, fungirte 40 Jahre als Rabbiner der türkischen Gemeinde in Semlin und wohnte seit fünf Jahren in Jerusalem. (W. Jsr.) Asien. Laranka (Insel Ceylon), 8. Oct. Gewiß ist es für die Leser Ihres Blattes von Interesse, zu erfahren, wie wir dahier das Neujahrsfest und den Versöhnungstag gefeiert. Wahrscheinlich sind es viele, viele Jahre her, daß diese Tage überhaupt auf dieser Insel gefeiert wurden; bis jetzt haben wir noch keinen eingebornen Juden getroffen. Wir siud 25 Israeliten an Zahl, und diese kleine Anzahl ist ein Gemisch verschiedener Nationalitäten, Engländer, Deutsche, Franzosen. Griechen, Italiener und Türken. Am konnten wir den Gottesdienst nicht vollständig halten, da wir keine min ibd und kein "isubt besaßen, obgleich wir darum nach Bcyrout telegraphirt hatten. Am 2"' waren wir besser daran, da hatten wir einen pn, eine min ibd und ein -)£ntr aus Alexandrien. Wir hatten ein Zimmer gemiethet; der Civil-Gouverneur hatte zwei Polizeidiener zu unserem Schutze zur Verfügung gestellt, die wir aber nicht benölhigten, da wir in keiner Hinsicht belästigt wurden. Wir hoffen, daß wir bald an Zahl so stark sein werden, um eine Gemeinde zu bilden. (Jew. Ehr.) Feuilleton. Ilavöi Iosetmann von Kosheim. Eine historische Erzählung. XVI. Die Vorsteher der isr. Gemeinde zu Frankfurt a Main saßen im Berathungszjmmer beisammen; auf den Wunsch der bisheriger drei Vorsteher waren ihnen noch zwei andere beigegeben worden, Rabbi Lob Emmerich und Rabbi Wolf Spiro (Speier); der letztere war noch nicht erschienen. „Wo Rabbi Wolf nur bleiben mag?" fragte Rabbi Moscheh Cohen. „Er ist doch sonst immer pünktlich." „Wir könnten", sagte Rabbi Moses zur Kanne „unsere Berathungen immerhin beginnen. Wann Rabbi Wolf später kommt, so mag er seine Zustimmung zu unseren Beschlüssen geben oder seine Einwendungen machen. Ich habe Euch zu eröffnen, daß der Meschummod Johann Pfefferkorn seine