Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 19 (1878)
- Issue
- Heft 45 (6.11.1878)
- Date
- 1878-11-06
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
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1108 .ur Vorsicht mahnt und zum entschlossenen Handeln führt. Die Größe des Verlustes, den wir erlitten, gipfelt darin, daß wir einen Mann verloren haben, der. wie Wenige, das ganze, große, weite Gebiet der talmudischen Literatur beherrscht hat, und in der wenig tröstlichen Ueberzeugung, daß unsere Zeit nicht dazu angethan ist, ähnliche Männer heranwachsen zu sehen. Und dieser Schmerz ist nur zu gerecht; denn die Thora ist der Lebensborn des Judenthums, und das Erblühen unsres Volkes ist von Der Kenntniß der Gotteslehre abhängig. Wollen wir für die Zukunft sorgen. für das Bestehen, Gedeihen und Erblühen Juda's in der zukommenden Zeit, so gü-t es nur ein Mittel: Gründen wir Talmudschulen. Es war im Mai des Jahres 77, al? der y'p'VV'T "nyjn den Herausgeber dieser Blätter ersuchen ließ, nach Würzdurg zur Beratdung einer wichtigen Angelegenheit zu kommen. Wir folgten gern dem Rufe und fanden dort einige gleichgesinnte Männer. Es handelte sich um Gründung von Talmudsch'ulen, in denen die Zöglinge sowohl im Talmudischen als auch in den profanen Wissenschaften (Griechisch, Lateinisch, Mathewathik ic.) unterrichtet werden sollten. Es wurde beschlossen, derartige Schulen ins Leben zu rufen, und Herr M. L. Bamberger »"j, Districts- Rabbiner zu Kissingen, war so freundlich, einen Lehrplan auszuarbeiten. Die trüben Zeitverhältnisse jedoch, der damals gerade ausgebrochene russisch-türkische Krieg, das Darniederliegen von Handel und Industrie — das Alles ließ uns den Zeitpunkt nicht opportun erscheinen. Heute aber wollen wir die Sache aufs Neue anregen; die Sorge um die Zukunft soll und muß uns zur So ge für die Zukunft veranlassen ro 'i „Die da hoffen auf Gott, werden stets erneuern die Kraft." Zeitungsnachrichten und Correspondenzen. Deutschland. Oberthulba (Bayern). Gestatten Sie mir, einem einstigen Zöglinge der von Herrn Distr.- Rabb. Bamberger gegründeten isr. Lehrerbildungsanstalt. einige Worte ver Erinnerung an den theuren Heimgegangenen. Der edle Verblichene, nur in und für umin nffnpn leBenb, so daß faktisch .tdibd H’Dtj pos ab, suchte auch andere für das Thoraftudium zu qegewinnen und hauptsächlich thorakundiae, religiöse Jugendlehrer heranzubilden, woraw in Bayern früher gerade kein Ueberfluß vorhanden war. Zu dem Zwecke gründete er unter vielen Mühen und Sorgen im Jahre 1861 die isr. Lehrerbildungsanstalt und unterhielt solche durch freiwillige Beiträge edler Spender. Wie vieler Stunden Schlafes er sich dieser Anstalt wegen beraubte, welche Sorge ihm das Hcrbeischaffen der nöthigen Geldmittel brachte; welche Herzensfreude ihm da? Gedeihen und welchen Kummer es ihm machte, wenn er manchmal strafend einschreiten mußte, — das wissen nur näher mit der Sache Vertraute. Und wie er für die Subsistenzmittel sorgte, so wachre er auch gewissenhaft über das leibliche und geistige Wohl seiner Pfleglinge, wie ein liebender Vater über seine geliebten Kinder. Er kam täglich in unsere Anstalt und erkundigte sich stets nach allen Einzelnheiten; trat hier belehrend, dort ermahnend auf, doch stets milde und niemals auffahrend, wie es überhaupt das 13D3 Q-JN HN *?Z3pO '!7i" UNd „'"O“! E'ycttfi nmu D’DDn" stets und Jedem gegenüber buchstäblich befolgte und beachtete. Wenn er gerade dem Unterrichte anwohnte, so nahm er thätigen Antheil, fragte ab. und ließ es sich nicht verdrießen, schwächeren Schülern eine Lection so oft zu e-klären und zu wiederholen, bis dieselben sie erfaßt hatten. — Oft besuchte er zur Essenszeit auch das Speisezimmer und ertheilte Anleitungen zum ordentlichen .Benschen" re. rc.; ebenso fragte er auch nach der Qualität der Speisen und kam diesbezüglichen Wünschen auf's Freundlichste entgegen. Die Zöglinge blickten aber auch vertrauungsvoll zu ihm auf, wie zu ihrem Vater, und wann er kam, er war willkommen; erschien er doch Jedem, der ihn kannte, „m&as □’pi1?« "ijodd," auf den die nj'Dv schon auf Erden zu ruhen schien! Alle Freitag Nachmittag hörte er den Zöglingen zu, wie sie abwechselnd die Sidrah vorläsen, um jeden Einzelnen zum befähigten tnip heranzudildkn. Bei seinem fleißigen Thoralernen und Unterrichten vernachlässigte er aber die anderen Fäden des crn, nämlich onon moy, keineswegs, wie ja zur Genüge bekannt. Von ihm kann man sagen: “\ iSin .-.p-!L mxa und VT33 nnn nox nun,, Seine reine Seele weilt nun bei Gott, der ibr den verdienten Lohn nicht vorenthalten wird: „•03'xi O'pibx im« npb;" er starb wie ein »np