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Der Israelit · 1878-10-30 · Heft 44 (30.10.1878) · page 11

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Journal
Der Israelit
Volume
19 (1878)
Issue
Heft 44 (30.10.1878)
Date
1878-10-30
Page
– (sequence 11)
Language
German
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X 1089 4144 fl. und 7860 fl. zum Fonde, hingegen eine Ausgabe von 2292 fl. Pesth. Der oberste Gerichtshof hat neulich eine wichtige Entscheidung getroffen. Ein gewisser Heinrich Brecher ließ sich, wie schon früher ausführlich berichtet, im Jahre 1873 durch Rabbiner Stern in Budapest von seiner Frau scheiden. Brecher und seine Frau Maria Wei ß heiratheten bald hierauf. Drei Jahre später wurden Beide wegen Bigamie angeklagt. In der Anklage hieß es, daß die Ehe so lange Geltung hat, bis die Scheidung gerichtlich erfolgt ist. Das Gericht verurtheilte das geschiedene Paar zu einer Geldstrafe wegen Nichtbeachtung der staatsgesetzlichen Vorschriften. Das Obergericht, die königliche Tafel, hat auf die Berufung der Staatsanwaltschaft den Rabbiner S tern, H. Brecher und Maria Weiß zu fe einem Monat Kerker verurtheilt. Die Verurtheilten wandten sich an den obersten Gerichtshof, und dieser hat das erstinstanzliche Urtheil bestätigt. (W. Jsr.) Frankreich. Paris. Auf die Verwendung des Herrn Vidal-Naquet durften die israel algerischen Freiwilligen in den Garnisonen Beziers und Narbonne die hohen Feiertage in Monpellier, Nimes und Toulose verbringen. In ersterem Platze waren deren 49, die seitens der Gemeinde brüderliche Aufnahme fanden. (Arch. Jsr.) Palästina. Jerusalem. Der vom Comito der „Montestore - Stiftung" ernannte Agent, Herr Jechiel Michael Pines, ist dahier glücklich angelangt und überaus freundlich seitens der Rabbinen und Privaten empfangen worden. Am Mittwoch vor dem Neujahrsfeste entlud sich über unsere Stadt ein schweres Gewitter mit starkem Regen, welches vielen Schaden angerichtet hat. Die ältesten Leute erinnern sich nicht, daß Ende bibx ein solches Wetter gewesen ist. Feuilleton. Simon Keding. Erzählung aus dem Anfang des neunzehnten Jahrhunderts von 8. Kolm. (Verfasser von „Gabrie l".) (Fortsetzung.) Ein gewisser Oppert, der einzige Sohn eines braven Familianten, war frühzeitig verwaist und durch die Verhältnisse gezwungen worden, schon in seinem Knabenalter sein Brod und Glück in der Fremde zu suchen. Oppert war schon als junger Bursche ein tüchtiger genialer Mensch gewesen, hatte in Wien, Preßburg und andern Orten conditionirt, und sich nicht nur große Waaren- und Geschäftskenntnisse, sondern schon zu etwa zweiundzwanzig Jahren ein kleines Vermögen erworben. Er war, wie ich schon erwähnt habe, ein braver Familiant, der Rischojon konnte ihm nicht verweigert werden, und er war daher eine gute, eine nahezu glänzende Parthie. Oppert beschloß deßhalb in seine Heimath zurückzukehren, sich dort eine Frau zu suchen, einen Heerd zu gründen. Er hatte, wie er mir erzählte, vei seiner Rückkehr ein Mädchen gefunden, das ihm gefallen, aber plötzlich eingetretene Verhältnisse, hatten, so erzählte er mir, diese Verbindung unmöglich gemacht, und um den Unannehmlichkeiten, welche die Lösung eines solchen Verhältnisses mit sich führt, aus dem Wege zu gehen, verließ er zum zweiten Male seine Vaterstadt und ging diesmal nach Berlin und Hamburg. Das Mädchen, um dessen Hand Oppert als zweiundzwanzigjähriger Mann geworben . war meine zweite Frau Veronika gewesen, und er hatte, wie ich später erfuhr, das schöne, liebenswürdige Mädchen aus dem Grunde verlassen, weil ihr Onkel, von dem er geglaubt hatte, er würde seine Nichte zur Universalerbin einsetzen, plötzlich gestorben, und sein Vermögen wohlthätigen Gemeindeanstalten vermacht hatte. Wieder war er zehn Jahre ausgeblieben, und kam nun als zweiunddreißigjähr. Mann, mit Handelskenntnissen wohl ausgerüstet, heim. Da Oppert erfuhr, daß in meinem Hause eine gut bezahlte Stelle erledigt war, die auch seinem Ehrgeize entsprach und seinen Fähigkeiten ein entsprechendes Feld dardot, bewarb er sich um diese. Hätte er nie die Schwelle meines Hauses betreten! Er ward mein böser Geist, der mich ins Verderben stieß!" Tarnower sprach die letzten Worte mehr für

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