Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 19 (1878)
- Issue
- Heft 44 (30.10.1878)
- Date
- 1878-10-30
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
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« XIX, Jahrgang. Erste Leilage z» Nr. 44 des Israelit. Leitender Artikel. Literarischer Bericht. trbbiy 'S. „Hebräische Lesefibel" von I. M. Japhet, Lehrer an der Unterrichtsanstalt der Israel. Religionsgesellschast zu Frankfurt a. M. Achte, verbesserte und vermehrte Auflage. — — Preis 25 Pf. — Kassel 1876. Verlag von Heinrich Grobel. Die Herstellung einer passenden Lesefibel ist im Allgemeinen keine leichte Aufgabe, die Ausarbeitung einer zweckentsprechenden hebräischen Lese- Fibel jedoch ist doppelt schwierig. Das Lernen des Hebräisch-Lesens ist mehr als alles Andere eine mechanische Arbeit, da die sogenannte analytisch synthetische Methode, die darin besteht, daß der Lehrer^die dem Kinde verständlichen Sätze in Wörter» diese in Silben und Laute zerlegen und die einzelnen Theile wieder zufammensetzen läßt, im Hebräischen nicht vollkommen anwendbar ist. Und doch ist es gerade im Hebräischen von großer Wichtigkeit, so schnell als möglich vorwärts zu kommen, weil erstens Zeitersparniß uns hier doppelt werthvoll sein muß und weil ja ferner das Kind es mit lauter Wörtern zu thun hat, die auf dieser Stufe seinem Verständniß noch fremd sind. Wenn darum die Vorzüge einer hebr. Lesefibel einerseits in der Erleichterung, andererseits in der Abkürzung der Arbeit liegen, so ist die vorliegende als eine sehr gelungene zu bezeichnen. Die Uebungen sind nicht, wie dieß bei Fibeln häufig der Fall ist, zu weitläufig, aber doch recht treffend und den Stoff vollständig erschöpfend. Auf dem gedrängten Raum von 24 Seilen liefert uns diese Fibel nicht nur ein vollendetes System des Lesens, sondern auch noch als Anhang die Namen der hebräischen Buchstaben nebst der Form für dieCursivschrift, ferner die hebräischdeutsche Schreib- und Leseart und endlich eine Auswahl der leichtesten schon mit den kleinen Kidern einzuübenden Gebete (mans). Besonders schön ist es, daß durch die Anordnung des Stoffes dem Lehrer Gelegenheit gegeben ist, auf ein grammatikalisch richtiges Lesen hinzuweisen. _ DTBip pnc, „Hebräische Sprachlehre" mit praktischen Aufgaben zum Gebrauche beim Unterrichte in der hebräischen Sprache. Von I. M. Japhet, Lehrer an der Unterrichtsanstalt der isr. Religionsgefellschaft zu Frankfurt a. M. — Erste Abtheilung. — Vierte, verbesserte Auflage. — Frankfurt a.M. Verlag von I. Kauffmann. Obzwar diese Sprachlehre mit obiger Lesefibel in gar keinem Zusammenhang steht, dürfen wir doch dieselbe gewissermaßen als eine Fortsetzung jener betrachten, da sie in derselben methodischen und praktischen Weise wie jene ausgearbeitet ist. Das Bestreben des Verfassers, den hebr. Unterricht ebensosehr zu einem echt methodischen, wie zu einem Geist und Gemüth in gleichem Maße anregenden zu machen, zeigt sich nicht nur in der Vorführung der Aufgaben in stufengemäßem Fortschreiten vom Leichtern zum Schwerer« und dem faßlichen Anknüpfen der entsprechenden Regeln, sondern auch in der Auswahl solcher Beispiele, die auf die Regeln genau passen und zugleich dem Schüler einen reichen Schatz schöner und inhaltreicher Sätze airSv"o4"r» vermitteln. Das beigefügte Vocabularium erleichetrt den Unterricht im Pentateuch ungemein; überhaupt wird durch die Einführung des Buches in Schulen nicht nur der Unterricht in der hebräischen Sprache zu einem systematischen und lückenlos fortschreitenden werden, sondern es wird auch bei einem nur einigermaßen gewandten Lehrer das Buch dazu beitragen, daß die Leistungen im Hebräischen überhaupt bedeutender werden und daß die Kinder mit Lust und Liebe lernen. — Möge beiden Merkchen auch weiter die freundliche Aufnahme zu Theil werden, die sie bisher gefunden und die sie in so reichem Maße verdienen. Zeitungsnachrichten und Correspondenzen. Deutschland. Berlin. Also die rumänischen Deputirtenkammer hat in ihrer Majorität beschlossen, sich den Bestimmungen des Berliner Vertrages zu unterwerfen, allerdings nur in der beffarabischen Frage. Da hob nämlich der bessarabische Depu-