Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 19 (1878)
- Issue
- Heft 44 (30.10.1878)
- Date
- 1878-10-30
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
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1082 Werktage und Sabbat, so wie in den nox ’p-is. Der Einsender jenes Artikels, wahrscheinlich ein oberkirchenbehördlicher Anordnungen hochschätzender vaaitro d’ecole, hält diese Prüfungsvorschrift als eine dankenswerthe Fürsorge und fordert Rabbinate und Vorsteherämter (weil diese in der Regel sich so außerordentlich für den Thora-Unterricht interessiren (!) auf, für ihren Theil die Wirksamkeit dieser Anordnung möglichst zu fördern. Wir unsererseits sehen die gepriesene Fürsorge nur als eine halbe und daher auch als halbdaukenswerthe an, da von den Aspiranten auch nur Halbes verlangt wird. Warum soll von Leuten, die sich dem wichtigen Lehrerberufe widmen, nicht auch gefordert werden, daß sie einen oypiDD, etwas von "nx’D, eine hwd. ein Stückchen x-ivl kennen? Von rny irftar wollen wir still sein. denn der steht bei der Oberkirchenbehörde in solchem Ansehen, wie bei allen Reformrabbinen. Doch, wenn vielleicht seiner Zeit die von Rabbiner vr. W. auf der Augsburger Rabbinerversammlung beantragte Revision des Schulchan Aruch vollzogen wird, wird es möglicher Weise den Lehrern zur Aufgabe werden, auch ihn zu studiren. Es wäre wahrlich von Wichtig - und Nothwendigkeit, daß Vorsänger einige Kenntnisse vom jüdischen Schriftthum hätten, da sie doch da und dort einen "WP bei Vereinen, D’tox und Jahrzeiten zu lernen bekommen und da sie als Stellvertreter der Rabbinen, in Abwesenheit dieser, das Predigen zu besorgen haben. So sieht's in unserm Württemberg aus, möge es bald besser werden. St*** Berlin. Während des Gottesdienstes am Schemini Azeres in der Synagoge an der Potsdamer Brücke verbreitete sich in der Gemeinde plötzlich die Nachricht, daß in dem Gebäude Feuer ausgebrochen sei; das Gericht fand durch einen wahrnehmenbaren Brandgeruch Verstärkung und nun griff eine allgemeine Panik um sich. Alles drängte dem Ausgange zu, um sich zu retten. Mehrere auf dem Chor befindliche Damen fielen in Ohnmacht und Weinkrämpfe. Erst nach einer Viertelstunde konnte die Feier fortgesetzt werden, nachdem man sich davon überzeugt hatte, daß nur blinder Lärm geschlagen worden sei. Cöltt, 14. Oct. Während der 32 Jahre, in welchen ich für das „Franks. Journ." correspondire, sahen wir in unserer Stadt noch keinen so langen Leichen-Conduct, wie heute, als der Geh. Commerzienrath und Banquier Frhr. Abraham v. Oppen» heim auf dem isr Friedhofe zu Deutz begraben wurde; noch nie ist am Rhein ein Jsraelite beerdigt worden, dessen Sarg so viele Christen folgten, wie heute; ferner noch nie einer, dem die hohe Finanzwelt aus so großer Ferne die letzte Ehre erzeigte. Fould kam von Paris, Rothschild von Frankfurt; auch London. Wien, München und andere Städte sandten ihr Contingent. Die Kaiserin Augusta hatte einen Kranz geschickt, der auf das Grab niedergelegt wurde. Herzerhebend sprach der Rabbiner vr. Frank, im Sterbehause und am Grabe. Der Zug wurde eröffnet durch eine unübersehbare Reihe von uniformirten Beamten der Rheinischen Bahn. deren Director der Heimgegangene fast 40 Jahre war. Dann kam der Leichenwagen ohne jeden Schmuck, der Rabbiner, die Familie des Dahingeschiedenen von Nah und Fern, die Directions-Mitglieder der verschiedenen Bahnen und Actien-Gesellschaften, der Stadt-Commandant, der Polizei - Präsident, der Ober-Bürgermeister, drei Beigeordnete, die Stadträthe, der Central- Dombau-Borstand nebst dem Weihbischof vr.Baudri, Geistliche der anderen Confessionen. darunter auch Tangermann. Pastor der Altkatholiken; die Spitzen aller Behörden und Bürger aus jedem Stande. Den Schluß bildeten 117 Equipagen. Einmal haben wir, nämlich bei dem Begräbnisse des früheren Herausgebers der „Cöln. Zeitung". Joh. Du-Mont, ca. 70 Equipagen gezählt, so viel wie heute noch nie. Noch nie ist indeß auch ein Jsraelite gestorben, der so viel für die Christen ge-- than, wie Abr. v. Oppenheim; denn außer seinen vielen anderen Stiftungen ließ er der Armen-Deputation ohne die bereits vertheilten 25,000 M. noch 150.000 M. übersenden. Wer könnte einen Christen nennen, der auch nur annähernd so freigebig gegen die Juden gewesen! Frankreich. Paris Monatsbericht (September) der All. JSr. Univ. (Fortsetzung): Was würden die Bevollmächtigen sagen? Wenn ein Jude vor einer Kirche vorbeigeht, in welcher ein Rumäne betet, flucht er, er flucht selbst dem ersten Rumänen, dem er am Morgen begegnet, indem er ihm alle Leiden der Nacht und alle Unglücksfälle des Tages wünscht. Am Passahfeste ißt er nicht Brod, sondern barbarische Kuchen; daS Brod wirft er fort, indem er spricht: „Hinaus mit dem Brod!" und nach Ostern sagt er: „Herein mit dem Brod!" Während des Passahfestes nehmen