Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 19 (1878)
- Issue
- Heft 44 (30.10.1878)
- Date
- 1878-10-30
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
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1081 ihun. Da erklärte der Rabbiner, von einem so hartherzigen Manne nichts annehm?n zu wollen und wies das großartige Geschenk standhaft zurück. Wie liebenswürdig der Heimgegangene im Umgänge mit seinen Mitmenschen war, wie freundlich-milde gegen Jedermann» selbst gegen Diejenigen, die in religiöser Beziehung nicht seiner Richtung angehörten,' haben wir schon früher erwähnt. Sein Umgang, auch sein mw war im höchsten Grade belehrend, es waren n? m-o pä?n, und selbst Len nichtjüdischen, wissenschaftlichen Werken, aus denen er manchmal Belehrung schöpfte, wußte er dasjenige Wissen zu entnehmen, das zur Erkenntniß der heiligen Gotteslehre, zur Stärkung und Kräftigung des religiösen Sinnes beitrug. So sehr er die Menschen auch liebte, so milde, liebevoll und freundlich er war — wenn es sich um irgend eine religiöse Angelegenheit handelte, so kannte er kein Ansehen der Person, keine Rücksicht. Da trat er auf mit aller ThatkrafL, da war er unbeugsam; und so gelang es ihm auch in der That. viel Böses zurückzuhalten, viel schlimmes im Keime zu ersticken, vieles Unrechte zu beseitigen. Für seine Person im höchsten Grade bescheiden und demuthsvoll, konnte er, wenn er gegen irgend etwas, was ihm unrecht erschien, auftrat, hart und verletzend sein Dadurch wurde er vielfach verkannt. Aber selbst seine enragirtesten Gegner mußten die Größe und Erhabenheit seines Charakters anerkennen, seine immense Gelehrsamkeit bewundern, seiner Conscquenz und Aufrichtigkeit Achtung zollen. Die Liebe und Bewunderung aber, die seine Freunde und Schüler für ihn hegten, war, oder vielmehr ist grenzenlos. Jeder, der das Glück Hatte, ihn näher zu kennen, mußte ihn lieben und verehren. Einen solchen Mann zu verlieren — Gott hat es so gewollt; Sein heiliger Name sei gepriesen. Aber es ist ein unersetzlicher, unermeß. licher Verlust, der in unsrer Zeit, in unfern Verhältnissen tausendfach groß ist. U’p*4t rva nsitpa nmo r^ru ein solcher Verlust wiegt schwerer als die Zerstörung des Gotteshauses in Jerusalem! '"i nenipn n*t Da» rva r>a Und ganz Israel mag weinen ob dieses unersetzlichen Verlustes. Aber, wenn auch unser Schmerz ein noch so berechtigter ist, wir dürfen uns ihm nicht thatlos hingeben. Es gilt in die Bresche zu treten. nvm tnn#n pst# oipoa Da der große Mann, unser Lehrer und Führer, von uns hinweggeuommen, so muß sich Jeder bemühen, die Lücke nach Kräften auszufüllen, und für O'iO.i mb'Mi miay min einzutreten, wie der Fromme es gethan. na*^ pns ^a: damit das Gedenken an den Gerechten zum Segen werde! Zeitungsnachrichten und Correfpondenzen. Dentschland. Laupheim. Seit einigen Decennien bringen vielfach in unserm Württemberg israel. Lehrer höchst armselige Kenntnisse an hebräischem Wissen mit aus dem Seminar, obgleich ihnen in demselben einige Kaffee öffelchen voll yebr. Unterricht eingegeben werden und zwar aus dem einfachen Grunde, weil dieser Unterrichtsbranche in der Schule eine allzuftiefmütterliche Aufmerksamkeit geschenkt und sie als das fünfte Rad am Wagen geachtet wird, was zur Folge hat, daß die Schüler beim Verlassen der Schule kaum rin Bischen mehr als Lesen (Oren) können, sonach als einfache „Orer" in's Seminar kommen und hierauf wieder als solche herausgehen, Der vorjährigen Lehrerconferenz wollte es nimmermehr recht gefallen, daß das Lehrercontingent sich durch solche D’pn durch solche Schwächlinge von Zuzüglern rekrutire und sie wendete sich an die Jsr. Oberkirchenbehörde, damit von derselbe dem Uebel Abhilfe werden möge. Uns Willis dünken, als ob die Herren Lehrer über die naij/o hinausgegangen seien, denn beim wahren Lichte be» trachtet, sind sie selber und allein Ursache des erbärmlichen Zustandes und sie hätten richtiger gehandelt, wenn sie einander zugerufen hätten: nstön, „w i r haben gesündigt, ponai pinn: lafct uns uns zusammennehmen und den Weinberg des Herrn eifriger hegen und pflegen, dann wird, dann muß das herrschende Uebel gewiß schwinden. Aber nein, die Oberkirchenbehörde soll helfen, hat sie doch für das Heil der Schule schon einmal Wichtiges geleistet! Ja, ja, sie hat für die schule einen Normällehrplan geschaffen, den jeder Sachverständige für werthlos halt. Die Oberkirchenbehörve soll helfen und sie hat es auch gethan. Aber wie? Mittels Erlaß vom 8. Juli d. I. ordnet sie an, wie in einem Artikel aus Württemberg (Nr. 37 d. Bt.) bekannt gegeben wurde, daß in Zukunft jeder, der in einer Präparandenanstalt Aufnahme zu erhalten wünscht, sich einer Vorprüfung zu un, terziehen habe und diese besteht, was das Hebräische belangt 1) in Kenntniß der Elemente der hebr. Sprachlehre und 2) in Uebersetzung des Pentateuchs, der frühern Propheten, der Gebete für