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Der Israelit · 1878-10-23 · Heft 43 (23.10.1878) · page 9

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Journal
Der Israelit
Volume
19 (1878)
Issue
Heft 43 (23.10.1878)
Date
1878-10-23
Page
– (sequence 9)
Language
German
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XIX. Jahrgang. Erste SeUagt zu tlc. 43 des Israelit. Aeitunasnachrichten und Correspondenzen. Deutschland. Frankfurt a. M., Wann diese Kl. in die Hand der Leser gelangen, werden die Letzteren bereits von dem großen, unersetzlichen Verluste erfahren haben, welcher die gesammte Judenheit betroffen hat an dem Tage, der eigentlich der Kreude geweiht sein sollte, aber zu einem Tage der Trauer und des Schmerzes geworden ist. Am zweiten Tage des Succothfestes, nachdem der Thora- Vorleser die Worte Dana» maari my iy myo gesprochen , ging unser großer Lehrer Rabbi Seligmann Bamberg er p"pis"* im Angesicht seiner Gemeinde und vor dem noch geöffneten mir, ->bd zu seinem großen natp ein. Wie sein ganzes Leben sich wohl nicht charakteristischer bezeichnen läßt als durch die Dichterworte anpa im’Pn bnpi ia-n, so schloß er dieses so reiche Leben auch rn-nya anp oipoa anp. Es soll hier nicht meine Aufgabe sein, ein Lebensbild des großen Verstorbenen, der uns so plötzlich entrissen worden, hier zu zeichnen, für diese hohe Aufgabe fühle ich meine Kräfte zu schwach, mögen Sie mir nur, geschätzter Herr Redakteur , gestatten, in wenigen Worten über das Leichendegängniß mioa wyv -naa zu referiren. Wie ein Blitzschlag traf die Nachricht, die B"» ’NSiD nach allen Seiten hin durch den Telegraph verbreitet wurde, in alle Kreise, und wem es seine Zeit nur irgend gestattete und wer glauben durfte, noch zur rechten Zeit in Würzburg eintreffen zu können, machte sich auf den Weg, um dem Verstorbenen die letzt« Ehre zu erwcisen. Die 'np war auf Z'/s Uhr angesetzt; doch ehe der Zug sich in Bewegung setzte, sprach ein Jugendfreund oes Verstorbenen, der ehrwürdige Rabbiner Ad ler aus Aschaffenburg 1 muten i'vthn’ 'n herzergreifende Worte der Liebe und Freundschaft. Der Zug zählte nach Tausenden und gewiß wären noch viel mehr gekommen, wenn nicht durch b"' die Trauernach- *) Anm. der Red.: Wiewohl ein Theil des hier von unserm geehrten Herrn Mitarbeiter Gesagten bereits im ersten leitenden Artikel von uns milgetheilt ist worden, so werden unsere geehrten Leser es mit uns angemessen finden, daß wir die obige Correspondsnz unverkürzt wiedergeben. richt erst relativ spät verbreitet werden konnte und dadurch ferner Wohnenden es unmöglich gemacht worden war, nach Würzburg zu kommen. Alle Straßen, durch welche der imposante Zug sich bewegte, waren von der Volksmenge angefüllt, welche in tiefem Schweigen zu beiden Seiten Spalier bildete, viele Läden waren geschloffen. Auf Wunsch der Familie wurde die Leiche nach dem eine Stunde entfernten Höchberg gebracht, auf.dessen hochgelegenem Begräbnißplatz bereits mehr als 40 Jahre jra cma» 'n in kühler Erde ruht. Am offenen Grabe sprach nun der Schwiegersohn des Verstorbenen, Herr Rabb. Fromm herzergreifende Worte. vtensi Pmten aan ’UN ujn, so begann er seine erschütternde Rede und schilderte den Verstorbenen als Familienvater, Gemeindevater und Lehrer in Ptn»», schilderte seine Liebe und Begeisterung für die min, in schöner Wendung an die letzten Worte Moscheh's na-ian rwi und dessen Tod anknüpfend. Nach ihm sprach der Redacteur d. Bl., Herr Rabbiner Or. Lehmann dem als Nichtverwandtcr eia weiterer Spielraum der Betrachtung als dem ersten Redner gestattet war. An den schönen Midrasch anknüpfend, in welchem die Vorzüge Moscheh's mit denen der Stammväter verglichen und erörtert werden, zeichnete uns der Redner ein lebensvolles Bild des Verstorbenen, das Niemanden ungerührt und unbewegt ließ, irrp dj nPi iry nnna* KP. so sprach er, sein Auge war nicht umdunkelt; wenn man sich klar werden wollte über nmo und hon, über nmo und nüö, so wendete man sich von allen Enden an ihn und bei ihm konnte man Aufklärung finden, denn ihm war über -in'v und *vdk der Blick nicht getrübt , er beherrschte wie Wenige das ganze Gebiet der so reichen Talmudliteratur: wenn es galt zu kämpfen für das bedrohte Judenthum, so stand er in erster Reihe, und feinem Einflüsse, seinem edelsten Streben ist so Vieles wunderbar gelungen; wenn ein Nothschrei des Elends und der Armuth von irgend einem Ende der Welt gehört wurde, der Verstorbene war bereit, durch unermüdliche Thätigkeit der Noth zu Hilfe zu eilen. Und dann schilderte der Redner die Liebenswürdigkeit und Leutseligkeit des Verstorbenen, daß Jeder, der das Glück gehabt hatte, ihn zu kennen, sich sagen mußte: Ja, so war er, so hat er gelebt. Zum Schluß wandte der Redner sich noch an die Gemeinde und ermahnte sie, die durch den Verstorbenen einen Weltenruf erlangt, das Andenken deffel«

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