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Der Israelit · 1878-10-23 · Heft 43 (23.10.1878) · page 6

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Journal
Der Israelit
Volume
19 (1878)
Issue
Heft 43 (23.10.1878)
Date
1878-10-23
Page
– (sequence 6)
Language
German
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1056 befürworteten, daß das Land sich d?m Berliner Vertrage unterwerfe, forderten jedoch die Einberufung einer Konstituante. Soinov erachtete für alle Punkte mit Ausnahme der Judenfrage die Kammern für kompetent. Demeter Ghika unterstützte die Motion, welche ein Kompromiß zwischen den Parteien sei. Demeter Sturdza beschuldigte das Ministerium des Mangels an Voraussicht und erklärte die Annahme der Dobrudscha für unmöglich, nachdem die gegenwärtigen Kammern und die Regierung sich gegen die Besitzergreifung ausgesprochen hätten. — Hierauf wurde die weitere Verhandlurg auf eine Abendsitzung vertagt. Bukarest, 11. Oktober. In der Nachtsitzung stimmte der Senat der Motion betreffs des Berliner Vertrages in der Kemmissionsfassung zu. Während der Debatte widerlegte Minister Cogalniceano die Ausführungen Sturdza's und ver- Iheidigt die Konvention vom 16. April, welche Rumänien feine Individualität gesichert und dessen Freiheiten garantirt habe. Bessarabien sei nach den Ansichten Europas schon lange zur Retrocession bestimmt gewesen. Die Dobrudscha sei eine gute Acqursition. Schließlich richtete der Minister an den Senat die Mahnung, endlich mit dem Berliner Vertrage fertig zu werden. — Capo bekämpfte die Motion, weil sie die Bedeutung einer Indemnität für die Regierung habe. Bofeano und Boeresio unterstützten die Motion, an die konservative Gesinnung des Senats appellirend. Ministerpräsident Bratiano bedauerte, daß sich im Senate Mißtrauen kundgebe. Der Senat möge sich in solchen Fragen einstimmig aussprechen. Schließlich zerstreute der Minister die betreffs der Dobrudscha gehegten Besorgnisse. — Nachdem Epureano seine Motive zurückgezogen hatte, entschied der Senat, wie oben angegeben, und zwar mit 43 gegen 8 Stimmen. Bukarest, 12. Oktober. Die heutige Sitzung der Kammer war sehr stürmisch. Die Minorität entwickelte durch Jonesco eine Motion auf Zurückweisung der Dobrudscha, welche ein Zankapfel werden würde. Kogalniceano erklärte, Europa habe Rumänien die Dobrudscha zugedacht, um den russischen Einfluß zu restringiren, Rußland beide Donauufer wegzunehmen und Bulgarien zu verkleinern. Ferner theilte Cogalniceano verschiedene Dokumente mit, darunter einen vertraulichen Bericht Ghikhs und Sturdzas, welch' Letzterer heute opponire. Cs gehe aus diesem Bericht hervor, daß Bessurabren für Rumänien seit der Reichstädter Zusammenkunft verloren gewesen sei. Bezüglich der Iudenfra e schließe er sich der Ansicht Jonesco's an, dieselbe zu vertagen. Majoresco verlangte die sofortige Einberufung einer konstituirenden Versammlung. Holban trat diesem Verlangen entgegen. Bratiano brachte die im Senate entwickelten Argumente vor und sagte, man müsse den Vertrag ratiflziren, wenn man das rumänische Gebiet von russischer Seite geräumt sehen wolle. Die Debatte wurde unter lärmenden Zwischenfällen geschloffen und die Motion der Minorität mit 78 gegen 20 Stimmen verworfen, dagen die Motion der Majorität mit 83 gegen 17 Stimmen angenommen. Der Präsident der Kammer erklärte, daß er in Folge des Zwischenfalls demissionire. Der Schluß der Session wird wahrscheinlich am Montag stattfinden. Amerika. Baltimore, 21. Sept. Die neue Synagoge der „Bikor Cholim-Gemeinbe" an der High, unfern der Fayettestr., wurde gestern im Beisein einer großen Anzahl Andächtiger eingeweiht. Den feierlichen Gottesdienst leitete Rabbiner Dr. Schneeberger von der „Chizak Amuno - Gemeinde" an Lloyd-Straße. In Procession stellte sich die Gemeinde vor der Synagoge auf und trat dann unter Führung ihres Vorbeters Hrn. Jos. Eisner und Absingen einer Hymne in dieselbe ein. Nach Vollziehung feierlicher Ceremonie'n hielt Rabbiner Dr. Schneeberger eine Predigt in englischer Sprache, in welcher er sich über die Geschichte der Israeliten, ihre Religion, die alten Tempel, die Verfolgungen, welchen sie ausgesetzt waren u. s. w., aussprach. Nachdem ein Gebet gesprochen und einige Ceremonie'n vollzogen waren, hatte die Feier ihr Ende erreicht. Mayor Latrobe wohnte der Einweihung bei. Unter den der Synagoge der Gemeinde gemachten Geschenken befinden sich ein eleganter Sammet-Vorhang vom Vorbeter Hrn. Eisner und ein prachtvolles Fenster von Frau Dr. Painter. Die frühere Synagoge der „Bikur Cholim- Gemeinde" Nr. 26, Nord Exeter-Straße, ging käuflich an die russische Gemeinde über, welche gestern ihren Eröffnungs - Gottesdienst daselbst hielt. Feuilleton. Kabbi Koselumrm von Kosheim. Eine historische Erzählung. Xlll. Rabbi Joselmann trat vor die Stufen des Thrones, verbeugte sich und sprach mit lauter Stimme.

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