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Der Israelit · 1878-10-23 · Heft 43 (23.10.1878) · page 4

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Journal
Der Israelit
Volume
19 (1878)
Issue
Heft 43 (23.10.1878)
Date
1878-10-23
Page
– (sequence 4)
Language
German
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1054 stets war sein gottgesegnetes Wirken vom besten Erfolge gekrönt. Was haben die Armen durch sein Fortgehen verloren! Wie viele Thränen hat er getrocknet, wie viele Hungrige gesättigt, wie viele Hilfsbedürftige gekleidet! Wie liebevoll war er gegen Alle und Jeden, die mit ihm in Berührung traten! Aber diese unendliche Menschenliebe, sie konnte nicht einen Augenblick sein Auge trüben, wenn es die Aufrechterhaltung unsrer heiligen Religion oder einer ihrer Vorschriften galt. Da war' er unerschütterlich , da ließ er sich durch keine Rücksicht bestimmen i\ry ins iö sein helles Auge ward nie verdunkelt. — vnnswi *]60Dn oy Titwsff *ido ’:n rwo1? ->a-r opy’ ’rpty ’jni "]bv K'Diew n&ODn oy nff« rm nrco iöms? 'jco D\s-)’nD Dm inbic' NO->£Nt> fisx nbvTob .pmm pm-p nwas otoi „Jakob sagte zu Moscheh: Ich bin mehr als du, denn ich habe mit dem Engel gestritten und ihn besiegt. Moscheh entgegnete': Du hast mit dem Engel auf Erden gekämpft, ich aber bin hinaufgestiegen in ihr Gebiet, und sie mußten vor mir sich fürchten, wie es heißt: die Könige der (himmlischen) Heerschaaren erzitterten, erzitterten." Auch die Ideen des sogenannten Zeitgeistes sind Engel, Boten Gottes. Wie einst der Schutzengel Esaws den Jakob lähmen wollte, so treten tagtäglich die verführerischen Ideen des Zeitgeistes an den Menschen heran, ihn zu verführen, ihn in seiner gottgebotenen Thätigkeit zu lähmen. Nur durch den reinen Geist der Gotteslehre gelingt es, diesen verführerischen Ideen siegreich eutgegenzutretrn. — Unser geliebter Lehrer, um den wir hier klagen, ward in einer Zeit geboren, in der jene Ideen übermächtig waren und sich überall die Herrschaft errangen. Von gottesfürchtigen Eltern nur in der Thora und für die Thora erzogen, erkannte der edle, große Mann, daß er berufen sei, jene Zeitideen zu bekämpfen. Er begab sich «ansco in'w, er erlangte weltliches Wissen und brachte es auch darin bald zur Meisterschaft. So gelang es ihm, den Kampf aufzunehmen und siegreich darin auszuharren. Vielfach ist das Vorurtheil vorhanden. ..der'Würzburger Naw" habe seine Zeit nicht genugsam verstanden, er sei zu starr, zu streng gewesen. Diesem Borurtheile muß ich mit aller Entschiedenheit entgegentreten. „Der Würzburger Raw" hat seine Zeit verstanden wie Wenige. Gerade durch seine unerschütterliche Consequenz ist es ihm gelungen, zu erhalten und zu retten. Die Lehrerbildungsanstalt, die er gegründet, ist ein segensvolles Institut, das so recht den Bedürfnissen der Zeit angemessen ist. Durch gediegene, charakterfeste , religiöse Lehrer, mit weltlichem wie mit religiösem Wissen genugsam ausgestattet, wurden die Gemeinden, wird namentlich die Jugend dem Judenthume erhalten. Nur dadurch, daß der Heimgegangene seine Zeit verstand und den Bedürfnissen derselben überall, wo es das jüdische Religionsgesetz gestattete, gerecht wurde, -voll und ganz gerecht wurde, war es ihm möglich, die hohe Achtung seines Königs, die volle Anerkennung der hohen Behörden zu erlangen und zu erhalten. Ich will nur das eine Beispiel anführen, daß es ihm gelungen ist, für die jüdischen Soldaten in Bayern die Befreiung vom Dienste am Sabbat — nicht als ausnahmsweise Gunst, sondern als gesetzliche Bestimmung — zu erlangen. Und nun möge es mir gestattet sein, einige Worte an die Gemeinde des theuren Tobten, der seine nächste Wirksamkeit galt, zu richten. Wie der geehrte Vorredner es bereits hervorgehoben, ist Würzburg in jüdischen Kreisen berühmt geworden durch den „Würzburger Raw". O, wie war er Ihnen ein treuer Hirte, ein liebevoller Lehrer! *tin mjos "i -jXyD d in»aa min iuppan Sie durften unmittelbar aus seinem Munde, das Wort der Lehre hören, Ihnen war er vor Allen ein gottgesandter, himmlischer Bote! Ach, dieser Mund, dem die Perlen der Weisheit entströmten , ist nun verstummt für immer, Ihr geliebter Lehrer, der jedes Gemeindemitglred mit treuer Liebe umfaßte, ist nun gestorben. Doch nein, ^2-, nvo rc *6 in dem Sinne, wie unsre Weisen lehren, daß unser Lehrer Moscheh nicht gestorben, in demselben Sinne ist auch Rabbi Seligmann Bär nicht gestorben; er lebt fort durch sein Lehren und Wirken. Und in demselben Sinne, wie die Weisen behaupten , daß na 00 u’ux 3py», daß unser Vater Jakob nicht gestorben, sondern daß er fortlebt in seinen Nachkommen — in demselben Sinne ist auch der große Mann, dessen irdische Ueberreste nun bald dem Schooße der Erde übergeben werden, nicht gestorben; er lebt fort in seinen Söhnen, Schwiegersöhnen und Enkeln, die ihm gleichen. — O, Ihr Männer von Würzburg und ^es Kreises Würzburg, ehret das Andenken des großen Mannes, den Ihr so glücklich wäret, fast vier Jahrzehnte lang den Eurigen zu nennen! Und Ihr könnt dieses geheiligte Andenken njchl besser ehren, wie wenn Ihr einen Nachfolger bestimmt, der in demselben Sinne und Geiste lehre und wirke, wie der theure Todte — wenn Ihr einen seiner Söhne, Männer, die durch Frömmigkeit und Gelehrsamkeit yervorragen, die als Rabbinen so segensvoll ihren Gemeinden vorstehen, auf den leider vacant gewordenen Rabbinersitz berufet. Möge das noi dieses großen, edlen Mannes, der nunmehr bald D'arnp? non p-isa -»ipk „den Heiligen, die im Schooße der! Erde schlummern," zuzuzählen sein wird, dieser

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