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Der Israelit · 1878-10-09 · Heft 42 (9.10.1878) · page 17

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Journal
Der Israelit
Volume
19 (1878)
Issue
Heft 42 (9.10.1878)
Date
1878-10-09
Page
– (sequence 17)
Language
German
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XIX. Jahrgang. Zweite Leilage zu Ur. 41 & 42 des Israelit. Leitende r Artikel. Kirschs 'Uentateuch-Hommentar. (Schluß.) Damit sind Knm«n die pan rs-□ zu beherzigenden Momente erschöpft. Als der von Bar Kochba geleitete Aufstand unter Hadrian sich als eine unheilvolle Verirrung erwiesen, und es galt, für alle Zeiten dem jüdischen Bewußtsein die Warnung stets gegenwärtig zu halten, mit eigener Macht nie wieder den Versuch zur nationalen Wiederherstellung zu machen, diese nationale Zukunft vielmehr ausschließlich und allein der GotteSwaltung anheimzustellen, schrieben — als die niedergetretene Nation wieder aufzuathmen begann und schon die bloße Gestattung, die Hunderttausende um Bethar Gefallenen endlich zu begraben, als den Anfang einer bessern Zeit begrüßte — nahmen die in Jabna tagenden Weisen eine vierte Beracha: auaani aiön in das tägliche Tischgebet ihres Volkes. in welcher das Andenken an die beispiellose Niederlage zu Bethar in dem Dank verewigt wird, der schon die Erhaltung der Leichen und deren Bestattung als überschwängliche Gnade begrüßen dürfte, 3ian mop^ unic? 3»aam innon (Berachoth 48 b.). und für alle Zukunft hin den Blick von jeglicher Menschenhilfe ab und ganz allein auf Gott, ausschließlich auf Gott hinrichtet, «in '01 3'on 6nn '01 ->OL" Nin ntd nid np 3'2'. Eine tief ethische Bedeutung scheint der Halacha inne zu wohnen, die die Gemeinsamkeit des nährenden Genusses zu einer ganz besonderen Beherzigung durch die Bestimmung hervorhebt, daß, wenn drei oder mehrere zur selbstständigen Mündigkeit Gereifte, msa 23, sich zum gemeinschaftlichen Brodgenuß zusammengesetzt, sie diese Gemeinsamkeit auch in der Beracha festhalten und, durch Einen von ihnen zum gemeinschaftlichen Beracha-Sprechen aufgefordert, er sowohl wie sie es beherzigen, daß Ein Ernährer und Eine Güte den Einen wie den Andern gespeist, 'ui utdnit 7113 ,öbto i^anw -paa, und dann Einer die Berachah für Alle spricht, welche die von Einem gesprochene Beracha durch jen zu der ihrigen machen. Wenn nichts den Menschen so sehr wie das Nahrungstreben in sein Ich zmückwirft und den Einen zum Nebenbuhler des Anderen zu machen geeignet ist, soll, wie uns scheint, diese Gemeinsamkeit des Genusses und der Beracha durch den Gedanken der Allen in gleicher Weise gleichzeitig zugewandten GotteSgüte die Befreiung der Gemükher von selbstsüchtigen Gedanken vollbringen, und beschränkt sich daher (*]H2.7 rsia wesentlich auf }in (Berachoth 46 a. laoin). Hier folgt anknüpfend an die Worte 513131 'n 'n na ein ausführlicher Excurs über die große von unseren Weisen geschaffene Institution der Berachoth, von welcher das ganze jüdische Leben durchwoben ist. Ueberall wird der Leser von dem feinen Tact überrascht, dem nicht nur die leiseste Nüancirung des Textes, sondern selbst der Tonzeichen nicht entgeht. — So wird zu Cap. IV. 14 bemerkt: wp«h oniK oacwyP ebenso V. 5. 3-93 pnwyV pxn. Im d’ibid ppn des -T'jfin wird eine Bemerkung des n"K mitgeiheilt, die auf das Bedeutsame dieser Accentuirung aufmerksam macht, welche mit p ri'ivyb und mit anx DantpyP den Gedanken des Satzes zuerst abschließt und das pwi aipa und p«a nur als besondere Nachfügung läßt. Es wäre damit gesagt: Die Erfüllungspflicht der Gesetze ist eine absolute, für immer und überall gegebene. Zunächst freilich und zur voll beglückenden Lösung ist uns das Land zum national eigenen Boden der Verwirklichung unserer Aufgabe als Gottes Gesetzesvolk bestimmt." Aber nicht nur das Judenthum und das jüdische Gesetz, sondern auch das jüdische Volk und seine Eigentümlichkeiten finden wir durck die lichtvolle Auffassungsweise des Verfassers oft imjSchriftwort treffend gezeichnet. Auch hierfür möge ein Beispiel noch zum Schluffe angeführt werden. Zu den Worten (Cap. 4, 28) '512 aniiWJi 3BDO wird bemerkt: Obgleich gering an Zahl, bleibt ihr doch ein gesondertes 'U unter den du, eine besondere Nationalität unter den Nationen. Erwägt man, daß, so weit bekannt, man noch heute höchstens vier bis fünf Millionen Juden, also höchstens die doppelte Zahl der aus Egypten gezogenen zählt, erwägt man, daß diese Zahl bereits zu Davids Zeiten erreicht, ja überschritten war, erwägt man, daß trotz des Abgangs der zehn Stämme zur Zeit deS zweiten Tempels (nach Pesachim 64 b.) *) Anm. der Red.: Soll wohl p2'lH D313 heißen.

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