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Der Israelit · 1878-10-09 · Heft 42 (9.10.1878) · page 7

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Journal
Der Israelit
Volume
19 (1878)
Issue
Heft 42 (9.10.1878)
Date
1878-10-09
Page
– (sequence 7)
Language
German
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1021 lausorden dritter Klasse. Wie „Hamelitz" meldet, war Herr Danzig der einzige Jude im Sanitätsdienste. Amerika. Philadelphia» Ein Farmer Namens Pardon Kenyon in Greenfield Township, welcher zu den Seventh Dah Baptisten gehört (eine christliche Secte, welche gleich den Israeliten den Samstag als siebten Tag feiert) wurde, weil er am Sonntag in seinem elf Meilen von der Kirche entfernten Garten, obschon geräuschlos, arbeitete, mit vier Dollar Strafe nebst Kosten belegt. (Iew. Rec.) Feuilleton. Aabbi Zoselmann von Aosheim. Eine historische Erzählung. XII. Rabbi Joselmann kehrte in seinen Gasthof zurück. Sein Herz war voll Dank gegen den Allgütigen , der ihn so wunderbar geführt und ihn hatte Gunst finden lassen in den Augen des Kaisers; er wollte so ganz aus vollem Herzen Gott danken; aber die Stadt, und auch der Gasthof, waren voller Heiligen-Bilder. Da erinnerte er sich, daß auch einst Moscheh in Mizrajim vor das Thor der Stadt hinausgctreten war, um Gottes Namen anzurufen. Er ging in den Stall, sattelte sein Pferd und ritt den Berg hinunter durch die Stadt. Als er an das Thor kam, durch das er Vormittags eingeritten war, betrachtete ihn der Thorwächter mit scheuen Blicken. Rabbi Joselmann hielt sein Pferd an und sprach: „Ihr braucht Euch meinetwegen nicht mehr zu fürchten, guter Thorwart, seht, ich habe von Kaisers Majestät einen Schutz - und Geleitbrief erhalten, frei aus- und einzugehen in Salzburg und daselbst solange zu wohnen als es mir gefällt." „„Das freut mich, Herr Jude, Euret- und meinetwegen. Vor einer Viertelstunde war wieder ein Jude am Thore; er fragte, ob nicht schon ein Jude in Salzburg eingeritten sei; ich aber habe ihn zurückgewiesen"" „Nannte er nicht den Namen des Juden, den er suchte?" „ „Doch, er nannte ihn Joselin von Rosheim." " „So heiße ich. Gewiß hat der Mann eine wichtige Botschaft für mich." „ „Wenn Ihr ihn sprechen wollt, er kann noch nicht weit sein. Reitet nur dort hinaus, so werdet Ihr ihn bald einholen."" Rabbi Joselmann gab seinem Pferde die Sporen und galoppirte in der angegebenen Richtung dahin. Bald sah er auf einem Steine einen Mann sitzen, dessen Pferd an einen Baum gebunden war. „Abraham von Colmar!" rief Rabbi Joselmann. Der Angerufene erhob sich. „„Gelobt sei Gott,"" sagte er, „der mich Euch hat finden lassen; ich bin den weiten, weiten Weg hergeritten, um Euch zu sprechen, und an den Thoren der Stadt, in der Ihr weiltet, hat man mich zurückgewiesen."" „Wart Ihr unlängst in Rosheim? Habt Ihr meine Frau und meine Kinder gesehen?" „„Ich war dort, um Euren Aufenthalt zu erkunden. Sir sind gesund und senden Euch herzliche Grüße. Eure beiden ältesten Söhne, Jakob und Moscheh, machen glänzende Fortschritte iw Talmud; ganz Rosheim ist ihres Lobes voll. — Was mich herführt, ist ein schreckliches Unglück, das uns Juden von Colmar bedroht. Auf die Bitte und Vorstellung einiger Judenfeinde, die im Magistrate der Stadt sitzen, hat der Kaiser einen Befehl zu unsrer Austreibung binnen kürzester Frist gegeben. Wohin sollen wir uns wenden mit Weibern und Kindern? Was soll aus unfern Häusern und Wohngeräthen werden, was aus unsrer Synagoge und dem heiligen Orte, auf dem die Gebeine unsrer Vorfahren rnhen? —"" Thränen entströmten den Augen des Mannes; er trocknete sie und fuhr zu reden fort: „„Nun haben wir vernommen, daß Ihr, Rabbi Joselmann, in der Frankfurter Bücher-Verbrennungs-Angelegenheit an den Hof des Kaisers nach Salzburg gereist seid; da bin ich Euch nachgeschickt worden, damit Ihr auch unsre Sache vor den Kaiser bringet und unter göttlichem Beistände das böse Verhängniß abwendet."" „Gut, daß Ihr mich heute gefunden; ich werde morgen Audienz beim Kaiser haben." „„Beim Kaiser? beim Kaiser selbst? O, Rabbi Joselmann, Ihr seid ein Engel Gottes, und Gott ist mit Euch."" „Ja, Gott ist mit mir; Ihm sei ewig Lob und Preis; ich kann Euch nicht schildern und nicht sa-

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