Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 19 (1878)
- Issue
- Heft 38 (18.9.1878)
- Date
- 1878-09-18
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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944 Gedächtnißrede auf seinen leider so früh verstorbenen Sohn, Lazar Geiger, hervor und von früheren Arbeiten nste-no pj&d (2 Hefte) und verschiedene Aufsätze in der Zeitschrift v'U und 'zro jnoir. Außerdem sind noch handschriftlich vorhanden viele Hunderte der in der Lernkippe und «v'ip ^gehaltenen rrnm, Erklärungen schwieriger Stellen und Fragen und Randglossen in den von ihm benutzten DnED. Alle diese Schriften zeichnen sich durch einen eleganten Styl aus, welcher stellenweise durch kaustisch witzige Wendungen an die Blüihezeit der jüdischen Literatur erinnert. Auch in seinen Unterhaltungen, in denen er sehr liebenswürdig war, macht dieser Witze sich geltend, da sprudelte es von Laune und Humor; aber stets drehte sich das Gespräch um ernste Dinge, min noi bildeten den Gegenstand derselben. Aber auch auf anderm Felde entwickelte der Verstorbene eine rege Thätigkeit; so verdanken viele wohlthätige Vereine seiner Initiative und seiner Mitwirkung ihre Existenz, wie z. B. der Verein zur Aussteuerung unbemittelter israelitischer Bürgerstöchter und der Verein „Gegenseitigkeit." Hervorragendes leistete er in der D\ropn rron, der er als tfyätiQeä Mitglied 54 Jahre angehörte, und deren Senior er fast 20 Jahre lang war. Sein Eifer für dieses Ehrenamt und diese Ehren- Berufspflicht war so groß, daß das zunehmende Alter ihn in der Ausübung derselben nicht stören konnte. Fast erblindet, ließ er sich noch zu jeder 'iit> führen und noch 4 Wochen vor seinem Tode, als er das 86. Lebensjahr schon überschritten hatte, übte er noch auf dem porva die Functionen eines Mitgliedes der p"n. An seinem Grabe sprachen Herr Guggenheim im Namen der p"n, die Verdienste des Verstorbenen als Mitglied der Brüderschaft beleuchtend und Herr Leo Geiger, der ihn, den Senior der Familie, in seinen Eigenschaften als Mensch, Freund und Verwandter schilderte. —b— Mayen In dem von hier einige Stunden entfernten Städtchen Andernach am Rhein befindet sich bereits seit vielen Jahren eine Irrenanstalt, welche in jüngster Zeit mit der Provinzial-Heil- und Jrreanstalt verbunden wurde. In derselben befinden sich leider sehr viele jüdische Kranken. In früheren Jahren wurde bei einem eingetretenen Sterbefalle eines solchen, sofort die jüdische Gemeinde in Andernach hiervon benachrichtigt und die Leiche alsdann auf dem jüdischen Begrabnißplatz in Miesenheim beerdigt. Dieser ist eine halbe Stunde von Andernach entfernt. In letzterer Zeit hat die jüdische Gemeinde in Andernach sich einen eigenen Begräbnißplatz acquirirt; ob nun hiermit auch eine Sparsamkeit eingetreten ist, und die Begrabnißkosten nicht gerne aus Gemeindemitteln bewilligt wurden, kann Einsender nicht behaupten, jedoch wurden seit länger als zwei Jahren keine in der mehrerwähnten Anstalt Verstorbenen auf dem jüdischen Friedhofe beerdigt. Die Vermuthung liegt deßhalb sehr nahe, daß dieselben auf christlichen Begräbnißplätzen beerdigt werden, und ist es deshalb jedenfalls im Interesse einer jüdischen Sache und eine non diesem Uebel abzuhelfen. Vielleicht würde diese Anregung dazu beitragen, zu erfahren, wie es bei anderen ähnlichen Anstalten in solchen Fällen zugeht. Oesterreichisch-Ungarische Monarchie. Karlsbad. Das „Wiener Tagblatt" berichtet, daß die Baronin Rothschild (welche?) aus Paris am 28. August dahier angelangt und im Hotel Bernhard abgestiegen ist. Der Hotelbesitzer hatte große Vorbereitungen getroffen und namentlich auch viele seltene und theure Speisen aus Wien und Prag kommen lassen. Um so überraschter war der Wirth, als er erfuhr, daß die Baronin nicht bei ihm essen, vielmehr nur von ihrer eigenen Köchin, nach jüdischem Ritus zubereitete Speisen genießen werde. Um jedoch den Wirth für seine Vorbereitungen schadlos zu halten, beauftragte sie denselben, täglich zwanzig nichtjüdische, arme Curgäste auf ihre Kosten zu speisen. Amerika. New-Orleaits Viele Juden sind ein Opfer des gegenwärtig im Süden herrschenden gelben Fiebers geworden. In Memphis ist der Rabbiner der orthodoxen Gemeinde, Herr Ferdinand Sarner, daran gestorben. In Folge der wüthenden Krankheit sind viele Juden in traurige Verhältnisse gerathen, weßhalb unter den Glaubensgenossen * in den Vereinigten Staaten eine Collecte für dieselben veranstaltet wurde. Feuilleton. Aabbi Ioselmann von Kosheim. Eine historische Erzählung. IX. Auf Anlaß des Kurfürsten Uriel wurden die von Pfefferkorn confiscirten hebräischen Bücher in