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Der Israelit · 1878-08-21 · Heft 34 (21.8.1878) · page 19

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Journal
Der Israelit
Volume
19 (1878)
Issue
Heft 34 (21.8.1878)
Date
1878-08-21
Page
– (sequence 19)
Language
German
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845 allem Erdenglück, aller Achtung entsagt, um daS Eurige zu wahren. Diese Rufe tönen ihnen überall entgegen, die Verfolgung wälzt sich heran, der Kerker nimmt die bleichen Opfer auf, die Folterkammer öffnet sich, der Scheiterhaufen wird aufgethürmt, um Israel zu beglücken. lind doch läßt Byron den Juden nicht winselnd um Gnade flehen, nicht wirft sich der Gepeinigte vor seinem Dränger nieder, auch weist er nicht trotzig jede Belehrung zurück. Mit ruhigem Stolze erwidert er auf die Anklagen feiner Peiniger : War* falsch mein, wie Du'S schmähest so gern, Nicht braucht ich zu wandern vom Vaterland fern. Dann schwur ich nur ab unser heiliges Buch, Und von meinen Schultern bald wich Dein Fluch. Braucht sich Juda mehr gegen die Anklage der Falschheit, Selbstsucht und deö thörichten Starrsinnes zuvertheidigen? Eben jene sogenannte Starrheit, womit es das Erbe seiner Väter verfechtet, jene Verachtung aller Erdengüter zeugt für den hohen Sinn eines Volkes, daS solcher Opfer fähig ist und daher mit Recht auSrufen kann: Für Gott gab ich hin. — soviel schenkst Du mir nie, Noch der, dem Du betend Dich beugst auf die Knie (Stärker das Englische: As the God, who permitts the to prosper doth know) Ihm leb' ich und hoff' ich — Du hast in der Hand, Was ihm ich geopfert, mein Leben, mein Land. Mit solchem Stolze, das weiß Byron, darf der Jude sprechen; . dies Gefühl, das erkennt er, das edelste, was jemals ein Volk bewegt hat, ist zugleich die Stütze Israels, sein Leben und sein Hoffen in der düstern Zeit, wodurch es sein Bewußtsein und seine Würde nicht verliert. Und soll man nun stets neue Leiden auf dieses Volk häufen? Sollen Staaten und Fürsten stets fühllos den Gepeinigten gegenüber stehen und ihm die Rechte versagen, die ein Eigenthum aller Menschen sind? Nein! ruft Byron diesmal mit eigenem Munde seinen Zeitgenossen zu, Beklagt sie, die an Babels Strom geweint, Ihr Land, ihr Tempel öd und todt erscheint. Weint um die Harfe Juda's, die zerbrach! Der Heide thut der Wohnung Gottes Schmach! Diese Worte läßt Byron mit großem Freisinne nicht den Juden selbst sprechen, der ist zu stolz, um zu winseln, er verlangt keine Gnade, als nur von seinem Gotte. Diesmal spricht der Dichter! selbst, der außenstehende Beobachter, von Jsräel, ihn, den Dichter, erniedrigt es nicht, wenn er Königen und Staaten zuruft, sie möchten Israel doch beklagen, das nur eine erhabene Vergangenheit und Zukunft, aber eine so trostlose Gegenwart hatte. Es sind daher nicht die Worte des Juden (wie es oft mißverständlich aufgefaßt wurde), wenn eS im weiteren Laufe des Liedes heißt: Wann ruhet Juda's wundgetretner Fuß? Wann tönt von Zion wieder Sangesgruß? Die Taube hat ihr Nest, der Fuchs die Kluft, Der Mensch sein Land, Israel nur die Gruft. Mit diesen Worten mochte Byron wohl das Mitleid der Völker für Israel wachrufen wollen, die bedenken möchten, daß das Leben in gewöhnlichem Sinne dem Juden so wenig böte, wie er sie keinem Juden in den Mund gelegt hat, so drückten sie schwerlich seine eigene Ansicht aus. Er hat eS ja selbst ausgesprochen, daß die Zuflucht deS Juden die unerschütterliche Zuversicht auf den hohen Schützer ist, für den es „freudig mehr hingegeben, als eS jemals durch Abfall wiedererhaltea kann"." (Schluß folgt.) Literarischer Iericht. Jüdische Elemente im Koran. Ein Beitrag zur Koranforschung von vr. Hartwig Hirschfeld. Berlin. Selbstverlag. 1678. Schon seit mehreren Decennien ist Dasjenige was Muhammed dem Judenthum entnommen hat, ein besonders wichtiger Gegenstand der Koranforschung geworden, und zwar ist dies von so vielen namhaften Forschern geschehen, daß eS kaum möglich scheint, dem Thema noch neue unentdeckte Seiten abzugewinnen. — Daß dies, aber trotzdem sehr wohl möglich ist, beweist die vorliegende treffliche Schrift des noch jugendlichen Verfassers, die in der That eine sehr reiche Ausbeute der hierhergehörigen, bis jetzt noch nicht genügend, oder gar nicht gewürdigten Momente enthält. Liegt es auch in der Natur der Sache, daß die Resultate dieser Arbeit, in erster Reihe den Koranforscher iuteressiren, so bedarf eS dennoch keines weiteren Hinweises auf das Interesse, welches sich für jeden Juden an eine derartige Arbeit knüpft. — Man kann eine solche Studie nicht mit jüdischen Augen betrachten, ohne auf's Neue von der großen, herzerhebenden Wahrheit sich gehoben zu fühlen: mbn nrwi O’U rr^ro „Du wirst

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