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Der Israelit · 1878-08-21 · Heft 34 (21.8.1878) · page 20

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Journal
Der Israelit
Volume
19 (1878)
Issue
Heft 34 (21.8.1878)
Date
1878-08-21
Page
– (sequence 20)
Language
German
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846 viele« Böller« leihe«, aber Nichts von ihnen entlehnen.- Der Islam ist bekanntlich dasjenige religiöse Bekenntniß, welches die monotheistische Idee am wenigsten getrübt, dem Judenthum entnommen hat. An der Hand gründlicher, gewissenhafter Studien, wie sie die vorliegende Arbeit bietet, sich zu überzeugen, daß jeder fruchtbare Kerngedanke des Mohamedanismus jüdisches Eigenthum ist, daß selbst die barockste Einkleidung den jüdischen Lichtgedanken nicht ganz zu trüben vermag, wie jüdischen Gottesgedanken selbst bis zur Unkenntlichkeit entstellt. dennoch eine solche geistige Kraft innewohnt, das ist in der That <nn herzerhebendes Bewußtsein, daS durch diese Schrift fast auf jeder Seite neu belebt und gekräftigt wird. Besonders verdient die Art und Weife der Behandlung des schwierigen Stoffes hervorgehoben zu werden. Obwohl bei einer derartigen Arbeit, der Conjectur immer großer Spielraum überlassen bleiben muß, so hat der Berf. von dieser Licenz doch nur einen sehr bescheidenen Gebrauch gemacht, waS dem Ganzen erst das wahre Gepräge gründlicher Wissenschaftlichkeit verleiht. — Auf die Details der Arbeit einzugehen, ist hier nicht der Ort, es möge daher nur noch eine Bemerkung über die Entstehung deS Namens Muhammed folgen, mit welcher die Abhandlung schließt. Sprenger (Lehre und Leben d. M. I. S. 155. s. f.) will ihn vou der hebr. Wurzel chamad herleiten , doch beträfen alle hierhergehörigen Citate nur leblose Gegenstände rc. Der Berf. verweist mit Recht auf das v'-r nrnnn (Daniel 10. 19) und daß (33. 23.) Daniel selbst glattweg nn>Dn genannt wird. Noch deutlicher dürfte fich dies jedoch aus JecheSkel 24. 16. ergeben: m -jod npt> ’jn dik p icno. AuS BerS 18. Tir« nom ergibt sich, daß sich der Ausdruck "idhd wohl auf Personen, beziehen kann, in vorliegendem Falle auf die Frau deS Propheten. E. Zeitungsnachrichten und Correspondenzen. Deutschland. Göttingen, 16. August. Unser Glaubensgenosse, Professor Bensey hier, der berühmte Sprachforscher und SanScrit-Gelehrte, feiert im Laufe des Monats Oktobers sein fünfzigjähriges Doctorjubiläum. Von einer Feier, die etwa in Deutschland beabsichtigt wäre. ist bisher nichts bekannt geworden; dagegen heißt es aus Oxford, daß dort ein Comitä zusammengetreten ist — an dessen Spitze «. A. Professer Max Müller und Mr. Roß, StaatSseeretär für Indien (in London) steht —, welches Comitö Sammlungen veranstaltet, um dem deutschen Gelehrten, der keineswegs in sehr glänzenden Verhältnissen lebt, an seinem Jubiläum einen Ehrensold zu überreichen. Zabrze, den 10. Aug. In Schoppinitz wurde ein großartiger Hochstapler dingfest gemacht. Ein sich Carmellin nennender Herr, der vorgab, Chefredacteur einer in Amsterdam erscheinenden Zeitschrift „Echo de l’Orient“ zu sein, bereiste unsere Gegend, um Abonnements für obige Zeitung zu sammeln. ES erhielten nämlich die angesehenste« Bürger jeden Ortes. auf der nächsten Poststation aufgegebeue anonyme Briefe, deren Inhalt aus einem Prospekte für obengenannte Zeitung bestand. Kurz darauf erschien der sich nennende Herr Carmellin, bekannte sich als Absender des ProspecteS, legte eine Anzahl Empfehlungen der hochgestelltesten Personen vor, so daß er es unter den beredtsten Worten verstand einen Abonnenten zu gewinnen, der gestützt auf die hochfeinen Recommandationen und das nach vielen Tausenden zählende Abonnement-Sammelbuch auch getrost den Abonnementsbetrag von 9 M. 36 Pf. zahlte. Als jedoch der Monat August begann, und noch keine einzige Nummer der seit dem 1. Juli bezahlten Zeitung erschien, schien doch so Manchem den Faden der Geduld zu zerreißen und, so stellte es fich bald heraus, daß C. ein Schwindler im großartigsten Maaßstabe sei und/ schon dieselben Schwindeleien in England, Holland, Belgien rc. verübt hat. Nun nahm die Criminalpolizei die Angelegenheit in die Hände vnd gelang es ihr auch, des C. nebst einer Dame in einem Hotel in Schoppinitz habhaft zu werden und dieselben zu verhaften. Hoffentlich wird den Betrüger die gerechte Strafe treffen; rch werde Ihnen seiner Zeit wohl Näheres berichten können. — Auch ich bin einer, der auf den Leim gegangen, habe nicht weniger als drei Zuschriften an die Redaction deS „Echo de POrient“ in Amsterdam mit der Anfrage um Aufklärung gerichtet, blieb jedoch, trotzdem ich einen Brief sogar einschreiben ließ, ohne jede Antwort. Oesterr. - Ungarische Monarchie. Pretzbirrg Im Dorfe Millidorf auf der Donauinsel Schitt der Preßburg starb Frau Deborah Güßkann in dem hohen Älter von 119 Jahren. Die Greisin hinterließ nebst vielen Enkeln und Urenkeln einen Sohn, der 91 Jahre alt ist. (W. JSr.)

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