Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 19 (1878)
- Issue
- Heft 33 (14.8.1878)
- Date
- 1878-08-14
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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813 dadurch unmöglich machte, daß er kurz und bündig erklärte : Der galizische Gemeindetag steht auf demBoden des positiven, überlieferten Judenthums, er wird nicht nur keinen Schritt thun, welcher gegen das in Talmud und den anderweitigen Codices niederglegte iüd.Gesetz anstößt, er wird im Gegentheil überall darauf bedacht fein, innerhalb der seiner Wirksamkeit gezogenen Grenzen das jüd Gesetz zur Achtung, Anerkennung und practischen Bethätigung in den galizischen Gemeinden zu bringen, er wird vor allen Dinen bei der etwaigen Gründung einer ehranftalt in er st er Reihe darauf sehen, daß in diesem Geiste gelehrt wird, und wird keinen Lehrer anstellen, über dessen rückhaltlose Anerkennung von rinn aroa® und b“3® min in Theorie und Praxis auch nur der leiseste Zweifel waltet. Eine solche Sprache ließe keinen Zweifel über die wahren Gesinnungen des Gemeindetags aufkommen; eind solche Sprache haben die galizischen Gemeinden ein Recht zu fordern, eine solche Sprache wäre andererseits auch die beste Propaganda für den jungen Gemeindetag. en. Zeitrrrrgsnachrichten und Correspondenzen. Palästina. Jerusalem. Die Heuschrecken haben in manchen Theilen des Landes nicht unbedeutenden Schaden, namentlich unter Oelpflanzen, angerichtet; der Preis des OeleS ist in Folge dieses sehr ge» Niegen. In Galiläa wurden die Bäume, auf denen D’jnn« wachsen, sehr geschädigt; nur in Jaffa wo prachtvolle D'anr« wachsen, blieben die Bäume von dieser Landplage befreit, da die Landbewohner aus Anordnung der Regierung, zahlreich zur Vernichtung der Heuschrecken auszogen, und ihre Mühe blieb auch nicht unbelohnt, blos die Gärten der Ackerbauschule der All. isr. univ. nrpo, genannt, sind ziemlich schwer von den Heuschrecken heimgesucht worden. Die Weizenpreise sind nunmehr wie in srüheren Jahren, also billiger geworden. Die verschiedenen aschkenasischen Gemeinden, bestehend aus 17 Kolalim, haben sich vereinigt, um in Bezug auf innere Angelegenheiten gemeinsam zu handeln. Zu diesem Zweck wurde aus den verschiedenen Gemeinden ein Com'tv von 23 Mitgliedern gewählt, welches über die Ausführung diesesUobenswerthen Schrittes zu wachen hat. Rur zu bedauern ist. schreibt der „Libanon", daß diese Vereinigung sich nicht auch auf die pecuniären Verhältnisse erstreckt; denn nur dann könne diese Einigung Bestand haben. Genanntes Blatt hofft, da nunmehr der Anfang zu einer Vereinigung gethan sei. daß auch der so wichtige von ihm angeregte Punkt als zur Aufgabe des erwählten Comites gemacht wird. England. London, 1. Aug. „vr. Abraham Benisch, der Uebersetzer der Bibel (in englischer Sprache), ist hier im 67. Jahre gestorben, vr. Benisch hatte an der Wiener Universität studirt, war aber in jungen Jahren nach England übergesiedelt, wo er im Aufträge des Oberrabbiners die erste Uebersetzung sämmtlicher hebräischen heiligen Schriften in's Englische, wie sie von den rechtgläubigen Juden ausgelegt werden, veröffentlichte. Schülern ist seine Arbeit sehr werthvoll; einige Bände sind nur mit großer Mühe zu erlangen, vr. Benisch war der langjährige Redacteur der „Jewish Chronicle" und der Verfasser von „Life of Maimonides" und „Judaism Surveyed" und anderer Werke. Er war einer der hervorragendsten Gründer der Gesellschaft für Hebräische Literatur und der anglojüdischen Association. Afrika. Maroeeo Unsere Glaubensgenossen in Marocco hoffen in der Bälde auf eine Besserstellung ihrer Lage. Der Sultan war, wie bekannt, so schwer erkrankt, daß bereits das Gerücht von seinem Ableben verbreitet war. Die Israeliten in Marocco, die wie die Juden allüberall, treue Vaterlandskinder und Anhänger des Herrscherhauses sind, haben während der Krankheit des Sultans fortwährend Gebete für die Wiedergenesung ihres Landesvaters abgehalten. Der Sultan, welcher nunmehr genesen ist und das patriotische Verhalten der Israeliten erfahren hat, ließ durch seinen ersten Secretär dem Vorstande der isr. Gemeinde seinen kaiserlichen Dank ausdrücken und spendete 2000 Franken zur Vertheilung unter jüdische Arme. (W. Isr.)