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Der Israelit · 1878-08-07 · Heft 32 (7.8.1878) · page 5

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Journal
Der Israelit
Volume
19 (1878)
Issue
Heft 32 (7.8.1878)
Date
1878-08-07
Page
– (sequence 5)
Language
German
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und womöglich vollständige Arbeit zu liefern, dazu reicht die Kraft des Einzelnen nicht aus, dazu bedarf eS des Zusammenwirkens Vieler. Herr Abraham Bick hat zu diesem Zweck eine Programmarbeit herausgegeben "iyiD HD’, welche zahlreiche Erklärungen in diesem Sinne bietet, die ein Zeugniß ablegen, daß genannter Herr wohl in jeder Beziehung die Fähigkeit besitzt, dieses große und verdienstvolle Unternehmen durchzuführen. Derselbe hat schon früher eiu Werk 3’39«nD:i herausgegeben, welches sich bereits allgemeiner Verbreitung erfreut und durch die Fülle des darin Gebotenen sowohl als auch durch die Gediegenheit desselben von Kennern hochgeschätzt wird. Genannte Programmarbeit ist es nicht minder werth, von allen Kennern der talmudischen Literatur eingehend beachtet zu werden; denn der Verfasser bietet hier, gleichsam zur Probe, eine Auswahl der trefflichsten Erklärungen, sowohl seiner eigenen, als auch derjenigen, die er von '5ns vernommen hat. Alle diese Erklärungen behandeln die mannigfachen der Thora nach der oben angedeuteten Art, um die Wichtigkeit der allergeringsten Abweichunen im Text von 'pn uvnm nachzuweisen. Wir ehalten uns vor, ausführlicher über diese Arbeit zu sprechen und einige Auszüge aus ihr zu geben; heute soll nur auf die Wichtigkeit des Unternehmens hingewiesen werden. Möge der Verfasser auch die nöthige Unterstützung bei unseren Glaubensgenossen, denen der Werth der Thora am Herzen liegt, finden. n. Berlin Die Saurengurkenzeit ist da Mit allen ihren Bitterkeiten. Da ziehen die Schaaren der Gläubigen alle hin nach den segenspendenden Quellen, an denen sie Erholung nach der verzehrenden Arbeit des Jahres, Kraft und Heilung für die durch die Miseren des Jahrhunderts ihren Herzen geschlagenen Wunden suchen. Und an ihrer Spitze schreitet gemessenen Schrittes, wie es die Würde seines Berufes erheischt, der woh'löbliche Vorstand und das noch ehrwürdigere Rabbinat, denn diese bedürfen ja vor Allem der Ruhe und Stärkung nach dem anstrengenden Kampf um's Dasein — und solch eine harmlose Gemeinde will ja auch einmal ihr Plaistr haben. Darum ziehen die weisen Häupter hin, Segen und Frieden für die Gemeinde erflehend, nach dem Elysium ihres Leibes und ihrer Seele. Aber der bejammernswerthe Correspondent! Wenn sich die verehrliche Redaktion doch auch einmal entschließen wollte, ihr Personal in die lang ersehute Ferienfrische zu schicken, damit es hier der wohlverdienten Ruhe genieße und neue Kraft zu neuer Arbeit sammeln. Aber nein! pnn non bp2. Die Zeitungen muffen versorgt werden, trotz drückender Sonnenhitze, und das Publicum muß befriedigt werden mit Waffer für seinen heißen Fieberdurst min prri. Allerdings müssen wir uns hier entschieden verwahren gegen eine materialistische Auffassung jenes Begriffs — Waffer, — als ob damit die Qualität unserer Correspondenzen bezeichnet werden sollte. Vielmehr, so wie der griechische Philosoph ThaleS aus Milet das Wasser, das Princip alles Seins nannte, aus dem Alles wird und in das Alles zurückkehrt und wie die Griechen ferner dem Okeanus und der Tethys die Entstehung deS Alls zuschrieben, so ist auch die Thora Anfang und Ende aller Dinge, Urquell alles Segens und Gedeihens. Und da der Referent dieser gesch. Blätter sich dem Dienste der heiligen Sache gewidmet und in gewissem Sinne ein Priester derselben genannt werden kann, so darf er theilweife wenigstens für seine Artikel jenen Wassergehalt in Anspruch nehmen, ohne hiermit die Grenzen der Bescheidenheit zu überschreiten. Also, wie gesagt, der Correspondent muß schreiben, berichten, schildern, rügen. — Und glücklicherweise gibt es immer noch eine liebliche Oase, die in der weiten Wüste der Saurengurkenstraße der lechzenden Feder entgegenlacht. Hier in Berlin gibt es eine Sorte von Leutchen, die rein aus „christlicher Liebe" in dieser schweren Zeit für die Erheiterung ihrer Mitmenschen sorgen. Glücklicherweise brauchen auch wir Jehudim uns vom Genuß dieses Vergnügens während der drei Trauerwochen nicht auszuschließen, weil die Sache, so komisch sie sein mag, auch eine sehr tragische Seite hat. Sie errathen gewiß, daß ich keinen andern, als Meister (nämlich Schuhmachermeister) Grünberg meine. Dieser Jüngling, D. h. an Verstand, über dessen tolles, elendes Treiben hier bereits berichtet wurde, treibt seinen Spuck immer weiter und scheint die Geduld des Publicums auf die härteste Probe stellen za «ollen. In seinem bekannten undeutschen Deutsch fährt er fort, gegen Juden und Liberale die ärgsten Schmähungen zu schleudern und bindet seinem Auditorium — seiner würdig — die buntesten Anecdoten über Schändlichkeiten desselben auf. „Juden und verjüdelte Christen, das ist die liberale Partei." „In der Schlacht von Jena haben der preußische Generalstab und die jüdischen Händler das Vaterland verrathen." „Im Jahre 1870 hat die Berliner Börse nur 3 Millionen von der damaligen Anleihe gezeichnet , so daß das arme Arbeitervotk dieselbe vollzeichnen mußte." „Das war Vaterlandsverrath seitens der liberalen Berliner Börse." Wenn der Herr lesen könnte, woran wir berechtigte Zweifel hegen, so würden wir ihm die Lectüre aus Schleidens vortrefflichem Buche über die Bedeutung deS

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