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Der Israelit · 1878-07-31 · Heft 31 (31.7.1878) · page 3

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Journal
Der Israelit
Volume
19 (1878)
Issue
Heft 31 (31.7.1878)
Date
1878-07-31
Page
– (sequence 3)
Language
German
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V /\fC» :\!T. «^9; ■! . . " 753 Leistenden zu tödten, die Uebrigen aber lebendig zu fangen. Dem Befehle gemäß tödteten sie die Alten und Schwachen, die Jüngeren und Brauchbaren aber trieben sie in den Tempel zusammen und schlossen sie in den Vorhof der Frauen ein. Zum Aufseher bestellte er über sie einen Freigelassenen , seinen Freund Fronto, welcher über das Schicksal eines Jeden entscheiden sollte. Dieser tödtete die Aufrührerischen und Plündernden. die sich einander zur Anzeige brachten, die Größten und Schönsten von den Jüngern aber suchte er aus und bewahrte sie für den Festzug. Von der übrigen Menge ließ Titus die über 17 Jahre alten binden *und schickte sie in die ägyptischen Werke, die meisten aber verschenkte er in die Provinzen, damit sie in den Theatern durch Schwert und wilde Thiere ihren Tod fänden; die bis zu 15 Jahren wurden verkauft. Es kamen aber innerhalb der Tage, an denen Fronto die Entscheidung traf, aus Mangel tausend bis zehntausend um, die Einen, da sie aus Haß der Wächter an der Tafel nicht Theil nahmen , die Andern, da sie die gereichte Nahrung nicht annehmen wollten. Bei den meisten aber herrschte Mangel an Lebensmitteln. Von allen Gefangenen, welche während des ganzen Krieges gefangen genommen wurden, betrug die Anzahl 97,000; von denen, die während der ganz n Belagerung ihren Tod fanden, 1,100,000. Von diesen waren die meisten stammverwandt, aber nicht einheimisch. Sie waren nämlich vom ganzen Lande zum Passahfeste zusammengekommen, plötzlich aber wurden sie vom Kriege überrascht, so daß Anfangs in Folge der Enge des Raumes, in Folge des noch schnelleren Hungers pestartige Krankheiten unter ihnen ausbrachen. Daß aber die Stadt so viele umfaßte, geht hervor aus der Angabe des Cestius, welcher, um die Stärke der Stadt dem die Nation der Juden verachtenden Kaiser Nero zu zeigen, die Hohepriester beauftragte, wenn möglich, die Gesammtzahl der Einwohner zu berechnen. Diese nun zählten beim folgenden Passahfeste, an welchem die Israeliten von der neunten bis zur 11. Stunde Opfer bringen, und zwar, da Einzelne nicht opfern dürfen, je zehn, oft sogar je hundert, wie eine Genossenschaft zu einem Opfer vereint, 256,500 Opfer. Es belief sich also die Gesammtzahl, wenn wir je 10 Theilnehmer für ein Opfer rechnen, auf 2,700,000 reiner Israeliten. Denn weder den Aussätzigen, noch den Flußsüchtigen, noch auch den anderswie ^Verunreinigten war es gestattet, an diesem Opfer Theil zu nehmen; sogar nicht den Ausländern, die aus Ehrerbietung erschienen waren." So mußte denn auch diese hehre Stätte unter den grausen Schlägen des römischen Henkerbeils nach Gottes unerforschlichem Rathschluß durch unser eigenes Verschulden in Trümmer sinken und die trauernde in Kummer und Leid gehüllte Wittwe, die Feste Zion, dereinst der Stolz und die Zierde des Landes, sie muß noch heute wehmuthsvoll und zerknirscht ihr Haupt beugen unter das Joch der Knechtschaft, in das es durch das weltbewegende Machtgebot Gottes gespannt wurde. Aier ihre Söhne, sie haben den Namen, den rühm- und ehrenvollen Namen der Mutter hinausgetragen in alle Welt, in alle Jahrhunderte als unveräußerliches Kleinod, das sie sicher und getrosten Herzens ihrem dereinstigen Ziele entgegenführt. „Siehe, ich habe den Wermuthsbecher," sagt der königliche Prophet, „aus Deiner Hand genommen und ihn in die Hand Deiner Bedränger gelegt, die zu Deiner Seele sagten, beuge Dich, wir wollen darüber hinschreiten; Du aber machtest die Erde gleich Deinem Körper und der Straße für Wanderer." (Jes. 51,23.) 'na? i v b j*? nost ."pio rpnoan □naiyb piroi ~ju peo rroyji. Ja, Eines ist's, was sich Israel mitten durch die trüben Erlebnisse der Jahrhunderte bewahrt hat, die Reinheit der Seele, und die Aufrichtigkeit seines geistigens Strebens; der Leib beugte sich den Schlägen seiner Verfolger, aber der Geist erhob sich nur um so höher über das wüste Treiben irdischer Vergänglichkeit empor. Und hierin liegt für Israel mitten in den trüben Tagen des Golus Trost und Fassung, daß es unter allen Gebildeteren und Vorurteilsfreien so lange Achtung und Anerkennung finden wird, als es für die ungetrübte und unverkürzte Heilighaltung dieses seines geistigen Schatzes, der göttlichen Lehre Sorge tragen wird. Ein geistiges Golus gibt es nicht und kann es nicht geben, so lange man die Mittel noch nicht gefunden, den freien Geist in beengende Fesseln zu schmieden. Gebe Gott, daß wir auch das Aufhören des physischen Golus erleben im Wiederaufbauen Jerusalems und seines erhabenen Tempels. (Echa4, 23.) mpa u’ep ann mnwi ■pst 'n uD'vn

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