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Der Israelit · 1878-07-24 · Heft 30 (24.7.1878) · page 2

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Journal
Der Israelit
Volume
19 (1878)
Issue
Heft 30 (24.7.1878)
Date
1878-07-24
Page
– (sequence 2)
Language
German
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Berlin, 16. Juli. Aus Bukarest wird der „Nordd. Allg. Ztg." geschrieben: Mit der Aufgabe Bessarabievs und dem Gewinn der Dobrud» fcha hat man sich hier schon so ziemlich versöhnt, mit der Emancipalion der Juden aber hat» man sich noch nicht versöhnt, wird sich auch noch lange nicht versöhnen, und stehen deshalb noch schwere Reibungen und Unruhen in Aussicht. Wer die hiesigen Zustände und Verhältnisse kennt, kann in der That nur mit Besorgniß auf weitere Berechtigungen für die Juden sehen. Fast der ganze Grundbesitz auch der besten und ältesten Familien, ist ihnen in einer Weise verschuldet, daß sich fast voraussehen läßt, in welchen Händen sich in einigen Jahren der Grundbesitz befinden wird. Wenn die Juden alle Rechte rumänischer Staatsbürger erhalten, dann werden sie auch Reden in der Kammer halten und helfen Gesetze geben. Wenn man einen Rumänen außer sich sehen will, so braucht man ihm nur von Emancipation der Juden zu reden. Wie gesagt können aus diesem Punkte der Congreßentscheidüngen noch schwere Convulsionen für Rumänien entstehen , denn in dem Haß gegen die Juden sind alle politische Parteien hier einig. Das mag nicht civilistrt sein, aber es ist so! Oesterreichisch-Ungarische Monarchie. In dem freien Ungarn wurde bem Israeliten Adolph Elias in Mihalifasu die Aufnahme in den Gemeindeverband verweigert und nicht nur dies, man überschickte dem Elias den Bescheid um Mitternacht und brachte ihn sammt seiner Familie auf einem Wag-n hinaus an das Ufer der Marosch, wo die Armen ihrem Schicksale überlassen worden sind. l^Das könnte in Rumänien geschehen sein.) (W. Jsr.) Frankreich. Bordeaux. Die erste Kammer des Appellhofes hat das Urtheil der unteren Gerichte, wonach auf jüdischen Begräbnißplätzen Grabsteine nur in der nach örtlicher Tradition vorceschriebenen Form errichtet werden können, einfach bestätigt. Durch diesen Ausspruch hat Herr Osiris Jffla, der schon feit 1863 einen eigenen Platz auf dem jüdischen Friedhofe erworben, woselbst er auf den Gräbern seiner Verwandten ^Grabsteine in nicht üblicher Form errichten lassen wollte, seinen Proceß verloren. (Arch. Jsr.) England. London. Das Comits der „Sir Moses Montesiorc'Stiftung" hat beschlossen, nunmehr den von ihm ernannten Agenten, Herrn Pin es, welcher dasselbe in Jerusalem zu vertreten hat, nach dem hl. Lande zu senden. Außerdem hat dasselbe 3000 L. zum Ankauf von Land für den Ackerbau votirt und weitere £000 L. zur Errichtung von Häusern in Aussicht gestellt. (Jew. Ehr) Asien. Kordtz) auf der Insel Ceylon. Ein amerikanischer Reisender, welcher jüngst Kardy, die Hauptstadt der in neuester Zeit von den Engländern in Besitz genommenen Insel Ceylon, besucht hatte, gibt merkwürdige Einzelheiten über die sehr gemischte Bevölkerung dieser sehr wenig gekannten Stadt. Er schreibt den „New - York Timesunter Anderm: „Außer Engländern, Hindus trifft man da eine zahlreiche Corporation, die unter dem Namen Moormen bekannt sind, eine Art orientalische Juden, von denen man vermuthet, daß sie den zehn verloren gegangenen Stämmen angehören. Es sind geschickte Kaufleute und der ganze Kleinhandel ist in ihren Händen. Jedenfalls wird die Anglo - Jew. - Assoc. in London jetzt mit Leichtigkelt Näheres hierüber erfahren können, da die Insel unter englischer Herrschaft steht. (Ärch. Jsr.) Fe»iLLeton. Kabbi Zoselmann von Kosheim. Eine historische Erzählung.*) I. Wieder einmal zog die Kriegsfurie durch das deutsche Vaterland. Herzog Georg, der Reiche, von Bayern-Landshut war gestorben (am 1. December 1503) und hatte, da er ohne männliche Nachkommen war, seinen Schwiegersohn, den Pfalz- *) Die Quellen, welche wir bei dieser Erzählung benutzten, sind folgende: Das hebräische Werk Josep Omez, .La Franc© Israelite von Carmoly, einen noch ungedruckten Commentar auf das Sohar-Buch von dem Enkel Rabbi Joselmanns, Rabbi Elijahu, genannt Baal Lchom, das Tagebuch Rabbi Joselmanns (in hebräischer Sprache i, das sich handschriftlich in Oxfort befindet und von welchem Herr Bibliothekar Or. Neubauer daselbst so freundlich war, uns eine Abschrift zukommen zu lassen, ferner eine ganze Reihe noch ungedruckter Documente aus den Archiven von Stuttgart, Carlsruhe, Hagenau, Oberehnheim, Schlettstadt je. und endlich eine große Anzahl historischer Werke, Memoiren und Urkundensammlungen in hebräischer, lateinischer, deutscher, französischer und englischer Sprache.

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