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Der Israelit · 1878-07-17 · Heft 29 (17.7.1878) · page 10

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Journal
Der Israelit
Volume
19 (1878)
Issue
Heft 29 (17.7.1878)
Date
1878-07-17
Page
– (sequence 10)
Language
German
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Wir lesen Midr Lev. Cap. 26 bei Gelegen heit der Besprechung der hohen Wichtigkeit, der Eintracht und der strengen Zurückhaltung vor jeder Verleumdung: „Während in Davids Zeiten die Pflege und ausgebreitete Kenntniß der Thora auch bei der zarten Jugend vertreten war, sich dennoch David veranlaßt gesehen, für eben diese Jugend zn beten (Cap. 42): O, Ewiger, behüte Du sie. bewahre sie vor diesem (verleumderischen) Geschlecht für ewig" und sie dennoch im Kriege gefallen sind, fo sind dagegen Achabs Zeitgenossen, die doch sämmtlich Götzendiener waren, dadurch. daß keine Verleumder unter ihnen waren, siegreich aus dem Kriege hervorgegangen. So erzählte Obadia, daß er (die 150 Propheten) erhalten (sie der Verfolgung der Königin Jsebel entzogen) sie mit Brod und Wasser versehen, welches letztere bei dem herrschenden Wassermangel ein öffentliches Geheimniß nur sein konnte. Elias (für dessen Auslieferung Achab alle Könige und Reiche beschworen) rief aus auf dem Berge Karmel: „Ich allein bin übrig geblieben, ein Prophet des Ewigen!" Alles Volk wußte darum, Niemand aber offenbarte es dem Könige. Wie haben wir demnach jenen Satz aufzufasfen? Ist es der Friede, die Uebereinstimmung irr dem Götzendienste, der fürbittend vor den Gotteslhron tritt, um die göttliche Strafe zurückzuhallen? Mit Nichten! Jener edle, erhabene Zug, bewahrt im Leben mit seinem Kampfe, jener hehre Geist, Der von der Gründung des Volkes an peu D'iLQv und Ursache der Erlösung von dort) seinen Adelsbrief besiegelt hat, erwirkte vor Gottes Thron die Erhaltung des sonst von Gott abgehaltenen Volkes gegenüber der Anklage in Folge ihres Abfalles (die zweite Lesart im Midrasch Rabba und Jalkut ist: 22 yub tar jotpn p« na"pn idn).*) Die Anwälte des heutigen Abfalls im Judenthum möchten gern den Satz auf den Kopf stellen: Groß ist der Friede auch im Götzendienste, *in vorzüglicher Text, um jeden Ernst und jede Entschiedenheit für die Gottessache lahm zu legen. Und wie hat diese falsche Auffassung bewußt oder unbewußt zu so vielen falschen Schritten in Entscheidung der wichtigsten öffentlichen Angelegenheiten Anlaß gegeben! Wie so mancher edle Funke der Begeisterung und der Energie für die Goltesfache wurde damit erlöscht. Friede! Der heilige Aether, auf dem die Gottesfache einherfahren sollte, er ist umwandelt worden zum kalten Strahle, das göttliche Feuer zu erlöschen nnd zu ersticken!!*pmin3 ury -uxn *) Nach Joma fol. 22 war die Sünde David's, indem er die Verleumdung gegen Zibo angenommen, Ursache für die spätere Theilung des Reiches. 708 AeilungSnachrichleu & Korrespondenzen. Deutschland. Aus Bayern, 7. Juli. Das Wahlcomit6 der vereinigten Liberalen des Wahlkreises Nürnberg hat an Hrn. Rechtsanwalt Frankenburger, zur Zeit in München, folgende Adresse gerichtet: „Geehrter Herr! Mit tiefem Bedauern hat das Wahlcomitä der vereinigten Liberalen für den Wahlkreis Nürnberg von Ihrem Entschluß, eine Wiederwahl für den Reichstag dahier nicht anzunehmen , Kenntniß genommen. Das Wahlcomitv fühlt sich gedrungen Ihnen, hochgeehrter Herr, seinen tiefgefühlten Dank für alles das auszusprechen was Sie als Vertreter dieses Wahlkreises in der höchsten parlamentarischen Körperschaft des Reiches geleistet haben. Wir durften stolz sein einen solchen Mann zum Abgeordneten zu haben. Welche Thätigkeit haben Sie in den Commissionen des Reichstags, denen Sie angehörten, entfaltet! Wie waren Sie insbesondere wiederholt in der Budgetcommission mit Erfolg bemüht mit anderen hervorragenden Männern zusammen daS Gleichgewicht der Einnahmen und Ausgaben im Reiche herzustellen und Neubelastungen des Volkes zu verhüten! Wie haben Sie noch in diesem Frühjahr keine Anstrengung gescheut, um in der Commission für das Gerichtskostengesetz zu große Härten zu mildern! Aber Sie haben auch in den Plenarverhandlungen des Reichstags so häufig kräftige durchschlagende Worte gesprochen. Ihre Uneigennützigkeit, Ihre Arbeitskraft, Ihre Opferwilligkeit mußten ja stets die Anerkennung jedes Denkenden finden. Nochmals, Verehrtester Herr, bitten wir Sie, unseren tiefgefühlten Dank für Ihre hingebende Thätigkeit entgegenzunehmen. Im Namen des Wahlcomitü's der vereinigtsn Liberalen des Wahlkreises Nürnberg. Mit ausgezeichneter Hochachtung: Erhard. W. v. Puscher. K. Knab." Berlin. In Bezug auf das Recht zur Ausschmückung und Sicherung von Gräbern seitens der Angehörigen auf jüdischen Friedhöfen hat das Oberverwaltungsgericht durch Erkenntnis vom 6. April d. I. in der Streitfrage eines Kaufmanns zu H. wider den Vorstand der Synagogengemeinde, welcher jenem nicht gestatten wollte, das Grab seines Sohnes mit einem Gitter zu schmücken, folgende bemerkenSwerthe Sätze ausgesprochen: Die Frage, wie Gräber geschmückt werden können, ist Gegenstand der FriedhofSordnung und es ist keineswegs in das Belieben jedes einzelnen Gemeindegliedes gestellt, wie dasselbe die Gräber seiner An_

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