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Der Israelit · 1878-07-10 · Heft 28 (10.7.1878) · page 6

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Journal
Der Israelit
Volume
19 (1878)
Issue
Heft 28 (10.7.1878)
Date
1878-07-10
Page
– (sequence 6)
Language
German
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680 reiche Gemeinden, die ohnehin alle ihre Kräfte anspavnen müssen, vm ihre Bedürfnisse zu bestreiten, wurden durch ähnliche Aufforderungen der Steuerbehörden in empfindlicher Weise berührt. Auf Reclamation verschiedener Gemeinden hat der Cultusminister verfügt, daß das Ergebuiß der Gabella (Schlachtungs- und AuSschrotrrngsgebühr für Koscherfieisch) insofern dasselbe ausschließlich für CultuSinstitute verwendet und nicht verpachtet ist, vielmehr von der Cultusgemeinde in eigner Regie verwaltet wird, nicht einen Gegenstand der Erwerbstever bilde, daß wenn sedoch eine Verpachtung stattfindet, der betreffende Pächter für dieses Unternehmen mit der dritten Classe der Erwerbsteuer zu beklagen sei. (Schew. Ach.) Schweiz. 27. Juni. Eine Eingabe der „Alliance JSr. Univ." in Paris an den Bundesrath, welche sich mit der schweizerisch-rumänischen Handelsconvention beschäftigt, wurde der Rationalraths-Commission überwiesen. Frankreich. Montpellier. Die hiesige Bevölkerung war unangenehm von der Wahrnehmung berührt, daß am Frohnleichnamsfeste vierzig israel. Soldaten aus Algerien gezwungen waren, den kirchlichen Zug mitzvmachen und wie Katholiken niederzuknieen. (Univ. isr.) England. London, 18. Juni. Gestern Abend fand eine Versammlung hiesiger Israeliten statt. Der Vorsitzende, Herr Simon Lazarus, berichtete über die Schritte, welche Baron Rothschild gethan, um die Aufmerksamkeit der britischen Bevollmächtigten auf die Lage der Juden in Rumänien und Serbien zu lenken. Es wurde der Beschluß gefaßt, die in den übrigen Großstaaten Europa'- lebenden Juden aufzufordern, ihren Vertretern im Congreß die Nothwendigkeit einer Gewährung religiöser Freiheit und Civilrechte an die rumänischen und serbischen Juden auf's Eindringlichste zu empfehlen; ein besonders gewähltes ComitL wurde mit der Ausführung der nothwendigen Schritte betraut. Palästina. JeEttfoleM. Aus Anlaß des zweiten Attentates gegen den Kaiser von Deutschland hat die deutsche Colonie in Jerusalem an den Kaiser eine telegraphische ErgebenheitSadreffe gerichtet; für die deutsch-israelitische Gemeinde hat der Vorstand derselben, Herr I. H. MarcuS, unterzeichnet. Am 14. Juni wurde in der großen Synagoge vor dem Minchagedete unter großer Feierlichkeit ein besonderes Gebet für die baldige Genesung des Kaisers verrichtet. Dem Gottesdienste hat auch der deutsche Consvl, Herr Baron v. Münchhausen, mit dem Consulatspersonale beigewohnt. G. Schlank. A f r i k a^ In Setif (Algerien) haben neue Reibungen zwischen Israeliten und Soldaten stattgefunden. Fünf der ersteren wurden verwundet. Feuilleton. Simon Keding. *) Erzählung aus dem Anfang des neunzehnten Jahrhunderts von S. Holm. (Verfasser von „Gabrie l") (Fortsetzung.) Einen Augenblick schien Veronika von zorniger Ueberraschung erstarrt, dann aber rief sie erglühend : „Der freche Bube wagt es, nachdem er vor zwanzig Jahren die Mutter verschmäht, weil sie arm war, um die Hand der Tochter zu werben, weil er hofft, ein gütiger Stiefvater würde ihr einen reichen Brautschatz geben?! — Tarnowerk bevor ich mein Kind, meine Therese, dem Schurke» zum Weibe gebe, lieber binde ich ihr einen Stei» um den Hals und stürze sie mit diesen meine» eigenen Händen in die Moldau, da wo sie am tiefsten ist ... . und der Unhold weiß es ja, mein armes Kind ist krank, so lange eS nicht vollkommen genesen, ist an feine Verheirathung nicht z» denken. . . ." Veronika konnte nicht weiter sprechen, der Zorn erstickte ihre Stimme. Tarnower blickte zuerst in tiefster Verlegenheit zu Boden, dann erhob er mit sichtlicher Anstrengung sein Haupt, ein stumpfes Lächeln irrte über feine verzerrten Züge. „Ich .... ich habe *) Nachdruck wird mit aller Strenge verfolgt werden. UeberfetzungSrecht Vorbehalten.

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