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Der Israelit · 1878-07-10 · Heft 28 (10.7.1878) · page 5

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Journal
Der Israelit
Volume
19 (1878)
Issue
Heft 28 (10.7.1878)
Date
1878-07-10
Page
– (sequence 5)
Language
German
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679 werden erbärmlich zu Grunde gehen müssen. Wenn wir leben wollen, so ist eS gar keine Frage, was wir zu thun haben. (Große Unruhe.) So ist es auch in ganz Europa; jüdische Interessen, jüdische Politik, jüdische Staatsmänner, jüdische Journalisten, jüdische Financiers leiten die Geschicke aller größeren Staaten und beeinflussen alle Regierungen. Die Juden sind diese internationalen Hetzer, welche die Christen Europas gegen einander aufwiegeln, um sie durch den Krieg zu Grunde zu richten, so weit sie dieselbe» nicht schon durch Corruption zu Grunde gerichtM haben. Um diesem großen internationalen Uebel abzuhelfen, gibt es nur Ein Mittel: Die Juden müssen aus Europa weggeschickt werden. Eine bessere Gelegenheit gab es noch nie; jetzt ist Zeit, den großen geschichtlichen Fehler zu corrigiren und die Ungerechtigkeit, welche man den Juden angeihan, indem man sie von Palästina vertrieb, gutzumachen. (Lebhafte Heiterkeit.) In Palästina werden die Juden einen großartigen Staat zu bilden im Stande sein, und da sie zum Militär nicht taugen, werden sie auch in dieser Hinsicht für die Welt einen Musterstaat bilden. Der jetzige Zustand in Europa ist weder für die Juden noch für die Christen haltbar; ein in England erscheinendes, speciell jüdische Interessen vertretendes Blatt hat ja selber in dieser Hinsicht einen Antrag gestellt, man möge das jüdische Reich in Palästina wieder Herstellen. Heute, wo das Nationalitäten-Princip so stack im Vordergründe steht, kann das auch bezüglich der Juden durchgeführt werden. Wenn alle größere Staaten Europas nach Jahrhunderten ihre Einheit und Selbstständigkeit zurückerhalten haben, kann man jetzt nach achtzehn Jahrhunderten auch den Juden ihr Reich zurückgeben; bilden sie doch jetzt ohnehin einen Staat in den Staaten; all ihr Streben, alle ihre Wünsche concentriren sich ja dahin, zurückkehren zu können nach dem großen Reich von vor tausend Jahren. Mobilisirt können sie ja leicht werden, denn sie haben ja größtentheils mobiles Vermögen und können binnen 48 Stunden auswandern. Der Jude acclimatistrt sich sehr leicht, ist, wo er nur lebt, seinem Vaterlande anhänglich — im Orient hat es ausgetobt, und jetzt ist es Zeit, daß ein so vorgeschrittenes, gebildetes, mit großen geistigen Fähigkeiten versehenes Volk, wie das jüdische im Oriente die Führer-Rolle übernehme, wozu es auch außerdem durch seine Racen- Verwandtschaft mit den Mohamedanern sehr geeignet ist. Die Juden allein sind berufen, die Regeneration des jüdischen Reiches zu verwirklichen. (Lebhafte, anhaltende Heiterkeit.) Dort könnten sie ihre Aspirationen, welche sie jetzt geheim hegen, ganz offen pflegen, während sie jetzt Parasiten der Christen in Europa find. Dem innersten, geheimsten Wunsche der meisten Juden kann jetzt Folge geleistet werden, wenn sich auch jene mächtigen Juden, die sich in Europa Macht erworben haben und denen es viel gemüthlicher ist, in London, Paris, Berlin, Wien und Pesth die Welt zu regieren, sich dem widersetzea sollten. Er appellirt an den so viel erwähnten Patriotismus der Juden, sie mögen sich nur ihr eigenes Reich bilden, es werde gewiß ein mächtiger, einflußreicher Staat werden; seine aufrichtigsten und besteu Wünsche werden die Juden begleiten. (Lebhafte Heiterkeit.) Mögen die Juden dies lieber aceeptiren und mit ihren fortwährenden Plänen, die Christen auszurotlen, aufhören. Er empfiehlt die Annahme seines Antrages. (Große Unruhe.) Minister Trefort bedauert, daß derartige Doctrinen, die ebenso mit dem Zeitgei st e wie mit der Auffassung des Abgeordnetenhauses im Widerspruche stehen, hier in der Form eines Essays vorgebracht wurden, uno daß hier selbst geschichtliche und statistische Daten fälschende Auseinandersetzungen angehört werden mußten. Er ist überzeugt, dieselben werden — sowie die Verhandlung des Antrages selbst ohne Zweifel einmüthtg abgelehnt wird — keine wie immer gearteten weiteren Wirkungen haben, und daß hiemit ähnliche Auseinandersetzungen von hier für immer verschwinden werden. (Lebhafter Beifall rechts; Widerspruch auf der äußersten Linken.) Victor Jstoczy erklärt, er habe blos zwei Ziele erreichen wollen: erstens, diese ganze, überaus wichtige , von der Nation leider nicht genügend gewürdigte , die Existenz der Nation bedrohende Judenfrage eingehend zu erörtern, nachdem die von den Juden vollständig gehandhabte Journalistik alles den Juden Unangenehme todtschweige. Das zweite Ziel war, zu diesen Ausführungen einen plausiblen Grund zu finden, und deßhalb unterbreitete er seinen Antrag. Er glaube beide Ziele erreicht zu haben. Nachdem aber nach den Aeußerungen des Ministers er keineswegs Aussicht hat, daß der Antrag angenommen wird (lebhafte Heiterkeit; Rufe von der äußersten Linken, er möge nur geheime Abstimmung verlangen), zieht er denselben zurück. Pefth In den letzten Jahren haben die Steuerbehörden in manchen Gegenden des Landes das Streben bekundet, das Einkommen der Gabella mit einer Staatssteuer zn belegen. Zahl-

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