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Der Israelit · 1878-07-10 · Heft 28 (10.7.1878) · page 4

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Journal
Der Israelit
Volume
19 (1878)
Issue
Heft 28 (10.7.1878)
Date
1878-07-10
Page
– (sequence 4)
Language
German
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678 dennoch fortfahren, seine einflußreiche Stimme für die Gleichstellung der J-raeliten in Rumänien immer von Neuem zu erheben, bis sie endlich Geltung sich verschaffen wird. Di-. A D. Goldst ein, Rabbiner in Dürmenach. Oesterr. - Ungarische Monarchie. Wie« Eine aus Böhmen gebürtige, von orthodoxer Familie abstammende isr. Frau wurde im Spitale zu Sechshaus, als dieselbe ganz nahe dem Tode und besinnungslos war, von einem katholischen Geistlichen getauft und sollte auf dem christlichen Kirchhofe begraben werden. Auf Vorstellung des Vorstandes der iSr. CultuSgemeinde hat das Bezirksgericht angeordnet, daß die Leiche auf dem jüdischen Friedhofe beerdigt wurde. (W. Isr ) Pefih, 25. Juni. Die meritorischen Berathungen des Abgeordnetenhauses wurde heute mit der dritten Lesung des Gesetzes über die Achtzig- Millionen-Schuld beendet. Herr Victor Jstoczy aber ließ eS sich nicht nehmen, noch vor Schluß der Session seinen curiosen Antrag bezüglich der Aufrichtung des Judenreiches in Palästina thatsächlich zu begründen, und rief damit eine heitere Episode hervor. Jstoczy begann damit, daß in den Angriffen der Mohamedaner in Europa zwei Epochen zu unterscheiden seien; die erste, als die Araber im Westen Europas im achten Jahrhundert zu herrschen begannen, und die zweite Epoche, als im vierzehnten Jahrhundert die Mohamedaner vom Westen her in Europa eindrangen, um die Christen zu unterjochen. Tausend Jahre habe Europa und schließlich mit großem Erfolge gegen sie gekämpft, und es ist ein nicht geringes Verdienst Ungarns, daß es an diesem Kampfe so großen Antheil nahm. Jetzt gehe es mit der Macht der Mohamedaner vollends abwärts, die Christen der Balkan-Halb« insel sind befreit, und nunmehr sei es unsere Aufgabe, dieselben, wenn nöthig, auch mit den Waffen vor den Russen zu beschützen. Die Mohamedaner werden aus Europa verschwinden, und dann bleibe nur noch ein. aber ungemein gefährliches fremdes Element in Europa zurück — die Juden, welche mit ihrer ausdauernden und unerbittlichen Energie schließlich ganz Europa, alle Christen in Sclavenfesseln schlagen werden. (Heiterkeit.) Er meint, dies sei keineswegs so lächerlich, wie man hier anzunehmen scheine. Die Juden, welche die gesammte Presse in Händen haben, kommen ihrem Ziele immer näher, und kommen. indem sie die Christen auszubeuten wissen, durch ihre weitverzweigte Macht zur Ausführung ihrer kaum mehr verhehlten dämonischen Pläne. Wie gefahrdrohend die Juden namentlich für Ungarn sind, könne aus den folgenden statistischen Daten ersehen werden: Unter Kaiser Joseph war die Zahl der Juden in Ungarn einige Tausende; achtzig Jahre später, im Jahre 1669. betrug sie bereits 250,000 und heute ist ihre Anzahl bereits über 700,000. Hieraus sei zu ersehen, daß sie seit achtzig Jahren sich verachtfacht haben, d. h. die Zahl der Juden verdopple sich in Ungarn sowohl wie im übrigen Europa alle dreißig Jahre. Demgemäß werden 1930 bereits 2,900,000, 1960 5Vs Millionen und im Jahre 2020 sogar schon 17 Millionen Juden in Ungarn leben, also mehr als die heutige gesammte Bevölkerungszahl (lebhafte Heiterkeit), während durch diese Zeit die Christen stets weniger werden, wie wir den Einfluß der starken Vermehrung der Ju- ' den auch schon in den letzten sechs Jahren verspüren , den laut statistischen Ausweisen ist die Einwohnerzahl Ungarns seit 1870 geringer geworden, namentlich in den Cholera-Jahren, wo 409,000 Menschen an dieser Krankheit starben, darunter größtenteils Christen. Die Juden haben sich aber selbst in dieser Zeit nur stets vermehrt. Dies sei keineswegs so verächtlich aufzunehmen, denn er könne auS zahlreichen wissenschaftlichen Werken Nachweisen, daß die Juden von den Epidemien nie so berührt wurden, wie die Christen. (Heiterkeit). Außerdem hüten sich die Juden, schwerere Arbeiten zu verrichten, haben bei ihrem größeren Reichthum ein besseres und bequemeres Leben und pflegen selbst aus den Unglücksfällen der Nation Nutzen zu ziehen, wie z. B. aus den Kriegen, wo stets einige jüdische Lieferanten Millionäre werden und wenig Blut verlieren, denn ihre Anzahl im Heere ist bekanntlich eine sehr minimale. Wir sind demnach der Gefahr ausgesetzt, in zwei, drei Generationen von den Juden völlig vernichtet zu werden. Dieser Proceß wird selbstverständlich unter furchtbaren Schmerzen vor sich gehen, und wir fühlen schon heute die traurige Wirkung desselben. Wir im Hause recrimiren gegen einander wegen der herrschenden Uebelstände und vergessen ganz auf die einzige wirkliche Ursache aller vebel, auf den eisernen Reifen, Jude genannt, der uns umschlingt, uns zu erdrücken droht. Sollen wir deßhalb in wenigen Jahren das tausendjährige Jubiläum deS Bestandes unseres Vaterlandes feiern, um diesen Staat dann an die Juden zu vererben?! Heute ist es noch ein Glück, daß wenigstens noch geringer Neid vorhanden ist, der es bei uns bisher zu verhindern wußte, daß ein Jude Minister sei; aber auch daS wird mit der Zeit aufhören, sie werden Alles in die Hand bekommen, und wir

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