Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 19 (1878)
- Issue
- Heft 27 (3.7.1878)
- Date
- 1878-07-03
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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XlX. Jahrgang. Erste öeilage zu Nr. 27 des Israelit. Leitender Artikel. Literarischer Bericht. rrreo u naan ->saa aaa-in ’-cnP mPajnm -nwa PPo «in t«d pirwmi pipa npna djj , rmn rwaai init£'1 niv t>npa i’H ‘man p^n -pb lurson 'd Pto pan ♦ ijrn naipe -pya .jnan 'd am ,np:nn Wien, R. Picker's Buchhandlung, 1878. Die Thatsache, daß bei aller Regsamkeit auf dem Gebiete der jüdischen Literatur im Allgemeinen und der talmudischen insbesondere, die gesetzliche, also die wesentlichste Seite unseres heiligen Schriftthums nur eine sehr untergeordnete Berücksichtigung findet, läßt uns mit Befriedigung eine Schrift begrüßen, die sich eine Beleuchtung der maimonidischen Auffassung unserer Gesetze zur Aufgabe gesetzt hat und zwar mit steter Rücksichtnahme auf das tägliche practische jüdische Leben. Es ist nicht der Mangel an derartigen Schriften» sondern die geringe Vertretung derselben in der jüdischen Literatur der Gegenwart, welche die Aufmerksamkeit auf ein Buch, wie das vorliegende, zieht. Dieses Interesse steigert sich noch, wenn man das von der Verlagsbuchhandlung sehr gefällig ausgestattete Buch öffnet, und aus der trefflich geschriebenen Vorrede die leitenden Principien ersieht, welche den Vers, bei seiner Arbeit bestimmten. Derselbe führt sich als Schüler R. Mordechai Benet's P"piyi ein, dessen Jdeengang und Methode des talmudiscden Studiums allen Untersuchungen dieser Arbeit zu Grunde liegen sollen. Als fernere Eigenthümlichkeit wird die besondere Rücksichtnahme nicht nur auf die beiden Talmude, sondern auch speciell auf KnP'aai , ngD , snso sowie auf die späteren Schriften, welche sich mit dem Gegenstande.dieses Buches beschäftigten, hervorgehoben. — Macht so der Verf. die Vorzüge seiner Arbeit von seinem Lehrer abhängig, so bittet er bescheidener Weise den Leser, für die etwaigen Uncorrectheiten den Verf. allein verantwortlich zu machen und ihn darüber zu interpelliren. Wenn wir diese Bitte des Verf. hiermit erfüllen und einige Ausstellungen zur Sprache bringen, die sich uns bei der Lectüre aufdrängten, so dürfte der Inhalt unserer Bemerkungen es rechtfertigen, wenn wir dies öffentlich in einer jüdischen Zeitschrift thun. Sie sind zu charakteristisch für Beurtheilung zeitgenössischer Zustände, als daß man sie nicht der öffentlichen Meinung zur Würdigung unterbreiten sollte. Die neue eigenartige Weise des Verf., die Aussprüche des aaa-i zu erläutern, dürfte am beste» zur Anschauung gebracht werden, indem wir eine seiner Interpretationen hier in extenso wiedergeben. Gleich bei der zweiten von oaa-i aufgezählten Mizwoh nimmt der Verf. Gelegenheit, sich über die bekannte Controverse zwischen oaa"> und Ya*r> — j"n :i"s nawn 'n auszusprechen, oaa-t bezeichnet daselbst als pa einen solchen, der sich Gott körperlich vorstellt, während “i"asn dies bestreitet. — Der Verf. versucht nun den Nachweis, daß die beiden sich diametral entgegengesetzten Ansichten — richtig wären. Jeder habe nämlich mit seiner Behauptung auf die große Gefahr hingewiefen, der unsere Religion in seinem Lande und seiner Zeit ausgesetzt gewesen sei. MEn, der zu einer Zeit lebte, in welcher viele Glaubensgenossen gewaltsam zur Annahme des Islam gezwungen wurden, wollte vor der dem Islam eigenthümlichen Versinnlichung der Gottheit abschrecken und that deshalb seinen Ausspruch. Die Ansicht des i"a*n fände dagegen.ihre Begründung in dem zu seiner Zeit allgemeinen Mißstande, den Gottesgedanken zu sehr zu vergeistigen und so zu verflüchtigen. Es liegt auf der Hand, daß dieser Ausgleich bei Weitem nicht so harmlos ist, als er sich auf den ersten Blick ansieht. Nach wie vor behauptet □aan, die Vorstellung einer Versinnlichung Gottes stemple zum Min; nach wie vor bestreitet es -i"aan. Der hier versuchte Ausgleich kann doch nur auf diesen Namen einen Anspruch erheben, wenn er sich seine Consequenzen klar macht und sagt: Allerdings sagt nao-i: st? vw naucn ,D’J’a D’*npjn p n^an ona in» njian eju enn» Pa« mx pn, allerdings erkennt auch “i"a&n vier dieser fünf an, und das eine, welches er bekämpft, hat Rambam nur geschrieben, weil er damit dem Judenthum zu seiner Zeit einen Dienst zu leisten glaubte, er selbst aber glaubte gar nicht, daß man in Wahrheit deshalb ein Min sei. Y'asn, der sich in einer selbst bei ihm außergewöhnlich heftigen Weise gegen diese Ansicht und ihre Vertreter ausspricht, hat trotz dieser Heftigkeit seine gegnerische Ansicht selbst nur als in seiner Zeit begründet und nothwendig an-