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Der Israelit · 1878-07-03 · Heft 27 (3.7.1878) · page 5

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Journal
Der Israelit
Volume
19 (1878)
Issue
Heft 27 (3.7.1878)
Date
1878-07-03
Page
– (sequence 5)
Language
German
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651 bruch vorwerfeu, wenn auch er zur Wahrung seiner! hohen Güter dem Angreifer kriegerisch entgegen»! tritt? Würde man ein friedliches Zuschauen nicht kleinmüthig und erbärmlich finden? Greift die Neuerung nun nach Laune in daS Bestehende ein, um unsere stets unS theueren Synagogen umzuwandeln, ihnen eine Gestalt zu geben, wie sie durchaus nicht die Nothwendigkeit, sondern nur eitele Nachahmungssucht verlangt, wenn wir uns dann gegen so aufgezwungene Beglückungen der Menschheit sträuben, dann wagen es die neuernden Störenfriede, uns, die wir das Bestehende vor ihren Angriffen schützen wollen, Friedensbruch vorzuwerfen? Jeder Unbefangene Wird den Vorwurf nur auf sie zurückschleudern. Um nun zum Tanaiten zurückzugehen, erlauben wir uns folgenden Schluß aus seinen Worten: Ist die Macht des Friedens in unheilvollem Sinne selbst so groß, um wie viel größer muß sein beseligender Einfluß im Lager der Gesetzestreuen sein, zu wie viel größeren Erfolgen muß er sie führen, da Jeder von ihnen durch das Bewußtsein des edlen Zweckes gekräftigt wird. Um wie viel mehr müßten sie in ihrer Mitte jede Uneinigkeit vermeiden, die die gemeinsame Thatkraft schwächen könnte. Gewiß rufen auch wir! Aber wir können den Frieden nicht finden, indem wir die Lebensquellen unseres Daseins verstopfen und fremden Wassern uns zuwenden. Unser Wahlspruch ist: "pjia dV?e? m „der wahre Friede lebt unter den Bauleuten" des Judenthums, er wird durch die befestigt, die das vorhandene Gebäude des Gesetzes in jüdisch-eigenthümlichem Sinn fortführen und dadurch erhalten, nicht aber es niederreißen, um ein neues emporzurichten. Wir werden durch das Wort des Tana ermuthigt, in unserer Mitte Eintracht zu wahren, Sinn für gemeinsames Wirken zu erhalten, um desto erfolgreicher dem Umstürze entgegenzuarbeiten. Zeitungsnachrichten und Correspondenzen. Deutschland. Frankfurt ft. M. Zu Anfang dieses Monats hat Frau Hannah von Rotschild dem Stadtrath von Bockenheim eine Schenkung von 30,000 M. mit der Bestimmung überwiesen, daß aus den Zinsen von diesem Kapital solche hilfsbedürftigen und würdigen Personen unterstützt werden, welche durch Schulden des Miethzinses gedrückt sind. Feuilleton. Simon Keding. Erzählung aus dem Anfang des neunzehnten Jahrhunderts von 8. Kolm. (Verfasser von „Gabriel".) (Fortsetzung.) Fanni blickte ängstlich auf ihren Bruder, es schien ihr als würde dieser mit Mühe einen Seufzer unterdrücken, er strich sich leicht mit der Hand über die Stirne und sagte nach einigem Zögern: „Er forderte mehr, weit mehr von mir." „Hatte er vielleicht die Frechheit zu verlangen. Du sollst ihn zu Deinem Compagnon wählen?" rief Veronika heftig, „bei Opperts Dreistigkeit ist auch diese unverschämte Forderung denkbar!" „Er forderte noch mehr.... ich will Eure Neugierde nicht länger auf die Folter spannen - er forderte die Hand meiner Tochter — und dadurch erklärt sich auch die Lebendigkeit und Wärme, mit der er seine Bitte unterstützte." Die beiden Frauen batten sich unwillkürlich von ihren Sitzen erhoben; es trat ein Augenblick tiefer Stille ein. Tarnower schien sehr bedrückt, er knetete convulsivisch aus den auf dem Tische verstreuten Brosamen Kügelchen." Fanni Hanau raffte ihren ganzen kleinen Besitz an Entschlossenheit und Muth zusammen, ihre bleichen Wangen rötheten sich und sie sagte vor Aufregung athemlos und mit fast heiserer Stimme: „Du hast ihn doch sofort abgewiesen, Du weißt ja, daß Dein Kind, daß Karoline die besten glänzendsten Partien ausgeschlagen hat, weil sie einen braven, wenn auch mittellosen Mann, Markus Erdmann, liebt; ich hoffe Du wirst nicht einer Laune willen, muthwillig das Lebensglück Deines Kindes zerstören . . . ." „Ich will nichts von Markus Erdmann hören, ich habe das schon einigemal und nachdrücklich erklärt .... ich .... ich ... ." Tarnower hielt einen Moment inne und biß sich auf die Lippe, „ich will, ich kann ihm seine Mittellosigkeit nicht vorwerfen, aber für den reichsten Mann in Prag ist das kein Schwiegersohn — wahrhaftig nicht!" „Nur für den reichsten Mann paßt der in Wohlstand erzogene, fein gebildete, tüchtig geschulte Kaufmann!" rief Fanni, von ihrem Eifer sich so,weit Hinreißen lassend, daß sie gegen ihre Gewohnheit ganz laut sprach. „Hast Du nicht Vermögen genug für Deine Tochter und Deinen Tochtermann? Der könnte Dir Oppert zehnfach ersetzen und Du hättest die Befriedigung, das Glück Deines Kindes begründet zu haben. Sei doch

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