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Der Israelit · 1878-07-03 · Heft 27 (3.7.1878) · page 4

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Journal
Der Israelit
Volume
19 (1878)
Issue
Heft 27 (3.7.1878)
Date
1878-07-03
Page
– (sequence 4)
Language
German
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650 Judevthum darzubieten und neuerungsstchtigen Wortschmieden einen Text zu leihen? Allerdings dieneu die angeführten Worte nur zur Bekräftigung des Satzes: Diton bni! Allerdings soll uuS dadurch nur der hohe Werth des Friedens, die Macht einträchtiger Wirksamkeit an'S Herz gelegt werden, allerdings zeigt uns der Tanaite wie heilsam und erhaltend der Friede in jeder Hinsicht wirkt. Um nun durch einen "toim bp uns schlagender zu überzeigen, ruft er uns im angeführten Satze zu: Oi-LN groß ist der Einfluß des Friedens, in jedem Verhältnisse macht er sich heilsam geltend; denn cnaiy '’e:n, „wenn sich Israel selbst so weit vergißt, daS umzustürzen, waS den Zweck feines Bestandes ausmacht, die göttliche Einheit zu vergessen und sich dem Götzendienste zuzuwenden" d.tj'3 Diäten „und wenn in so düster» Verhältnissen ein Friede, eine allgemeine, widerstandslose Zustimmung im Volke möglich wäre, dann spricht Gott: arn vi-rvv wa* „dann würde ich nicht mehr über sie herrschen können," d. h., der Friede hätte dann die verhangnißvolle Gewalt, den Wiederaufbau der Gottesherrschaft in Israel unmöglich zu machen und alle gute Einflüße, die diesen Zweck hätten, abzuhalten. Selbst y:u strafen (nach anderer Lesart) würde Gott sie beim Mangel eines begeisterten Glaubenskämpfers vergebens, das verdumpfte Zeitalter würde von der Quelle und Ursache der Strafen sich keine Rechenschaft geben können. Nachdem der flammende Sinai den Strahl des Gesetzes in Israel hatte aufleuchten lassen, hat er seine Herrschaft in der Mitte unseres Volkes nicht aufgegeben, so lange in einem Theile des Volkes noch das reine Bewußtsein des göttlichen Gesetzes lebt. Gott will nur durch dies Bewußtsein und durch dessen Lebendigkeit herrschen, nur die davon erfüllten, wurden würdig befunden, zu Mahnern des Volkes erweckt zu werden. Wie aber, wenn ein so tiefer Friede unter den Götzendienern herrscht, daß Niemand auch nur den Gedanken hegt, dem Abfalle widerstehen zu wollen, wenn der Strahl des Gesetzes so sehr erloschen, wenn der Nachhall der sinaitischen Donnerstimme so verklungen ist, daß in ganz Israel Götzendienst, in ganz Israel Zustimmung dazu möglich geworden ist (hierfür gilt wohl auch das dann heißt es mit Recht: vvVv ona, „Sie kann ich nicht mehr als Mitglied meines Reiches ansehen, eben durch ihr friedlich sein sollendes Schweigen haben sie sich dessen unwürdig gezeigt." Dann wäre die Berufung der Neuerer auf diesen Satz etwas ganz eigenthümlicheS, dann wären sie unbewußt einmal mit ihrer Farbe ehrlich gewesen und hätten bekannt, ihr Judeuthum hätte nur den Zweck, gleichgültig zu machen gegen die hohen Güter deS Judenthums, sie wollten einen schlaff friedlichen Geist, dem mahnenden Schuldbewußtsein vorziehen, das bei Anhörung entgegengesetzter Stimmen (idbw pt>n) so heilsam in vielen Gemüthern erwacht und manchen Verirrten zurückgeführt. iv mn „laß sie ihre schlimmen Wege wandeln" ruft Gott jedoch nur, wo der falsch verstandene Friede sie so hat in Götzendienst versinken lassen, daß unter ihnen keine mahnende Stimme ertönt, ihr Herz ist nicht getheilt, sondern im Götzendienste einig, darum gibt Gott sie mit den Worten iS mn auf. Will uns also der Tanaite zur Einigkeit im Falle des Götzendienstes ermahnen, oder zur friedlichen Zustimmung, wenn die Lehre in Gefahr schwebt? Dann hatte unser erhabener Lehrer unrecht, als er, vom Horeb niedersteigend, das Volk so einmüthig den Götzen umtanzen sah als er, die Tafeln niederwarf und selbst den blutigen Kampf unter Verwandten hervorzurufen nicht scheute, um seinem Volke die höchsten Güter zu wahren? Und er, der den götzendienerischen Ahab machtvoll entgegentrat und der das Volk endlich zum Ausrufe zwang Dvi^n wn ‘n? Und jener trauernde Seher auf den Trümmern der Gottesstadt, sollte er es bereuen, durch seine Donnerworte den Frieden der Götzendiener gestört und den Fall des Reiches vorhergesagt zu haben? Wie leicht hätte die Einmüthigkeit im Volke hergestellt werden können, wenn sie ihre Hand dazu geboten hätten, den so beliebten Götzendienst zu befestigen? Ud das goldene Kalb war so zeitgemäß, der Baalsdienst diente so sehr dazu, den Gegensatz Israels zu den andern Völkern aufzuheben! Wie sehr verkannten sie also ihre Sendung! Auf welchen Irrweg hat sie die göttliche Stimme geführt! Hinter diese Worte, die nur strenge Folgerungen ihrer Auffassung des Mischnawortes sind, werden unsere Lichtverbreiter gewiß entsetzt ein -N'aa ausrufen. Sie lieben es stets, großartig zu behaupten, scheuen sich dagegen, die Folgerungen daraus zu ziehe». Wer hat jemals die Gleichgiltigkeit bei großen Lebensfragen für den Geist des Friedens angesehen? Kann ein gleichgiltiges Verharren im Götzenthume überhaupt noch Volksleben, friedliches* Volksleben genannt werden? Ist es nicht vielmehr das Scheinleben einer hinsiechenden Genossenschaft, dem erst durch die machtvolle Stimme gottgesandter Friedensstörer ein gewaltsamer Anstoß zu neuer LebenSregung gegeben werden muß? Wenn der bewaffnete Feind in friedliche Gebiete einfällt, um die Freiheit und die vaterländischen Eigenthümlichkeiten des Angegriffenen zu unterdrücken, würde man diesem dann einen Friedens-

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