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Der Israelit · 1878-06-26 · Heft 26 (26.6.1878) · page 5

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Journal
Der Israelit
Volume
19 (1878)
Issue
Heft 26 (26.6.1878)
Date
1878-06-26
Page
– (sequence 5)
Language
German
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627 Wenn Sie mein Verfahren als Administrator als Verbrechen mir anrechnen, so bedaure ich eS wohl, aber ich werde nie die Rechte meiner Glaubensgenossen verlassen. Wenn Herr Oppenheim auch seinen Platz in einem belgischen Provinzkalrath verloren, so hat er sich dagegen zu einem hohen Rang in der Achtung und Sympathie seiner Glaubensgenossen erhoben; Herr Oppenheim hat sich um das Judenthum verdient gemacht. (Un. JSr.) Frankreich. Paris. Monatsbericht (Mai) der All. JSr. Universelle. (Schluß.) (Die Israeliten von Rumänien.) Der jüngste Monatsbericht enthält daL vom Alliance-Comitö zu Rom a. den dortigen Ministerpräsidenten in Angelegenheit des Handelsvertrages zwischen Italien und Rumänien gerichtete bemerkenswerthe Memorandum. Die Comites von Livorno, Modena und Turin und alle Gemeinden Piemonts haben ähnliche Schritte bei Herrn Caicoli gethan. Hier die Antwort, die denselben hierauf in einem gleichlautenden Circularschreiben geworden: Rom, 25. April 1878. Geehrter Herr! Ich habe das Schreiben erhalten, mit welchem Sie im Namen dieses Comitös für die Alliance isr. die Regierung ausfordern, in den Handelsvertrag mit Rumänien die Aufnahme einer Clausel zu verlangen, die allen Italienern ohne Unterschied des Cultus alle die Rechte sichert, welche dieser Vertrag feststellt. Ich beeile mich. Sie zu benachrichtigen, daß ich dieses Schreiben meinem verehrten 'College» für die auswärtigen Angelegenheiten überwiesen habe, damit er bei der ihm obliegenden Prüfung der Sache demselben Rechnung tragen könne. Ich habe die Ehre rc. B. Cairoli. Ebenso wurde der General Fabrizi, Deputirter für Modena, von H. Cairoli benachrichtigt, daß „die Regierung diese Frage mit den wohlwollendsten Intentionen prüfen werde." Die ausgezeichneten Bemühungen der italienischen ComiteS und Gemeinden haben bereits Früchte zu tragen begonnen: Mehrere italienische Zeitungen haben gemeldet, daß der mit Rumänien geschlossene Handelsvertrag dem Parlamente nicht würde vorgelegt werden, wenn nicht die Gleichberechtigung aller Italiener ohne Unterschied des CultuS ausdrücklich darin festgestellt sein werde, und alle Mittheilungen haben seitdem diese gute Nachricht bestätigt. Die „Opinione“ vom 6. Mai drückt sich hierüber folgendermaßen aus: Der geehrte Ministerpräsident hat in Folge der zahlreichen Reclamationen, die von allen Seiten des Königreiches an ihn gerichtet wurden, wiffen lassen, daß der Handelsvertrag mit Rumänien nicht vor das Parlament gelangen werde, ehe die Lücke, die man an ihm beklagt, ausgefüllt wäre uud man darin die Gleichheit der Behandlung für alle Italiener in Rumänien, ohne Unterschied deS CulteS, sichergestellt hätte. Anzeige hiervon ist bereits der rumänischen Regierung gegeben worden. Alle italienischen Zeitungen haben diese Nachricht reproducirt, welche die Privatmittheilungen der Alliance bestätigen, und alles läßt hoffen, daß der italienische Minister seinen Beschluß aufrecht erhalten werde. Ein Erkenntniß des Appellhofes von Jassy hat jetzt wiederholt den österreichischen Israeliten das Recht, Grundstücke in den Städten zu erwerben, abgesprochen, und eine der Erwägungen desselben gründet sich darauf, daß die Zuden kein Vaterland hätten und daher keinem Staate angehörten! Das Central-Somit« erhält Mittheilung von einem Dankschreiben, das der General G. Angelesco an den Präsidenten des Vereins Zion gerichtet hat für die Dienste, w?lche die von diesem Verein unter dem Namen „Ambulanz Zion" organistrte Ambulanz der Armee und dem Lande erwiesen hat. Diese Ambulanz, die reichlich mrt Material versehen und von H. vr. Alexander Coccio, gegenwärtigem Vicepräsidenten des fpaniolischen Comitäs von Bukarest, geleitet war, ist ausschließlich von rumänischen Israeliten , Aerzten, Apothekern oder Studenten der Medicin und Pharmacie bedient worden. die theils von dem Verein Zion, theils von anderen Vereinen, theils von Privatpersonen unterhalten wurden. Sämmtliche bei dieser Ambulanz angestellten Personen, 14 an Zahl, sind vom Fürsten Carl mit dem Orden vom Stern decorirt worden. Andere isr. Aerzte: die HH. Ör. Moscowitz, Aronovitz, Lupu und Bally haben in den Ambulanzen in der Nähe der Schlachtfelder von Bulgarien und in den Hospitälern der benachbarten Städte, H. vr. Steiner im Hospital Crotocen« zu Bukarest und H. vr. Jsaac im Hospital Inäsptzäanov zu Magurelli die Verwundeten gepflegt. Ein anderer Israelit, H. David Kohn, der als Freiwilliger bei der Artillerie eingetreten war, ist mit dem russischen St. Georgs-Orden und dem rumänischen Orden vom Stern und der Verdienstmedaille decorirt worden.

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