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Der Israelit · 1878-06-26 · Heft 26 (26.6.1878) · page 4

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Journal
Der Israelit
Volume
19 (1878)
Issue
Heft 26 (26.6.1878)
Date
1878-06-26
Page
– (sequence 4)
Language
German
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626 als Beweis für die Aufmerksamkeit gelten, mit welcher wir die Schrift gelesen haben. Der Verf. citirt sehr oft Secundärquellen, selbst da, wo aus dem Citat selbst das Vorhandensein vou Primärquellen ersichtlich ist. So wird, um nur ein Beispiel anzuführen, für den Ausspruch i5iD nv bv Jnnj mioi "tod p NachmanideS citirt, während er doch bereits in Sifri zur Stelle und Sanhedrin 72 sich findet. Das Citat aus p"tr> ist richtig angegeben V'ftl YTOTntP 1DD pu Nin ibid Die?!?j/i nio «on nny d p« wn t>yi (S. 41). S. 31 vermissen wir bei der Aufzählung der Ausdrücke, mit welchen die heilige Sprache den inneren Menschen bezeichnet, die Bezeichnung ppn* Wir verweisen auf den Midrasch Bereschith Rabbah (citirt von Heidenheim im Mussaph zu Rosch Haschonoh I.) now ,nn j to i«npj 'n ,nn ,t&B3n «in onn o '«Jtr omni ,»bj .i'N ,nn'N' pnoi« «n”nm(njn) nsi«n ii hdipj mmn n'ny «mp hm «mi D’no onaw» ’jdp ,n'N «3ü nn’Bi«n ni'N' «Mi o’jp O’Jttfo O'->3'«n *?3p ,nn'N' Durch diesen Midrasch ist auch die S. 9 angeführte Stelle *131 nvM *)« D3iyn bi n« «^>d n"3 pn no zu ergänzen, welche die Gottähnlichkeit der menschlichen Seele in 5 Punkten erblickt. Wenn daselbst gesagt wird, daß dies auch die Ansicht des Aden Esra sei, so ist dies aus seiner Erklärung zu 1. B. M. 1, 26 nicht ersichtlich. Sehr belehrend über die diesbezügliche Anschauung Aben Esra's ist sein Commentar zu 2. B- M. Cap. 23, V. 25 und zu Kocheleth 7, 3. Sehr geistvoll ist der gegen Ende des Buches gemachte Versuch des Nachweises, daß das Geistige sich so im Leiblichen, die innere Gesinnung in der Physiognomie sich so treu abspiegele, daß jede Tugend und jedes Laster schon in ihrem Namen veranschaulicht und charakterisirt werden. — Befremdend ist hierbei nur, daß der gelehrte Verf. die schätzenswerthen Beiträge vollständig ignorirt hat, welche der Hirsch'sche Pentateuchcommentar gerade in dieser Hinsicht so überaus reichlich bietet. Daß bei derartigen ethymologischen Untersuchungen nicht Alles auf unbedingte Annahme rechnen darf, liegt auf der Hand, und läßt ebenfalls den eigentlichen Werth der vorliegenden Arbeit ungeschmälert. Wir wollen daher nur eine einzige Ethymologie hier anführen, bei welcher das Verfehlte derselben besonders leicht ersichtlich ist. „Der Thor v'va von sich leeren, unbegründeten Hoffnungen hingeben, und tos straucheln, sowi' mit dem arabischen kasila, schlaff, träge fein, ohne jegliche Energie für's Leben." Daß hier die Phantasie einen großen Theil an dieser Ethymologie hat, wird jeder Kundige so lange annehmen müssen/ bis der Beweis erbracht ist, daß irgend wo sich leeren, oder gar unbegründeten Hoffnungen hivgeben heißt. Heißt doch gerade n-O3 nicht die unbegründete, sondern die begründete Hoffnung, wie aus Mischle 3, 26 nw 'n o und vielen anderen Stellen hervorgeht. —u. Zeitungsnachrichten und Correspondenzen. Deutschland. Leipzig. Nach dem Berichte des Vorstandes der isr. Religionsgemeinde zu Leipzig über das Verwaltungsjahr 1877 zählte die Gemeinde Ende 1877 328 Mitglieder, die Religionsschule wurde von 149 Schülern und Schülerinnen besucht; die zahlreichen Wohlthätigkeitsanstalten befinden sich im besten Zustande und wirken unaufhörlich im Stillen weiter. Die Einnahmen der Religions-Gemeinde betrugen 35,297 M., die Ausgaben 34.242 M. Belgien. Brüssel. Herr Joseph Oppenheim, Präsident des isr. Consistoriums, war seit zwanzig Jahren Mitglied des Provinzialrathes gewesen. Bei der am 27. Mai stattgefundenen allgemeinen Wahl wurde dessen Candidatur mit großer Majorirät zurückgewiesen, weil er in der bekannten Friedhoffrage für die Interessen seiner Religion und zu Gunsten seiner Glaubensgenossen aufgetreten ist. In einer Wahlversammlung hatte er die Gründe seines Verfahrens auseinandergesetzt. Kann der Präsident eines isr. Consistoriums, sagte er, die Rechte seiner Administration opfern? Ich glaube nicht, und ich würde, wenn sich die Gelegenheit darböte, noch einmal so handeln. Wenn nur noch ein Israelit übrig bliebe, so wäre ich gehalten, sein Recht zu achten. Nach meiner Ansicht sollten die Liberalen Anhänger der Freiheit aller Culte sein. In dem Arrondissement von Brüssel gibt es eine große Anzahl von Begräbnißplätzen, die bloS den Katholiken gehören. Wollen Sie, daß man den Israeliten verweigere, was man den Katholiken gewährt? So lange ein Gesetz die Frage nicht entschieden hat, werde ich nicht anders handeln.

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