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Der Israelit · 1878-06-19 · Heft 25 (19.6.1878) · page 9

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Journal
Der Israelit
Volume
19 (1878)
Issue
Heft 25 (19.6.1878)
Date
1878-06-19
Page
– (sequence 9)
Language
German
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XIX. Jahrgang. Erste Beilage za Ar. Z5 des Israelit. Zeitungsnachrichten und Correfpondenzen. Deutschland. Aus der Provinz Posen. Am 27. und 28. v. M. fand zu Krotoschin die dritte Conferenz der Rabbiner der Provinz Posen statt. Es erschienen die Herren DDr. Back, Lissa. Bloch, Jarotschin. Feilchenfeld, Posen. Frehmann, Ostrowo. Holländer, Wreschen. Horowitz, Gnesen. Joel, Krotoschin. Lewin, Koschmin. Münz, Kempen. Nager, Wronke. Porges, Rakel. Rosenzweig, Birnbaum. Silberberg, Pleschen. Später trafen auch noch Bloch, Posen und Labaschinski, Borek, ein. Nachdem die Versammlung durch Herrn Dr. Joel mit einer kurzen Ansprache begrüßt worden war, schritt man zur Wahl des Büreaus. Zu Vorsitzenden wurden die Herren Dr. Joel, Krotoschin, Feilchenfeld, Posen und Freymann, Ostrowo. zu Schriftführern die Herren Dr. Porges, Nakel und Rosenzweig, Birnbaum, gewählt. Erster Gegenstand der Tagesordnung war die Berichterstattung über die bisher erzielten Resultate des Vereins zur Ausbildung jüdischer Lehrer in Posen. Wie bereits in diesen Blättern mitgetheilt, hatte die vorjährige Conferenz zu Posen beschlossen, da in unserer Provinz bei einer verhältnißmäßig starken jüdischen Bevölkerung kein jüdisches Lehrerseminar existire, und es unmöglich erscheine, ein solches zu schaffen, dafür zu sorgen, daß an einem Orte unserer Provinz, in welchem ein Lehrerseminar vorhanden sei, eine tüchtige jüdische Lehrkraft angestellt werde, welche die jüdischen Präparanden resp. Seminaristen in allen Fächern jüdischen Wissens nnterrichre, damit die Zöglinge, wenn fie später ins Lehramt treten, zugleich als Religonslehrer in den jüdischen Gemeinden fungiren können. Der genannte Verein sollte es sich ferner zur Aufgabe machen, die LehramtScandidaten durch Stipendien zu unterstützen und in jeder Weife zu fördern. Der Bericht, den die Herren Dr. Joel und Lewin über die bisherige Thätigkeit des Vereins erstatten, kann ein sehr günstiger genannt werden. ES find aus vielen Gemeinden zahlreiche Mitglieder dem Vereine beigetreten, so daß die Jahresbeiträge sich schon jetzt auf M. 2400 belaufen und ein eiserner Fond von 600 M. angelegt werden konnte. Es handelte sich nur darum, was jetzt weiter in dieser Angelegenheit geschehen , wie und wann der Verein seine Thätigkeit beginnen sollte. In der sich hierüber entwickelnden Debatte beantragte Dr. Feilchenfeld auf Grund der vorhandenen Beitrage und des bereits früher ausgearbeiteten Statuts den Verein in Wirksamkeit treten zu lassen. Die Mittel des Vereins seien für's Erste ausreichend, und müßten jetzt die berufenen Organe geschaffen werden, zunächst für die Seminaristen, dann auch für die Präparanden. Dem gegenüber betonten Holländer und Back, daß es richtig erscheine, den zweiten Gegenstand der Tagesordnung, nämlich das Referat über den für die Ausbildung jüdischer Lehrer zu entwerfenden Lehrplan vorher zu erledigen, weil erst hierdurch die zweite Verhandlung eine greifbare Gestalt gewinnen könne. Jndeß wurde der Antrag Feilchenfeld'- angenommen, und wurden in der sich nunmehr entspinnenden Debatte verschiedene Ansichten über die anzustellende Lehrkraft geltend gemacht. Horowitz (Gnesen) plaidirte für Anstellung eines Lehrers mit ziemlich hohem Gehalt, mit Ausschluß des an demselben Orte fungirenden Rabbiners. Back (Lissa) wünscht die Anstellung zweier Lehrer, des eiuen für die Präparanden, des andern für die Seminaristen. Back meinte, es sei bedenklich eiuen Lehrer mit 600 Thlr. Gehalt, wie Horowitz wünschte, dem Rabbiner eines kleinen Ortes gegenüber zu stellen. Der betr. Lehrer müsse dem Rabbiner subordinirt werden. Dieser Ansicht schloß sich auch Lewtn (Koschmin) an, dagegen vertritt Holländer (Wreschen) die Ansicht, daß durchaus der Rabbiner des betr. Ortes mit dem Unterrichte der Seminaristen zu betrauen sei. Sei der Rabbiner mit Geschäften und Unterricht überhäuft, fo müsse er sich anderweitig zu entlasten suchen. Feilchenfeld weist darauf hin, daß zunächst ein Vorstand für den Verein zu schaffen sei, der ein Rundschreiben an die Bereinsmitglieder erlasse und zu einer Generalversammlung einlade. Lewin beantragt 5 Herren zu wählen, welche die endgiltige Vorstandswahl vorbereiten und eine General - Versammlung zu diesem Zwecke berufen möchten. Nachdem dieser Antrag angenommen war, trug Dr. Back (Lissa) sein Referat über den Lehrplan für die auszubildenden jüdischen Lehrer vor. Der von Dr. Back entworfene Lehrplan setzte im Ganzen ein etwas geringes Ausmaaß von Wissen

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