Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 19 (1878)
- Issue
- Heft 25 (19.6.1878)
- Date
- 1878-06-19
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
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603 lich ausgesprochene Antwort, daß der König grundsätzlich keine Gevatterschaft annimmt. (Gute Lectiou!) ^Pesth. j. Ztg.) Rumänien. Aus Fokschani wird berichtet: Bekanntlich haben die Juden in Rumänien bei öffentlichen Wahlen kein Stimmrecht. Der hiesige Appellhof ist nun einen Schritt weiter gegangen und hat auch „getauften" Juden in Rumänien das Wahlrecht abgesprochen. Der Cassationshof in Bukarest hat jedoch diese Entscheidung aufgehoben und bestimmt, daß solche Israeliten, welche rumänische Gesinnungen und Sitten angenommen, wohl zu den Gemeindewahlen, nicht aber zu den politischen Wahlen zugelassen werden können. Der Cassationshof hat also, wenn auch nur theilweise, die Ehre der getauften Juden in Rumänien gerettet. Italien. Nkom. Nach dem letzten im Jahre 1871 aufgenommenen religiösen Census leben in Italien 35,356 Juden. Von den vier Vicepräsidenten der ital. Kammer ist Herr Maurog onato (Israelit) als der zweite und Herr Morpurgo als Secretär erwählt wurden. Genua. Die Regierung sah sich veranlaßt, den hiesigen Stadtrath aufzulösen, und wurde ein Jude, Cavaliere Segre, eine bei den verschiedenen Parteien beliebte Persönlichkeit, zum Administrator eingesetzt. (Jew. Chr.) Amerika. Rew-Uork. Am 19. Mai starb Herr Rabbiner Samuel M. Jsaacs, Prediger an der Forty-Fourth Synagoge, der älteste Herausgeber des „Jewish-Messeuger" uud eines der geschätztesten und eifrigsten Mitglieder der amerikanischen jüd. Gemeinde. Er wurde als einer der leitenden Führer des orthodoxen Judenthums in Amerika angesehen. Durch seine Feder in seiner ausgezeichnet redigirten Zeitung, durch seine Stimme auf dem Predigerstuhl sowie durch seinen persönlichen Einfluß wirkte der Verstorbene unaufhörlich für die Wohlfahrt seiner Brüder. Herr Jsaacs war in Leewarden (Holland) geboren. Ein Bruder von ihm, Herr Professor D. M. Isaacs, ist Prediger der großen Synagoge in Manchester. 1839 wurde S. M. Jsaacs als Prediger der Gemeinde „B'nai Jeshurun" in New-Jork, woselbst damals nur zwei Synagoge» existirten, erwählt. Er war einer der Gründer des amerik. „Board of DelegateS" und des Mount- Sinai -Hospitals und zur Zeit seines Todes der älteste Prediger in den Bereinigten Staaten. 1877 zog er sich feiner Gesundheit halber mit einer jährlichen Pension von 3000 Dollar vom Amte zurück. Am 22. Mai fand das Leichenbegängniß statt, an dem sich die Repräsentanten aller jüd. Institutionen New-Aorks und aus entfernten Städten betheiligteu. Alle amerik. Journale berichte» über den großen Einfluß, welchen der Verstorbene auf jüd. Angelegenheiten in Amerika ausgeübt hat. „The Jew. Messenger" wird von dessen Söhnen, die schon seit längerer Zeit an demselben thätig sind, weiter herausgegeben. Die in erscheinende Wochenschrift „The Jewish South" berichtet Ausführliches und Belobendes über das segensreiche Wirken auf dem Gebiete der jüdischen und allgemeinen Wohlthätigkeit seitens des in Mainz geborenen Herrn S. Marx in New-OrleanS. Afrika. Algier. Ja Kantara kam es dieser Tage zu Judenverfolgungen. In Folge einer falschen Anzeige wurden die Juden überfallen und mißhandelt. Diese haben Gegenwehr ergriffen, und so kam eS zu einer förmlichen Schlägerei, der erst dann Einhalt gethan werden konnte, als das Militär einschritt und die Ruhe wieder herstellte. (W JSr.) Feuilleton. Simon Ueding.') Erzählung aus dem Anfang des neunzehnten Jahrhunderts von S. ÜLOllU. (Verfasser von „Gabrie V.) (Fortsetzung.) Tarnower dankte der aufmerksamen Schwester nur durch ein leichtes Kopfnicken, er setzte die Pfeife in Brand, aber bei alledem schien ihm das *) Nachdruck wird mit aller Strenge verfolgt werden. Uebersetzungsrecht Vorbehalten.