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Der Israelit · 1878-06-12 · Heft 24 (12.6.1878) · page 9

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Journal
Der Israelit
Volume
19 (1878)
Issue
Heft 24 (12.6.1878)
Date
1878-06-12
Page
– (sequence 9)
Language
German
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XIX. Jahrgang. Erste Anlage zu llr. 24 des Israelit. Zeitungsnachrichten und Correspondenze«. Deutschland. Lanpheim. Daß die Ulmer Israeliten ihren Prachttempel mehr aus Prunksucht als D'öp gebaut, ist eine längst bekannte und leicht beweisbare Thatsache, da der Tempel die ganze Woche über geschlossen ist, an den Sabbaten kaum von einem po Leuten mit einem Besuche beehrt wird und alle 4 Wochen, wenn der Herr Bezirksrabbiner nach dorten kömmt, um den Gottesdienst zu leiten, er seine Predigten den leeren, undankbaren Bänken halten muß. Ja, ja, das Alles ist ja selbstverständlich. Daß aber diese Jehudim aus Anlaß des vorjährigen Münsterjubiläums zur Errichtung einer Bildsäule im Innern des Münzers (eines Apostels oder sonstigen Heiligen?) 1300 Mk. gestiftet, haben wir kürzlich durch die Ulmer „Schnellpost" (Nr. l'7) in Erfahrung gebracht, und da die Sache gewiß von allgemeinem Interesse ist, so finden wir es angemessen, den „Schnellpost" - Artikel hier folgen zu lassen. Er heißt: „Ulm, 24. April. (Eingesandt) Unter den Stiftungen, welche zur Feier des Jubiläums unferm Münster entgegengebracht wurden, befand sich auch eine solche von Mitgliedern der hies. Israel. Gemeinde zur Erstellung einer Bildsäule im Innern des Münsters im Betrage non ca. 1300 Mk. Die Geber fragen sich billig, warum der verehrliche Stiftungsrath über diese (wie vielleicht auch über manche andere) Stiftung nach jetzt 10 Monaten noch keine Notiz in die Oeffentlichkeit gebracht hat» von einer Veröffentlichung des Inhalts der Stiftungsurkunde ganz abgesehen? Schon um des guten Beispiels wegen und um derjenigen Willen, welche als Veranstalter oder Uebergeber einer solchen Stiftung eine gewisse Verantwortlichkeit tragen, möchte man bescheiden wünschen, daß derartige Zuwendungen nicht weniger frisch und freudig gewürdigt werden möchten, als sie gegeben worden sind!" Auf diesen bescheidenen Wunsch hin hat sich der Stiftungsrath bis heute noch nicht bemüßigt gefunden, eine Veröffentlichung dieser frommen, jüdischen Stiftung bekannt zu geben. Eine spccielle Betrachtung über diese „fromme Stiftung" zu machen, Hallen wir für überflüssig, da sich jeder Leser den Commentar dazu selbst zu machen im Stande isi. —n. Oesterreichifch-Ungarische Monarchie. Wie«, 3. Juni. In der Sitzung der ungarischen Delegation erklärte Andrassy: die Regierung habe bisher keine Gelegenheit versäumt, auf die Verbesserung des Looses der Israeliten des Orients im Allgemeinen, also auch Rumäniens, hinzuwirken, und werde, falls auf dem Congresse sich die Gelegenheit biete, in derselben Richtung für das Princip der Gleichberechtigung, welches sie nach innen wie außen vor Augen habe, vereint mit anderen Regierungen eintreten. (Eine fast gleichlautende Erklärung gab, auf Interpellation Kuranda's, der Reichskanzler am 4. Juni in der österrrich. Delegation ab.) Italien. Rom. Eine vom Präsidenten des israel. Wohlthätigkeitsvereins an das Parlament eingereichte Petition um theilweise Niederlegung des Ghettos zur Bewerkstelligung besserer gesundheitlicher Verhältnisse wurde als dringend erklärt, ebenso hat der Bürgermeister der Stadt ein ähnliches Gesuch über die Ueberwachung der Arbeiten am Tiberflusse dem Stadtrath dringend empfohlen. (Arch. Jsr.) Rumänien. Bukarest. Nach „Hamagid" forderte der Präfect die in der Umgebung von Fokschani wohnenden Juden zu Beiträgen für den Sanitätsdienst und zur Anschaffung von Waffen für die rumänische Armee auf und versprach ihnen dafür, den freien Ausschank von Getränken zu gewähren. Die Juden nahmen dankend dies Anerbieten an und überreichten dem Präfecten die versprochene Summe. Dieser Tage aber wurden die Schankstuben dieser Israeliten gesperrt, die Getränke verkauft und all* ihr Hab und Gut als Strafe confiscirt. Es sind bereits Schritte gegen diese Ausschreitung eingeleitet; ob aber den mittellosen Israeliten Hilfe werden wird, ist bei der rumänischen Gerechtigkeit mehr als. zweifelhaft. Frankreich. Paris. Bei der vor Kurzem in der Straße Beranger stattgehabten schrecklichen Katastrophe sind auch einige Israeliten mit in Leidenschaft gekommen. Eine sehr geachtete israel. Dame, Frau Banderheym, die sich gerade am Platze, wo

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