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Der Israelit · 1878-06-12 · Heft 24 (12.6.1878) · page 4

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Journal
Der Israelit
Volume
19 (1878)
Issue
Heft 24 (12.6.1878)
Date
1878-06-12
Page
– (sequence 4)
Language
German
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gipfelte mir1? :pd einen Zaun um die Thora zu ziehen. Sie bauten weiter auf dem grauitueu Boden des am Sinai überlieferten Gottesgesetzes, fügten Stein an Stein und waren glücklich, ihr Scherflein zum Ausbau des Gottesreiches auf Erden beigesteuert zu haben, sie suchten nicht ihren Ruhm im Niederreißen, Zerstören und Einführung von überraschenden Neuerungen, sie waren „Meister im Sammeln des von einem Hirten Gegebenen". Der Wille dieses einen Hirten war der Rahmen, innerhalb dessen sich ihr Denken und Schaffen bewegte; innerhalb dieses Rahmens kämpften die großen Weisen ihre geistigen Turniere, ohne die Einheit des Ganzen zu geführten, ja jeder dieser geistigen Wettkampfe schürzte einen neuen Knoten in dem geistigen Bande, welches die edlen Geister mit einander verband. rnviOrr rnsio« papr» ünasn ’Ta^n l1?« msiOM p-oiN PPn onnDD itPm O’Nddd i^n mira o»pDiyi Din -»Der ndjc' p-PBOD ]Pdid PPn p-pno Pbm unj d*?id -iDib noPn?nnyo min 121p ’jn i-t'.-i ihn ’SD pdn in« DJ12 pru ~iriN inx nyno nN DV^N -OT1 :"1DNJ5P N1H T">2 D’^DH nPan ünain „Meister im Sammeln, das sind die Weisen, die vereint dOs Studium der Thora pflegen. Wenn da die Einen für unrein und die Anderen für rein entscheiden, die Einen erlauben, die Anderen verbieten, die Einen etwas für zulässig und die Anderen dasselbe für unzulässig erklären, könnte wohl Jemand fragen, wie ist es da möglich, Thora zu lernen? Deßhalb heißt es: Ein Hirte hat sie alle gegeben, alle hat ein Hirte gegeben, ein Führer alle gesprochen, sie alle entstammen dem Munde des Herrn aller Dinge, gesegnet sei er: denn es heißt: Gott sprach Me diese Worte zur weiteren Mittheilung. In diesen, die Offenbarung am Sinai einleitenden Worten liegt das Creditiv unserer Weisen und ihrer durch sie überlieferten Aussprüche. Man kann daher nicht die eine anerkennen und die verbindliche Kraft der anderen leugnen, ohne die Thora selbst zu leugnen oder ihr durch die Unantastbarkeit abzusprechen, indem man doch Niederreißen der Einfriedigungen und Umzäunungen sie dem Leichtsinn und der Leidenschaft schutzlos preisgibt. Ist es uns daher Ernst mit dem Danke gegen Gott, daß er uns auserwählt von allen Völkern, indem er uns seine Thora gegeben. Dann müßte dieser Ernst seinen Ausdruck zu allernächst in dem Danke dafür finden, daß er uns diese Thora erhalten hat, indem er sie der fürsorgenden Obhut von Männern übergeben, wie wir sie in diesen flüchtigen Zügen zu würdigen versuchten. Dann müßten, wenn wir uns allMriich zum Feste der Gesetzgebung aufls Neue die Treue gen den Väterschwur am Sinai geloben, die Aussprüche unserer Weifen in jeder jüdischen Brust auf den heiligen Ernst und die rückhaltlose Hingebung rechnen können, da sie als dem „Emen Hirten" entstammend, erwarten dürfen; unser Denken und Fühlen, unser Leben und Wirken müßte es laut und feierlich bezeugen. Aussprüche der Weisen Gleichen Treibstacheln, Eingepflanzten Pflöcken, Meister im Sammeln Des von Einem Hirten Gegebenen. Zeitungsnachrichten & Correfpondenze»; Rumänien. Jafsy 12. Mai. Seitdem das Würgen und Morden, Plündern und Brennen unter den Völkern des Orients seinen Anfang genommen hat, scheute man sich allenthalben aus Jnopportunitätsgründen Fragen nebensächlicher Natur, die indeß der Lösung harren, wie jene der Judenemanzipation in Rumänien, öffentlich zur Sprache zu bringen. Wir Israeliten Rumäniens, treu unserer traditionellen Loyalität gegen den Staat, in welchem wir leben, haben mit vollster Resignation während der Dauer des unseligen Krieges, an dem unser Land unmittelbaren Antheil nahm, die Durchführung unseres Vorhabens, das in der Erlangung der Freiheit und Gleichberechtigung gipfelt, auf günstigere Zeiten aufgespart, und warteten diese geduldig und mit Zuversicht ab. Allein, indem wir unter den furchtbaren Eindrücken der Begebenheiten stehend, unsere eigensten Interessen aus dem Auge verloren und mit unseren Landesbrüdern in der Zeit der schweren Noth, durch Dick und Dünn gingen, sorgten unsere liebe Glaubensgenossen anderwärts für unser zukünftiges Heil, und bewiesen es zum tausendsten Male daß „Israel nimmer verwaist sei." Mit dank- und loberfülltem Herzen erfuhren wir, daß unsere edlen Glaubensgenossen in Berlin bei ihrer Regierung Schritte zu unseren Gunsten thaten. Nicht minder angenehm überraschte es uns ferner, als die Wiener „Presse" zuerst den Wortlaut der vom Verein „Schomer Israel" in Lemberg, an den Grafen Andraffy gerichteten Petition veröffentlichte, welche die Emanzipation der Juden in Rumänien rc. zum Gegenstand hatte. Diese seitens des genannten Vereines spontan ergriffene Initiative, blieb natürlich auch der rumänischen

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