Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 19 (1878)
- Issue
- Heft 23 (5.6.1878)
- Date
- 1878-06-05
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/2446951-2447747-2447770--14992-2470923- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
555 tob eines Rabbi Akiba, R. Jsmael, Rabbi Cha- Ninja ben Tradjon und vieler vieler Anderer lesen, ohne die Lehre anzustauuen, die solche wunderbare Erscheinungen zu Tage fördern konnte! Als man R. Akiba zur Richtstätte führte, war gerade die Zeit des Schema-Lesens. Mein ganzes Leben, sprach der Märtyrer, habe ich mich gegrämt bei den Worten: Liebe Gott mit Deiner ganzen Seele, liebe ihn, wenn er Dir selbst die Seele nimmt, und habe mich nach einer Gelegenheit gesehnt, dieser Anforderung gerecht werden zu können; jetzt wo sie sich mir bietet, sollte ich sie nicht ergreifen? Er dehnte das in«, bis ihn die Seele verlassen hatte. (Berachoth 61. d.) Als die römischen Großen R. Chaninah b n Tradjon, in großer Versammlung die Thora, lehrend fanden, banden sie ihn mit der Thorarolle zusammen, warfen ihn ins Fener nnd legten ihm ein angefeuchtetes Tuch, wollenes Tuch aufs Herz, damit er nicht leicht sterbe. „So Vater, muß ich Dich sehen! rief seine Tochter. Er erwiederte: Hätte man mich allein verbrannt, so wäre es wohl hart für mich gewesen, da aber die Thorarolle mit mir verbrennt, so wird Derjenige, welcher die kränkende Mißachtung seiner Thora rächt, auch meinen Tod rächen. — Was siehst Du? fragten seine Schüler. Ich sehe die Thorarolle verbrennen, und ihre Buchstaben neue Blüthen treiben. Oeffne Deinen Mund, drängten die Schüler, damit das Feuer, Dich rascher tödtet. Ich will keinen Selbstmord begehen, erwiederte der Märtyrer. — Derjenige, der mir die Seele gegeben, mag sie wieder nehmen. (Aboda sarah 18 a.). Welche Kraft, welche Marter und Tod spottende Macht, muß dem Gesetze innewohnen, das feinen treuen Trägern selbst umzüngelt von Flammen, nicht die klare ruhige Besonnenheit abhanden kommen, sie selbst unter den härtesten Qualen es als höchstes Glück begreifen läßt, dafür sterben zu können, wofür sie bis zum letzten Athemzuge gelebt. Ihr Tod, hätte diese Weisen unsterblich gemacht, wenn es nicht schon ihr Leben und ihre Lehre gethan hätten, inr jnrpDD D'p’is O’^ru .Dn«nDD Es bedarf keines Hinweises, wie diese hervorragenden Geister, die Leitsterne für das ganze Volk wurden, in welchem und für welches sie lebten und starben; das ganze jüdische Volk und jedes Blatt in der Geschichte seiner Diaspora bezeugen es in allen Variationen. Seine Weisen waren seine Freunde, und die Aussprüche dieser Freunde galten, so hoch ja noch höher, als die Aussprüche der geschriebenen Thora selbst"), sie wurden bewußt und unbewußt der Sporn zu allem Guten und Edlen, welches Juden und Judenthum auszeichnet, denn die Worte der Weifen gleichen Treibstacheln nuon^ n"iibvm.-iv^ &o:jr6 71'vbnb m&n n« jiidd m Gnn na ^b id6 ’2iio .tid^ 22 d”J)dd min '121 *j« o’»r? .dtj '2->ib nimi Wie der Treibstachel da« Thier in die zu pstügenden Furchen weist und so neues Leben der Welt schafft, so führen die Aussprüche der Thora vom Weg zum Tode auf den Pfad des Lebens"). (Schluß folgt.) Zeitungsnachrichten und Correfpondenzen. Oesterr. - Ungarische Monarchie. Wien. Anfangs September werden die Arbeiten am hiesigen Centralfriedhof beendigt und somit die Beerdigungen auf dem israel. Friedhofe zu Währing eingestellt worden. Letzterer existirt seit 107 Jahren. Vor 20 Jahren haben die hiesigen türkischen Juden mit der Wiener israel. Cultusgemeinde eine diesbezügliche Vereinbarung getroffen, welche nunmehr bei Uebernahme des Centralfriedhofes erneuert werden wird. (W. Jsr.) Rumänien. Bukarest. Wie der „W. Jsr." mittheilt« hat neulich in Bukarest eine Versammlung der vornehmen Juden daselbst stattgefunden, welche den Beschluß gefaßt hat, eine Deputation nach Berlin zu senden, um in dortigen Regierungskreisen die Prüfung und Regelung der rumänischen und überhaupt der Judenfrage im Orient vor dem bevorstehenden Congresse zu bewirken. Palästina. Jerusalem, 6. Jjar. Mit thränenerfülltem Auge und betrübtem Gemüthe habe ich leider eine Ihnen wohl inzwischen bekannt gewordene Trauerbotschaft zu verkünden. Gestern um 2 Uhr Nachmittags verschied nach viermonatlicher Krankheit Se. Hochw. O'2'2M n"“6 D’IQID '121 C2’1I1 PM' 1WDN- (11 O'111 pni' #1 DKG nyoifr ,2lll.1 s"2 -pm 2'5I21 nw12 0’21D '2 2'5121 n"lD IDT O'2'2M 5>"l^> D'IDID '121 .(x"s H1212 ’D^ttMT) 1"Q l'lll 12) Chagiga 3.